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Full text of "J.J. Littrow's Atlas Des Gestirnten Himmels: Für Freunde Der Astronomie."

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V.A.. 



Trinsfiir from Circ De^ 
OCT 1912 






.''\ 



J. J. von Littrow's /^ 



Atlas 



des 



^estirnten Himmels 



fur 



Freimde der Astronomie. 



Drltte, Tlelfach yerbesterte und Termehrte Avflage, 

herausgegeben 
von 

Karl von Littrow, 

Direktor der Steniw»rt« nnd Frofeaaor der ABtronomle an der k. k. UnlTertltit 

EQ Wien. 



- * V - 



• « 



Stuttgart 

Verlag von Oustav Wefse. 

1866. 



fTHE NF"W YORK 
PUBLIC LIBRARY 

rr^DtN fOUNOAT'ONi 

R 1912 L 



;i 



Vorwort zur zweiten Auflage. 



TJnserem Atlas gebiihrt das Verdienst, zuerst eine Zeichnungsweise 
eingefiihrt zu haben, bei welcher das Bild des Himmels, das si« geben 
soil, nicht weiter wie in alien alteren Earten durch Nebendinge oft bis 
zur Unkenntlichkeit entstellt wird. Spatere Arbeiten dieser Art haben, 
wie es wohl nicht anders zu erwarten war, derselben Ansicht gehuldigt. 
Unser Atlas hatte femer die ihm eigenthiimliche Bequemlichkeit, durch 
den die Earten Blatt fur Blatt begleitenden Text gleichsam an Ort und 
Stelle den Beschauer des Himmels auf das Wissenswertheste aufmerk- 
sam zu machen. 

Beide Yortheile mussten in der neuen Ausgabe bewahrt und wo 
moglich gesteigert werden ungeachtet des kleineren Massstabes, der 
durch die vom Yerleger gewiinschte Aenderung des Formates in das 
der »Wunder des Himmels« nothwendig wurde. Desshalb sind vor wie 
nach alle Zeichnungen von Gestalten, die sich auf die Namen der Stem- 
bilder beziehen, nur in schwachen Umrissen angedeutet; besondere Bg*- 
nennungen einzelner Sterne und Stemgruppen in die Anmerkungen ver- 
wiesen; die als Bezeichnung der Sterne dienenden Buchstaben mit 
kleiner Schrift ausgefiihrt; die Namen der Stembilder an die inneren 
Grenzen derselben deutlich aber nicht zu sehr hervortretend gesetzt; 
von den in der Astronomic gebrauchlichen Eintheilungen des Himmels 
bloss die auf den Aequat6t> * sich l>(tei^e:^de5!^'Kl'eise der Geiraden Auf- 
steigung und Abweichung 's^gezelgfi <^^dUcV von den Stemen sechster 
Grosse, welche nur ein gutes Axtger^imterscheiden vermag, nur wenige 
und bloss dort aufgenommen^ wo*ihre An^f^hrung zur Orientirung noth- 
wendig schien. Die letztere ^e^Q^Mifeiid^'lgl&ubte ich treu der Bestim- 
mong unseres Werkes fiir »Freunde der Astronomie* um so mehr fort- 
bestehen lassen zu miissen, als die neuesten Arbeit6n von E. He is so 
wie die Beobachtungen von Stoddart gezeigt haben, welche ausser- 
ordentlichen individuellen und klimatisehen Yerschiedenheiten in Bezug 
auf die Moglichkeit kleme Sterne mit freiem Auge wahrzunehmen Statt 



IV Vonrort 

findexi) so dass dgentliche Vollstandigkeit in dieser Hmsiclit ohne storende 
Ueberladung fur den bei weitem groBsten Theil der Leser nicht zu 
erreichen ist. Argelander, der sein Auge fiir naheza normal halt, 
zahlte in Bonn 3256 ohne Femrohr sichtbare Sterne, deren Mehrzahl 
bereits in den moisten Fallen sich der Wahrnehmung entziehen diirfte. 
Heis in Miinster, dessen selten soharfes Ange die Sterne als strahlen- 
lose Punkte erblickt, sieht nieht weniger als 4701 Sterne, also 1445 mehr 
als Argelander, kann aber z. B. t Leier nnr znweilen als doppelt, 
die Satelliten Jupiters nie, und an dem bekannten Beiterlein im grossen 
Baren eben nur die beiden Sterne 2. and 6. Grosse Mizar nnd Alcor 
unterscheiden , wahrend St odd art in Persien e Leier stets deutlich 
getrennt sah, in der Dammerung die Jupitersmonde erkannte, und am 
Beiterlein ausser Mizar und Alcor bei giinstigto Verhaltnissen noch zwei 
in Eurepa entsohieden teleskopische Sterne ausnahm. Es ist also mit 
grosser Wahrscheinlichkeit vorauszusetzen, dass selbst mit der iiber- 
raschenden Bereicherung der Anzahl mit freiem Auge sichtbarer Sterne, 
welche uns Heis yerschaflft hat und nur sehr Wenigen zu bestatigen 
beschieden sein wird, die Grenze keineswegs erreicht wurde, welche dem 
menschliohen Auge in dieser Beziehung wirklich gesteckt ist. 

Der zweiten Anforderung: die Brauchbarkeit unseres Atlas thun- 
lichst zu steigem, ho£fe ich dadurch entsprochen zu haben, dass ich 
die erlautemden Bemerkungen auf die betreffenden Blatter selbst setzte, 
die bemerklichsten Nebelflecke und Stemgruppen in dieKarten aufoahm, 
die grosseren veranderlichen Sterne kenntlich machte, die Bezeichnung 
der Sterne durch Bucbstaben nach Argelander's entscheidender Sich* 
tung so wie die Stellungen der Sterne, wo diese fehlerhaft, verbesserte, 
und Yor allem den so viel mir bekannt ersten Versuch machte, die 
Grossen der Sterne nicht mehr durch conventionelle, sondem durch 
solche Zeichen anzugeben, die in nahe gleichen gegenseitigen Abstofon- 
gen der Wahmehmbarkeit wie die bezeichneten Sterne stehen. Urn 
diesen Zweck vollkommen zu erreichen, miisste man pfaotometrische Be« 
stimmungen sammtlicher auf den Earten vorkommender Sterne besitzen. 
Solche Eenntniss der C«rQfi^on7^akmsBe3a^^^^ leider heut zu Tage 

noch eine ideale, und l)leiBV.'^M^ dieses Gegenstandea 

zu begriinden Yorbehalten. [T^ipht$^e;:iii^d|eBem Gebiete bereits geleistete 
Vorarbeiten erlauben inde^^oa; Qich/^eii^ Ziele einigermassen zu nahern, 
namlich Argelander's iTra^oo^^^n)^.^^ der Grossen und 

Steinheirs so wie J. Herschel's Helligkeitsmessungen ftbr das Ver- 
haltniss, in welchem die bisher iiblichen Grossenangaben zu einander 
stehen. Denkt man sich in letzterer Beziehung die Sterne durch Schei- 
ben Yorgestellt, die gegen einander ebenso hervortreten wie Sterne der 
1., 2. bis 6. Grosse, so hat man folgende Durohmesser dieser Scheiben : 





Tonrort. 






Btenie. 


Naoh Stalnheil. 


Saeh Hariohel. 


1. Grosse . 




1.00 . 




1.00 


2. » . 




0.60 . , 




0.59 


3. » . 




0.35 . . 




0.41 


4. » . 




0.21 . 




0.32 


5. » . 




0.12 . 




0.26 


6. » . . 




0.07 . 




0.22 



Obschon die betreffenden Steinheil'schen Bestimmongen nur vor* 
laufig angestellt waren, so glaubte ich doch, da sie an sich auf dem 
sichersten der bisher in Anwendong gekommenra photometrischen Prin- 
cipe benihen, and denn auch neuerlich durch L. Seidel's treffliche 
Untersuchungen im Allgemeinen voile Bestatignng fanden, dann auch 
well sie der Natar in den niederen Grossen mehr zn entsprechen schie- 
nen, denselben den Vorzug geben zu soUen. Die danach gewahlten 
Zdchen far die verschiedenen Sterngrossen bediirfen so eigentlich keiner 
weiteren ErUarung. Da sich im Stiche einige Schwierigkeit zeigte, die 
richtige Grosse der Scheiben inuner streng zuzuhalten, so warden nor 
die gewohnlichen sechs Haaptabstofungen der nut freiem Auge sicht- 
baren Sterne unterschieden. Bei den Stemen erster Grosse ware eine 
weitere Unterabtheilong am wiinschenswerthesten, weil nach Seidel die 
leachtendsten Sterne etwa funfzehnmal mehr Licht haben, als die schwach- 
sten dieser Klasse, also jenen im Dorchmesser nahe yiermal grossere 
Scheiben znkamen als diesen. AUein einerseits wiirden die grossten 
Scheiben dadurch za gross aasgefallen sein, andererseits treten auch 
jetzt die Sterne erster Grosse mit den fiir sie gemeinsam angenommenen 
mittleren Scheiben wenigstens gegen die Sterne der librigen Elassen, 
was die Hauptsache, vollig hinreichend hervor, and es gelten im Ganzen 
die folgenden Worte aus dem Vorworte der ersten Aaflage anseres 
Atlas fiir diese neue Ausgabe gewiss in erhohtem Masse: 

»Wenn der Leser die Karte so weit von seinem Aage halt, dass 
ihm die feinen Umrisse der Figuren, and die schwachen Deklinations- 
und Standenkreise eben zu verschwinden anfangen, so werden ihm die 
Sterne in ihren Grossen and verhaltnissmassigen Stellungen rein und 
scharf in das Auge treten, und die Earte wird ihm als ein treues Bild 
des Himmels erscheinen.« 

Der Lauf der Milchstrasse und die Karten des sudlichen Himmels 
warden nach Sir J. Herschers grosser Arbeit am Eap yerbessert. 
Aus diesem and anderen Werken desselben Verfassers, so wie aus den 
wichtigen Beitragen zur Topographic des Himmels, die uns Rosse, 
Smyth, Bishop, Bond, Madler, Struve u. A. geliefert haben, ergabeii 
sich for die B^nerkungen auf den Specialkarten des Atlas und fiir die 
AbbildungeQ einzelner Nebel, Stemhaufen u. s. w. sehr bedeutende. 



groBSteniheils Tollig nmgestaltende Erganzungen. Die Abbildangen eines 
tind desselben Gegenstandes wurden in vielen Fallen nach zwei Beob- 
achtem gegeben, weil die Yergleichung sebr interessante Anfscbliisse 
iiber die Entwicklnng unserer Eenntniss dieser Himmelskoiper bietet. 
Eine zweckmassige Answahl der Objekte, welche sowobl auf diese Weise 
als durch die Erlantenmgen auf den einzelnen BlSttern des Atlas her- 
Yorgehoben wurden, hat bei dem hentigen Zostande der Wissenscbaft 
noch bedeatende Schwierigkeiten, vorziiglich desshalb, weil die bisherigen 
Beobachter die yerschiedenen Grade der Sichtbarkeit dieser Gegenstande 
beinahe gar nicht in den Bereich ihrer Wahmehmiingen zogen. Es 
ware eine genane Sichtang in dieser Beziehnng ein auch sonst z. B. fur 
das Anfsuchen neuer Kometen wichtiger und doch von jedem Dilettanten 
zu leistender Fortschritt. In Ermanglung solcher Vorarbeiten beschrankte 
ich mich darauf , auf jeder Earte alle Hauptgattungen dieser Objekte 
moglichst zu vertreten, diejenigen anzuzeigen, deren leichtere Sichtbar- 
keit mir bekannt war, und den verschiedenen Reichthum einzelner Him- 
melsgegenden an solchen Gegenstanden im Allgemeinen kenntlich zu 
machen. Letztere Biicksicht bestimmte ofters die ohnehin nicht wesent- 
liche Einreihung in dieses oder jenes Stembild. 

Das Gradnetz fing nachgerade an, auf den Spedalkarten von der 
Wirklichkeit zu sehr abzuweichen; ich gab demselben diejenige Lage, die 
es im Jahr 1860 hatte, so dass man es nun wieder einige Decennien 
unver&ndert gelten lassen kann. Auf dieselbe Epoche bezog ich, wie 
sich von selbst yersteht, die in den Bemerkungen angegebenen Positio- 
nen mit Ausnahme der neu entstandenen Sterne, deren Stellungen fiir 
die Zeit ihres Sichtbarwerdens angegeben sind. Gem hatte ich auch 
die in mancher Beziehuug unvollkommene Projektionsweise in eine an- 
gemessenere umgewandelt; aber ich hatte bei den vielen Umgestaltnngen, 
die ich ohnediess an dem Werke bereits Yorgenommen, dann kaum mehr 
das Becht gehabt, vorliegender Ausgabe den Namen des ursprimglichen 
Verfassers voran zu setzen. 

Unser Atlas war immer als eine Erganzung von desselben Autors 
bekannter Schrift: »Die Wunder des Himmels« zu betrachten, von der 
gleichzeitig mit gegenwartigem die Tierte Auflage erscheint. Ich glaubte 
einerseits die Verbindung beider Werke noch inniger zu schliessen, und 
doch andererseits die Anwendbarkeit der Himmelskarten an sich zu 
erhohen, indem ich einen Auszug der eben genannten Schrift und eine 
umstandliche Anleitung, wie man sich des Atlas zu bedienen habe, hier 



Nach Argelander's Vorgange habe ich einige Stembilder, die nie 
eigentlich in Gebrauch gekommen sind, weggelassen. So wurden yer- 
einigt: am nordlichen Himmel Poigatowsky'scher Stier mit Ophiuchus, 



Tonrort. VH 

Friedrichaehre tnit Eidechse, Mauerquadrant mit Hercules, Erntehiiter 
und Beimthier mit Gepheus, Herscbersches Teleskop mit Fuhnnann, 
Fliege mit Widder; an der sudKchen Hemisphare: Eatze, Vogel, Ein- 
siedler (Turdus solitarius) and Drossel mit Hyder, Scepter und Harfe 
mitEridanus, Ballon mit siidlichem Fische, Earlseiche, Buchdrucker- 
presse, Eompass und Leine mit Schiff Argo. 

Wien^ den 1. Mai 1863. 

Earl v« Idttarow. 



Vorwort zur dritten Auflage. 



Die hauptsachlichsten Verbesserungen, welche unser Atlas in der 
vorliegenden Ausgabe erfubr, beziehen sich auf die zu gleicher Zeit 
erschienene fiinfte Auflage der »Wunder des Himmels« und die darin 
beriicksichtigten Fortschritte des betreffenden Theiles der beschreibenden 
Astronomie, wodurch sich zahlreiche Aenderungen sowohl in dem bei- 
geschlossenen Auszuge des eben genannten Werkes als in den Noten auf 
den einzelnen Blattern des Atlas ergaben. Ueberdiess konnte das bereits 
in der friiheren Ausgabe yersuchte Hervorheben von Objecten, die schon 
in mittleren Femrohren ihre indiyiduellen Eigenthiimlichkeiten zeigen 
und daher auch weiteren Ereisen das Vergniigen der Autopsie ermog- 
lichen, nun weit vollstandiger durchgefiihrt werden, da eine sich darauf 
beziehende Vorarbeit, die in dem Vorworte zur zweiten Auflage als sehr 
wiinschenswerth bezeichnet wurde, jetzt in T. W. Webb's Celestial 
Objects for common telescopes (London 1859) vorliegt. 

Der Gleichformigkeit wegen wurden auch die Positionen der neu 
entstandenen Sterne auf die allgemeine Epoche (1850) des Atlas gebracht, 
statt dieselben wie friiher auf die Zeit des Sichtbarwerdens zu beziehen. 

Der Plan des Buches im Ganzen blieb ungeandert, da er sich den 
Beifall der Lesewelt erworben hatte. 

Bei den Bemerkungen auf den Specialkarten des Atlas sind fol- 
gende Abkiirzungen eingefiihrt : AB Rectascension, D Deklination (+ nSrd- 
lich, — sudlich), 8 Stemhaufen, ^Nebelfleck, Dogp. Doppelstem, Dist. 
Distanz, Crr. Grosse, W. »Wunder des Himmels, fiinfte Auflage, zweite 



Vm Tonroft 

Abth6iliing« (die Zahlen naoh W. bezeichnen die betreffenden, hier im 
AuBznge mitgetheilten Paragraphen), F Figur des Atlas mit der beziig- 
lichen Nummer der Abbildung. Ein dem N oder 8 beigefiigtes * bedeutet, 
dasB das Objekt schon durch mfissige Femrohre erkannt werden konne. 

Wien^ den 18. Januar 1866. 

Karl V. Littrow. 



Bericbtigangen: 

Blatt 6 Noten Zwillinge lies D = + 24 38. 
„ 6 „ Orion p lies W. 207. 



Einleitung. 



§« 1. (ErkennaDg der Geitime dorch Aligntment.) DaS eUlfachstd Mittel AbTL 

gestimten Himmel mittelst einer Stemkarte kennen zu lemen, ist das 
Alignement, oder die Verbindung der unbekaiiDten Sterne mit den be- 
reits bekannten durch gerade Linien der Earte, welche Linien dann am 
Himmel durch Bogen grosster Ereise dargestellt werden. Dae Folgende 
mag des einfacheren Verstandnisses wegen zunachst anf die beiden 
Planiglobe imseres Atlas bezogen werden, ist aber in ganz ahnlicher 
Weise auf jede einzelne Specialkarte anzuwenden. 

Jedermann kennt den grossenBaren oder den Wagen, der aus 
sieben grossem Stemen besteht, deren vier ein Yiereck und die drei 
andem eine krumme Lime bilden; von dieser Constellation wollen wir 
daher ausgehen. 

RIelner llftr* 

Sine gerade Linie diirch die zwei aussersten Sterne ^ und a die- 
ses Vierecks im Wagen fubrt, wie Blatt 1 zeigt, auf den Polarstern 
oder auf den aussersten Stem im kleinen Bar en, der ebenfalls aus 
sieben StemeTi besteht, und ein dem grossen Baren ganz ahnliches, nur 
verkehrtes Bild gibt, indem namlich die Schweife der beiden Baren ioimer 
nach zwei einander entgegengesetzten Gegenden des Himmels gerich- 
tet sind* 

Kimmt man a und d des Vierecks im grossen Wagen als Basis 
eines gleichschenkligen Dreiecks, und errichtet man auf der Mitte dieser 
Basis im Gedanken ein Loth, das gegen den kleinen Baren gerichtet 
ist, so trifft dieses Loth auf den durch seine rothliche Farbe ausgezeich- 
neten Stem fi im kleinen Baren, der so wie der Polarstern der zweiten 
Grosse ist. 

Caaalopela* 

Der Polarstern liegt in der Mitte der Geraden, die i grosser Bar 
mit a Cassiopeia verbindet. Cassiopeia ist durch fiinf Sterne a, /?, 
y, J, * ausgezeichnet , von welchen je drei in der Ordnung jSf a y, a y S 
und /*< Dreiecke bilden. Von diesen fiinf Stemen steht a am Halse, 
^ in der Stuhllehne, und d auf dem Knie. 

I>ittrow, Atlas d. g. H. 3. Anil. 1 



2 ■liaeltwi«. §. 1. 

Ceplieaa* 

Eine Gerade durch a und fi der GasBiopeia, nahe Tiermal so grosa 
als dieBe Distanz, fiihrt zu dem Stern a auf der Schulter des Gepheus. 
Dieser Stem bildet mit zwei andern, /} im Giirtel und y auf dem Knie 
des Gepheus, ein gleichschenkliges Dreieck a fly, dessen Winkel an fi 
nahe 180 Grade betragt. Die Gerade durch a und ^ Gepheus geht auf 
den Polarstern. 

liraehe* 

Eine Linie durch d Gassiopeia und durch ^ GepheuB, noch einmal 
so weit verlangert, geht durch den Kopf des Drachen. Die andern 
grossem Sterne dieses Bildes erkennt man leicht; denn diese Stemreihe 
bildet eine dem Z ahn]iche Figur von drei Linien, deren mittlere mit 
dem Yiereck des kleinen Baren parallel ist, so dass zwei dieser Linien 
den kleinen Baren auf seiner vordem Seite gleichsam einschliessen. Jede 
Gerade durch irgend zwei der sieben Sterne des kleinen Baren geht Behr 
nahe durch einen grossem Stem des Drachen. 

Andromcsda* 

Eine Linie durch den Polarstem und durch fi Gassiopeia geht, 
noch einmal so weit verlangert, durch den Stem a im Kopf der Andro- 
meda, und eben so geht die Linie durch den Polarstem und durch « 
Gassiopeia, doppelt genommen, auf y Andromeda, wo man dann die 
iibrigen Sterne dieses Bildes leicht auffinden wird. 

Die Linie durch fi und y Andromeda, noch einmal so weit verlan- 
gert, geht auf a und fi Perseus oder Algol im Medusenkopfe. Eine Ge- 
rade durch a Gepheus und c Gassiopeia geht nahebei durch vier grossere 
Steme des Perseus, namlich durch y in der Schulter, a auf der Bmst, 
i im Giirtel und « im Knie des Perseus. 

S^nhrmania* 

Wenn man auf der Geraden zwischen dem Polarsteme und a Gas- 
siopeia ein gleichseitiges Dreieck errichtet, so ist der dritte Scheitel 
dieses Dreiecks in a Fuhrmann oder Gapella (Ziege). Eine Gerade 
durch Gapella und i Perseus geht nach ^ in der Schulter des . Fuhr- 
majins. 

•tier. 

Ein nahe gleichschenkliges Dreieck wird ebenfalls gebildet von den 
drei Stemen € Gassiopeia, Gapella und Aldebaran im Eopfe des Stiers. 
Die Gruppe von fiinf Sternen, zu welchen Aldebaran gehort, hat die Ge- 
stalt eines Y, und diese Gruppe heisst die Hy ad en, in deren Nahe eine 
andere, kleinere, aber helle und gedrangte Gmppe, die Plejaden, dem 
ersten Blicke auffallt. 

Wridder nnd Flacbe* 

' Eine Gerade durch € Gassiopeia und y Andromeda geht verlangert 
durch a Widder und a Fische, so dass diese vier Steme die erwahnte 
Gerade nahe in vier gleiche Theile theilen. 



§. 1. SiDleHaai;. J 

a Widder, a Fische nnd a Walfisch bilden ein gleichseitiges Dreieck, 
dasselbe gilt auch von a Walfisch, a Widder und den Plejaden, so dass 
diese Tier Gestime, die Plejaden, a Fische, a Widder nnd a Walfisdi 
eine ziemlich regelmassige Baute formiren. 

Kivlllliiye* 

Eine Gerade durch a xmd ^ Fnhrmann, dreimal verlangert, geht 
durch Castor, nnd viermal verlangert dnrch Pollux in den Zwillingen. 
Auch eine Gerade durch § und 7 im grossen Baren geht nahe durch' 
Castor und Pollux. 

Orion. 

Aldebaran, Castor und a Orion bilden nahe ein gleichschenkliges 
Dreieck, so wie diese drei Sterne und die Ziege ein nahe regelmassiges 
Viereck machen. Das Stembild Orion, das schonste am Himmel, wird 
iiberhaupt leicht an den zvei Sternen a und y an den Schultern, /9 und » 
an den Fiissen, uud an den drei in gerader Linie und in gleichen Ent- 
femungen stehenden Stem^i J, € ^ im Giirtel erkannt, welche letztere 
Sterne den sogenannten Jakobsstab bilden. 

C^rosser und kleiner Hand* 

Die drei Sterne a Orion, Castor und Procyon im kleinen Hund 
bilden ein gleichschenkliges, und a Orion, Procyon und Sirius im grossen 
Hund ein gleichseitiges Dreieck. 

CJroaaer JLIIive, Hydra nnd l&reba* 

Castor, Procyon und Regulus (im Lowen) bilden nahebei ein regel- 
massiges Dreieck. Castor, Procyon, Regulus und a Hydra bilden ein 
regelmassiges Parallelogramm ; in dem Durchschnitte der beiden Diago- 
nalen dieses Vierecks steht a Krebs. 

An dieses Viereck legt sich ein anderes, weniger regelmassiges, 
das aus den vier Sternen zusammengesetzt ist: Regulus (an der Brust); 
Denebola (am Schweife des grossen Lowen); Castor und / grosser Bar. 

Bootes 9 Jnn^ffran nnd IVaflre* 

Die zwei so eben genannten Sterne Denebola und y gi*088er Bar 
bilden mit a Bootes (oder Arctur) ein gleichseitiges Dreieck, und die 
eine Seite dieses Dreiecks ist zugleich die Seite einer sehr regelmassigen 
Raute, die durch die vier Sterne bezeichnet wird : Denebola, Arctur, die 
Komahre (Spica) und a Wage. Durch den letztgenannten Stem aber 
wird auch das kleine Quadrat erkannt, welches die vier Sterne a, ^, y 
und » der Wage unter sich bilden. Eine Gerade durch die Komahre 
(in der Jungfrau) und durch Arctur (im Bootes) geht in die Mitte doB 
kleinen Vierecks, welches die Sterne y und i (auf der Brast) und « und ^ 
(im Giirtel) des Bootes bilden. 

Krone 9 Herknlea nnd Opiiluelins* 

Eine Gerade durch € und C i^ Schweife des grossen Baren geht 
dmx^ die Krone, ein Ueines, leicht zu erkennendes Bfld, da es 

1* 



4 MnlaitiMg. §, 2; 

mehreren nahe stehenden Sternen besteht, die einen gegen den Polar- 
stern oifenen Kreisbogen bilden. Dieselbe Linie, etwas weiter verlan- 
geort, trifft den Kopf und Hals der Schlange des Opluuchits. Yier 
Sterne: /?, f^ n und n bilden den Kopf, and drei: <), a and e den 
Hals. 

Eine Gerade diirch f und « grosser Bar fiibrt auf das Viereck «, 
7, {;, Tf um den Giirtel des Herkules, und die Diagonale durch 7 und c 
dieses Vierecks geht auf a im Kopfe des Herkules, unter welchem man 
aoch sofort den eben so grossen Stem a im Kopfe des Ophiuckus, und 
/?, f auf der Schulter des Ophiuckus erbliekt. 

EiOier, Sdiniran nnd Adler* 

Eine Gerade durch y und i im grossen Baren geht durch Wega 
in der Leier, so wie auch eine Linie durch die Mitte des Vierecks im 
grossen Baren und duxch den Drachenkopf auf Wega fohrt. Durch 
diesen letzten Stem erkennt man sofort ein sehr auffallendes, grosses 
und gleichschenkliges Dreieck am Himmel, welches durch drei Sterne 
der ersten Grosse gebildet wird, namlich durch Wega (oder a Leier), 
Deneb (oder a Schwan) und Atair (oder a Adler), von denen Wega 
der hellste, und Atair, im Scheitel des erwahnten Dreiecks, der am mei- 
sten Yon dem Pole entfernte Stem ist. Neben Wega sieht man leicht 
die zwei siidlichen Sterne ^ und y der Leier; neben Deneb die Tier 
Sterne j9, J, € und v, die ein Kreuz bilden, und endlich zu beiden Seiten 
des Atair die beiden Begleiter ^ und f desselben. 

Pegasus 9 Delphln, fVasaermanii nnd Scorpion* 

Eine Gerade durch Wega und Deneb geht nach der Mitte eines 
auffallenden Vierecks, welches durch die drei Sterne a, /?, y des Pega- 
sus und durch a Andromeda gebildet wird. Die Seite dieses Vierecks,^ 
die durch a Andromeda und ^ Pegasus geht, gegen Atair hin verlangert, 
fiihrt auf das kleine schone Stembild des Dolphins, das sich durch 
einen gedrangt stehenden Haufen von ziemlich grossen Sternen kennt- 
lich macht. 

Die Diagonale des Vierecks, die durch a Andromeda und a Pega- 
sus geht, triflft verlangert den Stem a in der Schulter des Wasser- 
manns. 

Endlich kann noch die Gerade zwischen Wega und Arctur als die 
Basis eines grossem gleichseitigen Dreiecks angesehen werden, dessen 
Scheitel von Antares (oder « im Scorpion) gebildet wird. 

Andere Verbindungen der Sterne durch gerade Linien, durch Drei- 
oder Vierecke u. s. w. wird der blosse Anblick der Karten Jedermann 
ohne Miihe geben. 

§. 2. (Besohreibang und naherer Gebrauch der Sternkarten.) Will man aber Wei- 

teren Gebrauch von Sternkarten machen , und dieselben wirklich als 
Karten nicht gerade nur als Abbildungen des Himmels beniitzen, so 
muss man sich mit ihrer Einrichtung naher bekannt machen. 

Von unserem Atlas geben die beiden Planiglobe (Blatt 1 und 2) 
an ihrem ausseren Umfange, dem Aequator, die gerade Aufsteigung oder 
Rectascension in Graden, an dem unteren vertikalen Halbmesser die 
Abweichung oder Deklination. Durch die Theilungspunkte dieses Halb- 
messers bat man sich concentrische Kreise aus dem Mittelpunkte der 



§.3. 

Karte gezogen zu denken, die dann den Parallel von 10®, 20° u. s. w. 
Deklination vorstellen warden ; die letzte nordlioh oder siidlich, je nach- 
dem der betrachtete Punkt in die nordliche oder siidliche Hemisphare 
fallt. Will man also mit diesen Planigloben die Stellung eines Gestir- 
nes erfahren, so wird man durcb den Mittelpunkt der Earte nnd das 
Gestim im Gedanken eine Gerade fiihren. Diese Gerade schneidet an 
der Randtbeilung bei dem Grade ein, der die Rectascension des Gestir* 
nes vorstdlt, imd das Stiick dieser Geraden zwischen der Randtbeilung 
und dem Sterne auf den getheilten Halbmesser iibertragen, gibt sofort 
die Deklination des Gestirnes. Man findet so z. B. auf Blatt 1 , dass 
der Stern Wega in der Leier 278*^ Rectascension imd 38® nordl. Dekli- 
nation bat. 

Ganz in abnlicber Weise werden aucb die Detailkarten zu ver- 
steben sein, mit alleiniger Ausnabme der Blatter 8 und 9, auf welcben 
aucb die Farallelkreise zum Aequator am Rande, und zwar an dem 
senkrecbten, Zablen tragen, so dass den Aequator, 10 oben nordlicbe, 
10 unten siidHcbe Abweicbung u. s. w. bezeicbnet, und die Rectascen- 
sionen nur an den beiden horizontalen Einfassungen der Earte vor- 
kommen. Auf alien iibrigen Blattem bedeuten die Zablen des ganzen 
Randes Gerade Aufsteigungen, und findet man die Deklinationen mittelst 
eines getbeilten Abweicbungskreises im Innern der Earte. Wacbsen die 
diesem Abweicbungskreise beigescbriebenen Zablen nach oben, so gibt 
er nordlicbe , wacbsen sie nacb imten , so liest man an ibm siidlicbe 
Deklinationen; die Parallelkreise aber sind bier von 10® zu 10® der Ab- 
weicbung scbon angegeben. Aucb aus diesen Specialkarten wird man 
also die Stellung jedes beliebigen Sternes mit Leicbtigkeit, nur ungleicb 
genauer als aus den Planigloben abnebmen. 

§. 3. (sternzeit) Hat mau aber einmal diese Stellung eines Sternes, 
d. b. kennt man seine Rectascension und Deklination, so unterliegt dessen 
Auffindung am Himmel weiter keiner Sohwierigkeit, wenn man sicb iiber- 
diess noch die Sternzeit des Augenblicks, fiir welcben man das Gestirn 
sucbt, zu yerscbaffen weiss. 

Hierzu dient die folgende Tafel, die fiir alle Tage des Jabres an- 
gibt, wie viel Ubr mittlerer Zeit es ist oder was unsere gewobnlichen 
Ubren zeigen, wenn der Stemtag beginnt oder wenn es 0* Sternzeit ist. 
Die Zablen dieser Tafel geboren iibrigens eigentlicb fiir solcbe Jabre, 
welcbe wie 1862, 1866 . . : zwiscben zwei Scbaltjabren in der Mitte lie- 
gen. Fiir Jabre, welcbe die ersten nacb einem Scbaltjabre sind, wird 
man alle Zablen der Tafel um 1**» vermindem, und fiir die ersten vor 
einem Scbaltjabre um 1"* vermehren, fiir Scbaltjabre selbst endlicb war- 
den die Zablen der beiden ersten MoHate um 2~ vermebrt, und die aller 
anderen Monate um 2** vermindert. 

Will man also z. B. wissen, welcbe Sternzeit am 12. Februar 
1866 der mittleren Zeit 4* 35"» entspricbt, so findet man aus der Tafel, 
dass es an diesem Tage um 2* 32*mittl. Zeit 0* Sternzeit ist, also ist 
es 2* 3*» spater oder um 4* 35** mittl. Zeit 2* 3* Sternzeit. 

WoUte man umgekehrt die mittlere Zeit kennen, welcbe z. B. am 
11. October 1864 um 6* 7« Sternzeit stattfindet, so folgt aus der Tafel 
mit Riicksicbt auf das Schaltjabr, dass es an diesem Tage um 10^ 40''* 
mittl. Zeit 0* Sternzeit, also aucb um 6* T*" Sternzeit 16* 47'" mittl. Zeit 
oder 4* 47« Morgens ist. 



«.*- 



Mittlere Zeit far 0* Sternzeit. 



Jannar 


1 


5k 18» 


JuU 5 


17* 9~ 




8 


5 


10 


16 48 




11 
16 


4 89 
4 18 


15 


16 29 




21 


8 59 


20 


16 10 




26 


8 39 


25 


15 50 




81 


8 20 


80 


15 80 


Febnuur 


5 


8 


August 4 


15 10 




10 


3 40 


9 


14 51 




15 


2 20 


14 


14 81 




20 


2 


19 


14 11 




25 


1 41 


24 


18 51 


Bi&n 


2 


1 21 
.... ^ ^- 


29 


13 88 


Mftrz 


7 


September 8 


18 12 




12 


42 


8 


12 58 




17 


23 


18 


12 38 




22 


2 


18 


12 13 




27 


28 43 


28 


11 53 


April 


1 


28 28 
28 3 


28 


11 34 
11 16 * 


April 


6 


October 8 




11 


22 44 


8 


10 54 




16 


22 24 


18 


10 84 




21 


22 4 


18 


10 15 




28 


21 45 


28 


9 55 


Mai 


1 


21 25 


28 


9 85 


Mai 


6 


21 5 


November 2 


9 16 




11 


20 46 


7 


8 57 




16 


20 26 


12 


8 37 




21 


20 6 


17 


8 17 




26 


19 46 


22 


7 57 




SI 


19 27 

19 7 


27 


7 87 


Juni 


5 


December 2 


7 17 




10 


18 47 


7 


6 58 




15 


18 27 


12 


6 88 




20 


18 7 


17 


6 18 




25 


17 47 


22 


5 58 




80 


17 28 


27 
82 


5 37 
5 17 



§. 4. (Bofon and zait.) Noch bedurfoii wir einer kleinen Yorbereitung, 
beyor wir an die eigentliche Losang der hier vorliegenden Anfgaben 
gehen konnen. Wir werden namlich im Folgenden hlufig nothwendig 
Eaben, eine gewisse Anzab] Grade (®) und sogenannte Bogen-Minuten 
(') in Stunden Q) und sogenannte Zeit-Minaten (*") bo wie umgdcehrt 
£U verwandeln. Das Mittel zu dieser Yerwandlung besteht ^ den 
«rsten Fall in der Diyision, fiir den zweiten in der Multiplikation der 
gegebenen Zahlen dnrch 15, wird aber in noch grosserer Bequemlicbkeit 
durch folgende Tafelchen geboten, deren Gebrauch wir mit einem Bei- 
spiele eriautem wollen. 

Es sei die Zeit 5* 6*" in Bogen zu verwandeln. 
Tafel I gibt: 5» . . . . 75« 

6">. . . . 10 30' 
somit 8ind 5* 6** gleich 76 » 30' 



$.5. 

Ware 
Tafel H: 



XteMtof. 7 

der Bogen 76* SO* in Zeit zu Tenraiiddii, so gibt 



70» . . . 


. 4» 40~ 


6 . . . 


. 


24 


30 . . . 


. 


2 



Oder 76* 30* gleich 5* 6" wie oben. 
Tafel L Tafel H. 





Yerwandlimg der Zeit 


in Bogen. 


YerwancQung des fiogens in Zeitl 


Kelt 


Bogvn. 


Zeit. 


Bogen. 


Zeit. 


Bogen. 


Bogen. 


Zeit. 


Bogen. 


Selt. 


h 





m 


' 


m 








h m 


4 


m 


1 


15 


1 


15 


81 


7 45 


1 


4 


15 


1 


2 


30 


2 


30 


32 


8 


2 


8 


30 


2 


3 


45 


3 


45 


33 


8 15 


3 


12 


45 


3 


4 


60 


4 


1 


34 


8 30 


4 


16 


60 


4 


5 


75 


5 


1 15 


35 


8 45 


5 


20 






6 


90 


6 


1 30 


36 


9 


6 


24 




7 


105 


7 


1 46 


37 


9 15 


7 


28 




8 


120 


8 


2 


38 


9 30 


8 


32 




9 


135 


9 


2 15 


39 


9 45 


9 


86 




10 


150 


10 


2 30 


40 


10 


10 


40 




11 


165 


11 


2 45 


41 


10 15 


20 


1 20 


12 


180 


12 


3 


42 


10 30 


30 


2 




13 


195 


13 


3 15 


43 


10 45 


40 


2 40 




14 


210 


14 


3 30 


44 


11 


50 


3 20 




15 


225 


15 


3 45 


45 


11 15 


60 


4 




16 


240 


16 


4 


46 


11 30 


70 


4 40 


17 


255 


17 


4 15 


47 


11 45 


80 


5 20 




18 


270 


18 


4 30 


48 


12 


90 


6 




19 


2a'> 


19 


4 45 


49 


12 15 


100 


6 40 




20 


300 


20 


5 


50 


12 30 


200 


13 20 




21 


316 


21 


5 15 


51 


12 45 


300 


20 


22 


330 


22 


5 30 


52 


13 








23 


345 


23 


5 45 


53 


13 15 








24 


360 


24 
25 


6 
6 16 


54 
55 


13 30 
13 45 












26 


6 30 


56 


14 










27 


6 45 


57 


14 15 












28 


7 


58 


14 30 












29 


7 15 


59 


14 45 












30 


7 30 


60 


16 









§. 5. (Auftachung eines Geetirnee dareh BectMcension und Peklinntion.) Die ReCt&B* 

cension eines Gestimes, in Zeit ausgedriickt , ist die Stemzeit seiner 
Culmination d. h. die Sternzeit, zu welcher das Gestim im Mendiane 
steht. Eennen wir also nach Obigem aus der Earte die Rectascension 
eines Stemes, so finden wir nach §. 4 die Stemzeit und somit auch 
nach §. 3 die mitUere Zeit seiner Culmination, daher auch fiir irgend 
eine andere Zeit mit Hiilfe jeder gewohnlichen Uhr den Stundenwinkel 



'8 fiatottius. §. «. 

dee Sterns, d. h deiyenigen Theil semes l&gUohfin scheiiibareQ Umlaufes 
um una, den er vom Meridiane aus znriickgelegt hat. 

Die aus der Karte ebenfaUs bekannte Deklination aber mit der 
geographischen Breite des Beobachtungsortes verglichen gibt die Hohe, 
in welcher das Gestirn kulminirt, denn die Deklination ist der Abstand 
des Gestimes vom Aequator, und die geographische Breite die Hohe 
des Poles iiber dem Horizonte, also auch der Unterschied dieser Breite 
von 90^^ die Hohe, bis zu welcher sich der Aequator iiber den Horizont 
erbebt. Ein Beispiel wird hinreichen, um hiervon die gehorige Anwen- 
dung zu zeigen. So findet man aus Blatt 3 fur Wega die Gerade Auf- 
steigung 277® 30', oder 18* 30* , d. h. um 18* 30~ Stemzeit kulminirt 
Wega t&glich. Dieser Stemzeit entspricht z. B. am 20. Juli 1866 die 
mitUere Zeit 10* 40*" ; es kulminirt also Wega an diesem Tage um 
10* 40** Abends , und hat demnach um 9* 40*» , 8* 40** u. s. w. einen 
ostlichen Stundenwinkel von 1* oder IS^', 2* oder 30® u. s. w. Aus 
derselben Karte ersieht man, dass Wega etwa 38^ nordL Deklination 
hat; daraus folgt, dass dieser Stem in Wien, dessen Aequatorhohe gegen 
42® betragt, in einer Hohe yon 80® oder nur 10® unter dem Zenithe 
durch den Meridian geht. 

Wiinscht man umgekehrt zu sehen, welche Gestime zu einer ge- 
gebenen mittleren Zeit kulminiren, so hat man diese Zeit nach §. 3 in 
Stemzeit zu yerwandeln, diese Stemzeit nach §. 4 in Bogen auszu- 
driicken, und nun jene Karten aufzusuchen, auf welchen die diesem 
Bogen gleiche oder fur Eulminationen unter dem Pole die um 180" 
davon verschiedene Gerade Aufsteigung vorkommt. So findet man z. B., 
dass es am 24. August 1866 um 7* 51~ mittl. Zeit Abends 18* 0*» 
Stemzeit ist, d. h. dass an dem besagten Tage zur genannten Stunde 
alle Gestime im Meridiane stehen, deren Rectoscension 270® oder 90® 
betragt. Fiir Wien, das 48® Polbohe hat, und wo daher nur diejenigen 
Gestime sichtbar sind, welche von 42® siidlicher Abweichung iiber den 
Aequator und Nordpol hinaus bis 42® nordlicher Deklination stehen, 
werden hier nur die Blatter, 3, 9, 10 fiir obere, und Blatt 4 unsercs 
Atlas fiir untere Gulminationen in Betracht kommen, und man wird aus 
diesen Karten ersehen, dass um jene Zeit der Kopf des Drachen nahe 
im Zenithe, der Schiitze tief gegen den siidlichen, der Fuhrmann ebenso 
gegen den nordlichen Horizont steht u. s. w. 

Zur Erleichterung solchen und ahnlichen Gebrauches des Atlas 
sind auf den beiden Planigloben (Blatt 1 und 2) durch romische Zahlen 
die Gegenden angegeben, auf welche die Mittelpunkte der betreffenden, 
die gleiche Nummer tragenden Specialkarten fallen. Uebrigens gelten 
alle Positionen Ton Stemen, auch wenn das Gestim an sich unbeweglich 
ist, hauptsacUich wegen der sogenannten Pracession der Nachtgleichen, 
etreng genommen nur fur eine gewisse Epoche, so z. B. unsere Stern- 
karten ^r 1850. DasNahere hieriiber sowohl als iiber alles Obige, das 
hier nur fur den Gebrauch der Karten in Kiirze zusammengestellt wurde, 
findet man in J. J. v. Littrow's Werke: Die Wunder des Himmels, 
5te Auflage. 

§. 6. (Namen •iaBainer stenM.) Hicr folgt uoch oiu alphabetischcs Ver- 
zeichxuss derjenigen Namen einzelner Sterne und Stemgmppen, die, wenn 
tie gleich grosstentheils immer mehr aus dem Gebrauche sich verlieren. 



8.6. 

doch hier und da iiocb roricoiABieii, und wenigstens hidtoxisch iii<^t ganz 
uninteressant sind. 



Achernar, a Eridanus. 
Aehre, siehe Komabre. 
Alamak, y Andromeda. 
Albireo, fi Schwan. 
Alcor, g grosser Bar. 
Alcyone, 37 Plejaden. 
Aldebaxan, a Stier. 
Alderamin, a Cepheus. 
Algenib, y Perseus. 
Algenib, y Pegasus. 
Algol, B Perseus. 
Algorab, d Babe. 
Alhajoth, a Fuhrmann. 
Alioth, € gr. Bar. 
Alkalurops, fi Bootes. 
Alphard, a Hyder. ^ 

Akucaba, a kl. Bar. 
Antares, a Skorpion. 
Arcturus, a Bootes. 
Asellus austr., d Krebs. 
Asellus bor., y Krebs. 
Aspidiske, J Argo. 
Asterion, nordl. Jagdhund. 
Asterope /, k Plejaden. 
Asterope //, I Plejaden. 
Atair, a Adler. 
Atik,. Perseus. 
Atlas, / Plejaden. 
Azelfafage, jt' Schwan. 
Azimech, a Jungfrau. 

Baten Kaitos, ^ Walfisch. 
Bellatrix, y Orion. 
Benetnascb, 7 gr. Bar. 
Beteigeuze, a Orion. 
Bockchen, siehe Hadus. 

Cajam, (o Herkules. 

Canicula, a gr. Hund. 

Ganopus, a Argo. 

GapeUa, a Fuhrmann. 

Castor, a Zwillinge. 

Celano, g Plejaden. 

Chara, siidl. Jagdhund. 

CorCaroli, am Halsbandder Chara. 

Coxa, Lowe. 

Gynosura, U. Bar. 



Deneb, a Schwan. 
Deneb Kaitos, ^ Walfisch. 
Denebola, fi Lowe. 
Dubhe, a gr. Bar. 

Elakrab, /? Scorpion. 
Elarneb, a Hase. 
Electra, b Plejaden. 
Elgomaisa, a kl. Hund. 
Elkhiffa austr., a Wage. 
ElkhifFa bor., ^ Wage. 
Elmuthalleth, a Dreieck. 
Elnath, a Widder. 

Elscheratain, \'\l Widder. 

Enif, i Pegasus. 
Esel, siehe. Asellus. 
Ettanin, y Drache. 

Fomalhaut, a sudl. Fisch. 

Gluckhenne, Plejaden. 
Gemma, a nordl. Krone. 
Gorgonenhaupt, fi Perseus. 
Grumium, J Drache. 

Hadus /, C Fuhrmann. 
Hadus //, 17 Fuhrmann. 
Hyaden, a, ©, y, rf, i Stier. 

Jakobstab, <J, «, f Orion. 
Jed i, d Ophiuchus. 
Jed //, i Ophiuchus. 

Kochab, ^ kl. Bar. 
Kornahre, a Jungfrau. 
Korynephoros , /? Herkules. 
Krippe, i Krebs. 

Lesath, v Skorpion. 
Lucida Anseris, a Fuchs. 

Maasym, Herkules. 
Maja, c Plejaden. 
Marfik, a Perseus. 
Markab, a Pegasus. 
Marsik, x Herkules. 
Medusenhaupt, p Perseus. 
Megrez, d gr. Bar. 



10 

Menkar, a Walfisch. 
Menkhib, $ PerseuB. 
Merope, d Plejaden. 
Mesarthim, y Widder. 
Minchir, a Hyder. 
Mira Ceti, o Walfisch. 
Mirach, ^ Andromeda. 
Mirzam, y Orion. 
Miriam, ^ gr. Himd. 
Mirzam, /! Id. Hand. 

Mi'sam, iti Perseus. 

Mizar, C gr. BKr. 
Mofrid, 7 Bootes. 
Masddia, n gr. Bar. 

Nodus /, C Drache. 
Nodns i/, 3 Drache. 

Paliliciom, a Stier. 
Plejaden, ^^ q dt Stier. 
Plejone, h Plejaden. 
Polarstem, a U. Bar. 
Pollux, p Zwillinge. 
Pr&sepe, c Sj'ebs. 
Procyon, a kl. Hund. 
Propus, westlichster Stem der Zwil- 
Imge. 

a Herkales. 
m Ophittdias. 



Ras Elased, anstr. t Lowe, 
ftas Elased, bor. ft, Lowe. 
Begengestirn, Hyaden. 
Regains, a Lowe. 
Rigel, p Orion. 
Butilicas, fi Herkales. 

Sa'd Elmelikh, H Wassermann. 

Sa'd Elsn'ud, |3 Wassermann. 

Scheat, /} Pegasus. 
Scheat, i Wassermann. 
Schedir, a Cassiopeia. 
Siebengestim, Plejaden. 
Sirins, a gr. Hand. 
Sirrah, a Andromeda. 
Situla, M Wassermann. 
Spica, a Jungfrau. 

Taygeta, q Plejaden. 
Toliman, a Centaur. 

Unk Elha^a, a Schlange. 

Vindemiatriz, t Jungfrau. 

Wega, a Leier. 

Zuben Elakrab, y Skorpion. 
Zuben Eldschenubi, a Wage. 
Zuben Elschemali, /} Wage. 



Auszug der 11. Abtheilung fOnfter Auflage 

des 

Littrow'solien Werkas: 

Die Wunder des Himmels, 

fiir die Citationen im Atlas: 



§. 183. (Besehreibung der Milehstrasie nach J. Hersehel.) J. Herschel hat 

zuerst dne genaue Beschreibung des ganzen Yerlaufs der Milchstrasse 
gegeben. Nach ihm geht sie, wenn wir im Sternbilde der Gassiopeja 
beginnen, zwischen ^ und € Gassiopeja diirch, wo sich ein Nebenzweig 
Yon ihr trennt, der eine siidlichere Richtimg fiber € Perseus nimmt, und 
sich in der Nahe der Plejaden und Hyaden^ yerliert. Der Hauptstrom 
geht mit sehr geringer Helligkeit iiber die Ziege im Fuhrmanne, die 
Fiisse der Zwillinge, die Horner des Stieres, das Sommersolstitium der 
Ekliptik und die Keule des Orion nach dem Aequator, den er am Halse 
des Einhorns schneidet. Von bier an nimmt die Helligkeit betrachtlich 
zu. Am Hintertheile des Schiffes geht ein Zweig siidlich ab bis y Argo, 
wo er plotzlich abbricht. Der Hauptstrom geht fort bis 33^ siidlicher 
Deklination, wo er facherfbrmig getheilt und bei 20® breit ebenfails 
abbricht, was von f bis "k Argo eine Liicke in der Milchstrasse bildet. 
Mit derselben Breite beginnt sie dann wieder, wird aber an den Fiissen 
des Gentaurus und gegen das siidliche Ereuz immer enger, bis sie end- 
lich in einen Streifen von nur 3 bis 4 Graden auslauft. Bald darauf 
dehnt sie sich aber wieder zu einer hellen und breiten Masse aus, 
welche die Sterne ^ Gentaur, a und ^ Kreuz einschliesst, und in deren 
Mitte der schwarze, bimformige Kohlensack liegt, eine sehr merk- 
wiirdige Gegend des siidlichen Himmels, die ihre ai^allende Dunkelheit 
nicht etwa einer besonderen Armuth an Sternen — im Femrohre ent- 
deckt man deren sehr yiele, ja sogar Stemhaufen an dieser Stelle — 
sondem dem Gontraste mit einer der hellsten Gegenden der Milch- 
strasse verdankt, die unmittelbar und beinahe ohne alien Uebergang 
den Kohlensack rings umschliesst. (Siehe Atlas des gestirnten Himmels 
Fig. 51.) 

In dieser Begion, etwas unterhalb des Kohlecsackes, ist die Milch- 
strasse dem Slidpole am nachsten. Bei a Gentaur tritt die Hauptthei- 



12 Ant „WaDd«r des Htmmela" 5. Avfl. U. Abtb. g. 183, 189. 

lung derselben ein. Zuerst you a Centaur aus gerechnet, geht ein 
schmaler Zug nordlicb nach dem Sternbilde des Wolfes, wo er sich 
▼erliert. Dann zeigt sich eine Theilung beixn WinkelmaBS in der Nahe 
Ton Y des Lineals. Der nordlichere Zweig bildet unregelmassige For- 
men bis gegen den Fuss des Sdblangentragers , wo er ganz verscbwin- 
det; der siidlichste Zweig wird jetzt der Hauptstrom, und geht durch 
den Altar und den Schwanz des Scorpions nach dem Bogen des Schiitzen, 
wo er ganz nahe im Wintersolstitialpunkte die Ekliptik durchschneidet. 
Weiterhin erkennt man ihn aber in ununterbrochener fleckiger Gestalt, 
fortlaufend durch den Adler, den Pfeil und den Fuchs bis zum Schwane. 
Hier beginnt eine sehr unregelmassige Oegend, wo zwischen f , a und y 
Schwan eine breite, dunkle Leere sich zeigt, die J. Herschel mit dem 
Kohlensacke im siidlichen Ereuze vergleicht, und die gleichsam einen 
Mittelpunkt bildet, yon dem drei Strome auslaufen. Einer derselb<n 
von grosserer lichtstarke, kann gleichsam rtiekwarts uber /? Schwan 
und s Adler verfolgt werden, jedoch ohne sich mit dem bereits oben 
erwahnten, bis zum Fusse des Ophiuchus gdienden Zweige zu vereini- 
gen. Ein bedeutender Seitenarm der Milchstrasse dehnt sich ausserdem 
noch am Kopfe des Cepheus, also in der Nahe der Gassiopeja, von 
welcher Constellation an wir die Beschreibung der Milchstrasse begou- 
nen haben, nach dem kleinen Baren und dem Nordpole bin aus. 

§. 189. (8teriir*lcli« Oet«ndeii des HImmela.) SchOU dem bloSSCU AugO be- 

gegnen mehrere Stellen des Himmels, die viel dichter mit Stemen be- 
saet Bind, als anderp. So zeigt sich der sudliche Theil des schonen 
Stembildes Orion, die Leier, die Gegend § und ^ im Stier u. f. sehr 
stemreich: wahrend wieder andere, wie das Stembild des Luchses, des 
Camelopards u. s. w. nur sehr wenige und kleine Sterne enthalten. Zu 
den letzten gehoren auch die ganz dunklen Stellen des Himmels nahe 
am Scorpion, am Fuchse, mitten in dem grossen Lichtnebel Orions, und 
endlich der sogenannte Kohlensack beim siidlichen Kreuze in der siid- 
lichen Hemisphare. 

Auch sieht man haufig einzelne Sterngruppen oder Stellen, wo 
mehrere grossere Sterne in einem kleinen Raume zusammengedrangt 
erscheinen. Die PI ej ad en am Halse des Stiers, die auch unter dem 
Namen der Gluckhenne bekannt sind, enthalten auf einem Raume von 
kaum einem Quadratgrad einen Stern dritter Grosse, Alcyone; zwei 
vierter, Electra und Atlas; drei fiinfter, Merope, Maja, Taygeta; zwei 
sechster bis siebenter, Plejone und Celaeno; einen siebenter bis achter, 
Asterope; und sehr viele kleinere Sterne. (Siehe Atlas des gest. Him- 
mels Fig. 4.) Ein gutes Auge erkennt die ersten sechs Sterne mit Leich- 
tigkeit; ein scharfes sieht noch Celaeno, und ein vorziiglich scharfes 
selbst noch mehrere der kleineren. Der Herausgeber kennt junge Leute, 
die ihrer 11 unterscheiden. Den Plejaden nahe stehen die Hyaden 
(Atl. d. g. H. Fig. 5) eine ebenfalls stemreiche Constellation. Die be- 
kannte Krippe im Sternbilde des Krebses {AR == 127o 15', Decl. + 20030' 
enthalt auf der Flache eines halben Quadratgrades tiber 40 schon mit 
massigen Femrohren deutlich erkennbare Sterne, vieler anderer kleinerer 
nicht zu erwahnen. (Atlas d. gest. H. Fig. 6.) 

Es ist nicht wahrscheinlich , dass dieses Zusammendrangen der 
Sterne an besonderen Stellen des Himmels bloss scheinbar sei, also nur 
Ton der Stellung unseres Atiges kommen sollte. Wcnn man die aus don 



§. 190, 193, 195. aqb „yrwi0t det HimoMis*' 5. auA. u. Abth. ],3 

Beobachtong^i bdcaimte Anzahl der Sterne bis zor zehnten Grosee mit' 
deo etwa 100 Sternen der Plejaden vergleicht, so zeigt die Wahrschein- 
lichkeitsrechnuBg, dass man Millionen gegen Eins wetten kann, dass die 
enge Nachbarschaft der letzteren nicM zufallig sei. 

§. 190. (Doppeiitarne.) Di^sselbe gilt aber &\XQh von denjenigen Ster- 
nen, die man so haufig am Himmel paarweise und in sehr geringen 
Entfemungen yon einander stehen sieht. Sines der auffallendsten Bei- 
spiele bietet der mittlere Stem zweiter Grosse im Schweife des grossen 
Baren, £ grosser Bar <jder Mizar. (Siehe Atlas Fig. 1.) Ein scbarfes 
Auge sieht unbewaffnet einen Stem fiinfter Grosse, g grosser Bar, Alcor 
Oder das Reiterlein genannt, ganz nahe an Mizar; die Distanz betragt 
beilanfig 11 Minuten. Schon mit einem mittelmassigen Fernrolire iinter- 
scheidet man, dass Mizar selbst doppelt ist, and aus zwei Stemen drit-. 
ter und fiinfter Grosse besteht, deren gegenseitige Distanz nahe 14'' 
betragt; zugleich bemerkt man sudlich yon der YerbindungsUnie der 
Sterne Mizar und Alcor einen Stern achter Grosse, und mit starkeren 
Femrohren noch mehrere kleinere Sterne. Alcor war yon jeher be- 
kannt; den Stern achter Grosse sah zuerst der Niimberger Astronom 
Einmart im J. 1691, dass Mizar doppelt, entdeckte Flaugergues im 
J. 1787; ein merkwiirdiges Beispiel, dass die Schwierigkeit, einen Stem 
auszunehmen, keineswegs bloss yon seiner Grosse abh&ngt. 

Oft aber sind die Gomponenten eines Doppelsterns nur wenige 
Sekunden, ja Theile yon Sekunden yon einander getrennt. Ueberhaupt 
kommen yielfache Sterne so haufig yor, dass wir ihrer schon mehr sds 
6000 beobachtet haben. Diese gegenseitige Nahe, und noch mehr, diese 
grosse Anzahl der Doppelsterne macht es wieder ansserst unwahr- 
scheinlich, dass sie alle diese Duplicitat nur ihrer Stellung gegen unser 
Auge yerdanken, dass sie nur optisch doppelt sein, oder dass sie fiir 
uns bloss auf derselben GesichtsUnie stehen und doch durch sehr grosse 
Distanzen yon einander getrennt sein sollten. Wir sind also yeranlasst, 
wenigstens die meisten dieser Sterne fur physisch doppelt anzunehmen, 
fiir Stemenpaare, die in der That nahe bei einander stehen und auch 
zusammengehoren. 

§. 193. (yenchiedanheit der Doppelsterne.) Gowohnlich ist dor Oiue dor bci- 

den Sterne yiel kleiner als der andere, wie z. B. bei dem Polarstern, 
wo der eine der zweiten und der andere der zehnten Grosse ist. Oft 
sind aber auch beide Sterne an Grosse einander selir nahe gieich. Da- 
hin gehoren y Widder, die beide der V. Grosse sind; Castor der IIL 
und IV.; y Lowe der 11. und IV.; y Jungfrau der III. und IIL; 
? grosser Bar der IV. und V. Grosse u. s. f. Wenn yon Stemen, 
wie die erwahnten, beide schon zu den grosseren gehoren und iiberdiess 
einander sehr nahe stehen, so ist es offenbar noch yiel wahrscheinlicher, 
dass sie physisch doppelt sind und in der That zu einander, oder zu 
einem gemeinschaftlichen Ganzen gehoren. Diess ist der Fall bei Ca- 
stor, wo die Distanz 5 Sekunden, bei y Lowe, wo sie kaum 3 Sekunden 
betragt, u. s. f. 

§. 195. (yertbeilang der Doppelsterne am UlmmeL) Die Doppclsteme siud uicht 

in alien Gegenden des Himmels gieich zahlreich. Gewohnlich sind die- 
jenigen Gegenden, die uberhaupt nur wenig einfache Sterne enthalten, 
auch an Doppelstemen arm, z. B. die der Jagdhunde, des Drachen, der 
Bildhauerwerkstatte, also uberhaupt in der Nahe der beiden Pole der 



14 Au HW«B4«r i«» HteMcto** 3. Aai. H. AMR g. 196_197. 

MilchstrasBe. Wie man sicb aber dieser Milchetrasse nahert, nimmt die 
Zahl der einfachen sowohl, als auch der doppelten Sterne schnell zu. 
Aber auch ansser der MilchBtrasse gibt es einzelne Gegenden, die an 
Doppelstemen sehr reich sind, wie die Stembilder dee Widders, der 
Fliege, der ZwiUinge und besonders das des Orion. 

Nicht selten sieht man zwei solche Doppelsteme, also vier Sterne, 
deren je zwei einander sehr nabe stehen, auf einmal in dem Felde des 
Femrohrs. Diess ist z. B. der Fall bei « Leier; im Stembilde des 
Schwans bei AR = 300» 7', D = + 35« 19'; im Herkules bei AR = 
246» 18' n « 19« 36', u. a. 

Auch kommt es, wiewohl selten, Tor, dass sogar drei Doppelsteme 
auf einmal im Gesichtsfelde des Fenirohrs sich befinden, wie bei 7 Leier 
und im Wassermann bei AR = 324« 15', D = — 0® 27'. 

§. 196« (Drei. niid m«iiriiMh« surne.) Zuweileu bemerkt man auch drei 
Sterne in auffallender Nahe bei einander. Solche sieht man im Luchse, 
(AR = 980 14', /> = 4. 590 36'), bei C Krebs, J Scorpion, 7 Stier 
{AR = 610 80', /> = + 23« 67') u. f. Bei i Bootes ist der Haupt- 
stem, bei ^ Gassiopeja und > Scorpion der kleinere Stem wieder ein 
sehr enger Doppelstern. In obigen Tripelstemen: 12 Luchs, {; Krebs, 
$ Scorpion gehoren alle drei Sterne zu den grosseren. 

Auch yier* und mehrfache Steme sind nicht selten am Himmel zu 
finden. Ein solcher ist & im Orion. £r steht nahe in dem dunkelsten 
Theile des merkwiirdigen Nebels im Orion, und wurde lange Zeit bin- 
dnrch als vierfacher Stem beobachtet und zu Folge der besonderen re- 
lativen Stellung der Tier Steme das Trapez im Orion genannt. Im 
J. 1825 entdeckte aber W. Struve in diesem Trapez noch einen ftinf- 
ten, und spater Herschel d. j. einen sechsten Stem, die jedoch beide 
sehr schwer zu sehen sind. Es scheint, dass diese Steme erst in den 
letzten Zeiten entstanden und jetzt im Wachs'en begriffen sind. (Siehe 
Atlas d.'g. H. Fig. 3.) 

Ohne die ubrigen vielfachen Steme hier noch weiter zu verfolgen, 
bemerken wir nur, dass W. Struve den Stem <r im Orion, unmittelbar 
unter dem siidlichsten der drei Steme, die unter dem Namen des Ja- 
kobstabes bekannt sind, sogar als einen sechszehnfachen Stem er- 
kannt hat. 

§. 197. (B*w«gtiBg d*r Dopp«lBt«rn« am eiiuuider.) Man hat gcfuudeU, daSB 

die Doppelsteme, so wie Uberhaupt alle Steme des Himmels, eine eigene 
fortschreitende Bewegung haben, und dass sie, dieser Bewegung 
ungeachtet, nicht auihoren, doppelt zu bleiben, dass also diese Stem- 
paare ihren grossen Weg im Weltraume wie zwei eng verbundene Wan- 
derer gemeinschaftlich zuriicklegen. Einer der merkwiirdigsten unter 
diesen Zwillingsstemen ist 61 im Schwan. Man findet ihn am Himmel 
Ewischen den beiden grosseren, aber einfachen Sternen v und r dieses 
Stembildes beinahe in der Mitte derselben oder in Rectascension 
3160 2' und Declination + 380 0'. Dieser Stem hat eine sehr grosse 
Eigenbewegung, welche wahrend eines Jahrhunderts , in der Richtung 
seiner Bahn 522 Sekunden betr> er hat also seit Christi Geburt 
nahezu drei (}rade, d. h. sechs Monddurchmesser am Himmel zuriick- 
gelegt. 

Wenn aber eine so grosse, gemeinschaftliche Bewegung der beiden 
Componenten eines Doppdstems schon so deutlich fiir ihr Zusammen- 



§, 198, A«f MW«B4ir 4m BimmtlU" ft. Anl. n. AMb. IS 

gehoren spridit, so wird dnrch eine andere Bewegnng, die man an^ 
ihnen bemerkt hat, diese Vermuthung zu einer nicht welter zn bezwei- 
fehiden Gewissheit erhoben: man bat schon bei selur vielen dieser Ster- 
nenpaare eine Bewegong des einen St ernes nm den anderen beob- 
acbtet. Der Begleiter beschrdbt nm seinen Centralstem, als urn einen | 

Mittelpnnkt, eine kreisformige oder elliptische Bahn, ganz eben so, vie 
die Planeten nm die Sonne, oder die Satelliten nm ihre Hanptplaneten , 

Bahnen beschreiben. 

Wenn man namlich bei diesen Doppelstemen die Distanz J der- 
selben, und den Positionswinkel J7 zu zwei oder mehreren verscliiedenen^ 
Zeiten beobachtet, so findet man, dass sich diese Grossen regelmassig 
andern , und dass der Winkel J7 insbesondere bei manchen schon in 
wenig Jahren betrachilich zu- oder abnimmt, woraus folgt, dass sich 
der eine dieser Sterne nm den andern bewegen muss. 

Was zuerst die Distanz J der beiden Sterne betrifft, so nimmt 
sie bei einigen Stemen regelmassig zu, wie z. B. bei i Bootes und 
Nro. 2708 des Struve'schen Katalogs {AH = 308« 15', 1> = + 38«70; 
bei andern im Gegentheile inrd sie immer kleiner wie bei if Cassiopeja, 
^ Krebs (der weitere Stem). Bei einigen endlich, wie bei Schlange, 
I Orion u. a. scheint diese Distanz immer dieselbe zu bleiben. Bei 
diesen letzten ist daher yermuthlich die Bahn des Begleiters nahe kreis- 
formig und senkrecht auf unserer Gesichtslinie, daher wir gleichsam den- 
ganz geoffneten Ring dieser Bahn sehen, wahrend bei jenen ersten 
die Bahn sehr elliptisch ist und iiberdiess sehr schief gegen die Ge- 
sichtslinie liegt, so dass wir gleichsam nur die scharfe Eante derselben 
erblicken. 

Wichtiger aber, oder doch auffaUender sind die Veranderungen 
des Positionswinkels n der Distanz J mit dem Declinationskreise des- 
Centralstems. In dem Doppelstem £ Krebs anderte sich dieser Winkel 
in den letzten 30 Jahren um 140 Grade, in 7 Cassiopeja um 32, in^ 
Castor um 15 Grade, und zwar sehr regelmassig, wahrend wieder bei 
anderen, wie in y Jungfrau, die Yeranderung dieses Winkels bald lang- 
sam, bald wieder sehr schneU vor sich geht, woraus man mit Recht auf 
eine sehr excentrische Bahn des letzten Doppelstems schliessen kann. 
Es gibt sogar mehrere Doppelsteme, deren Positionswinkel sich, seit 
ier ersten Beobachtung desselben durch W. Herschel, schon um voile 
360 Grade verandert, bei welchen demnach der Begleiter schon einen 
ganzen Umlauf um seinen Centralkorper vollendet hat. Bei anderen 
endlich ist diese Yeranderung des Positionswinkels so gross und so 
Tegelmassig, dass man schon aus den Beobachtungen einiger Jahrzehnte* 
Biit Sicherheit auf die gauze Zeit der Revolution schliessen kann. 

So fand man for 



$ grosser B&r 


die Ui 


inlaufsz 


eit 60 Jahre. 


70 p Ophiuchus 


»» 


11 


93 „ 


Y Jungfrau 


>j 


i> 


169 „ u. s. f. 



1^ §. 198. (BMlaolraiit«B d«r Fixstorne vBter •fDMkdw.) Wir wisSOU , daSS dcr 

kond vor der Sonne oder vor Fixstemen voriibergeht und uns dadurch 
4en Anblick dieser Gestime auf einige Zeit raubt. Die Sonnenfinster- 
lifise und Sternbedeckungen (J. §. 173) beobachten die Astrono- 
lien mit besonderem Fleisse, weil sie ein gutes Mittel zur Bestimmung 



1$ Aot HWinutor det mauuk^ 5. Aiii. U. .Abtk. g. 901, > 

der geographischen Lange der Beobachtttngsorte auf der Oberflacbe der 
Erdd diu'bieteii. Auch sieht roan zuweilen diese Sterne dnrch die Pla- 
neten, oder selbst, obwohl selten genug, eioen Planeten dnrc^ den an- 
dern bedecken. Aber dass auch die Fizsteme aich unter einander be- 
decken sollten, diess wiirde man noch Tor wenig Jahren ftir unmoglich 
gehalten haben. 

Wenn die Ebene der Bahn dea Doppelstemes to schief g^^n un* 
sere Gesichtslinie liegt, dass nns dieselbe nahe wie eine gerade Lmie 
erscheint, und solcher Bahnen gibt es, wae wir oben gesehen haben, meh- 
rere, so wird der Begleiter um seinen Centraletem eine gerade, dnrch 
dieten Stem gehende Linie zu beechreiben scfaeinen, und wenn er dem* 
selben auf diesem Wege nahe genug kommt, so vird er ihn entweder 
bedecken oder von ihm bedeckt werden, je nachdem er, in Beziehung 
auf uns, Yor oder hinter seinem Gentralkorper Yoriibergeht. Diess ist 
z. B. der Fall mit dem Doppektern t im Scnlangentrager (AR =s 268^ 
44', D « — 8« 100. Der altere Herschel sah ihn iin Jahr 1781 
noch als einen, obschon bereite sehr engen Dc^pelstem. Sein Sohn und 
auch W. StruYe sahen ihn im Jahr 1828 nur mehr einfach, aber doch 
noch in eiaer langUchen Gestalt. In den folgenden Jahren erschiai er, 
selbst durch die besten Femriihre, als ein vollkommen einfacher runder 
Stem, wahrend er jetzt schon wieder seit langerer Zeit doppelt gesehen 
Avird* Ebenso war « Lowe noch im Anfange unseres Jahrhunderts kein 
sehr schwieriger Doppelstern, und jetzt gelingt die Trennung nur zeit- 
weiUg den starksten Fernrohren. 

Der Stem (; Orion im Gegentheile wurde von dem Slteren Her* 
schel Yor fiinfzig Jahren als ein bcstimmt doppelter Stem bemerkt, 
wahrend er jetzt zu den dreifachen gehort. Dasselbe ist der Fall mit 
2; Ilerkules, d Herkules und i Schwan, die friiher einfach waren und 
Jetzt doppelt gesehen werden. Bei C Orion, ( Herkules, S Schwan konnte 
diese Erscheinung auch durch Lichtwechsel der neuen Begleiter erUart 
(unten §. 212) werden. Hingegen liegt die Bahn von y Jungfrau ent* 
schieden sehr schief gegen uns, und die Disianz dieses Doppelstems 
wurde in den letzten Zeiten so klein (sie war im Jahr 1886 nur mehr 
0'^3), dass man schon einer Bedeckung desselben entgegensah, allein 
seitdem wachst diese Distanz wieder, und die Ebene der Bahn geht 
also nicht genau durch unsere Sonne, daher auch der Begleiter iiber 
dem Centralstem vorbeiging. 

§. 201. (Blemeote der TorsbgUchnteD Poppelitorne). Die folgCudc Tafel CUt* 

halt die Elemente derjenigen Doppelsterne, deren Bahnen uns bisher 
bekannt geworden sind. Die Folgezdt wird ohne Zweifel noch einige 
derselben wesentlich umgestalten, und uns nach und nach noch eine 
Beihe neaer kennen lehren. Indess konnen wir auch schon die Friichte 
der bisherigen Arbeiten der Astronomen als im hochsten Grade interes- 
sant ansehen, besonders wenn wir bedenken, dass sie diesem Gegenstande 
ill re Aufmerksamkeit erst seit 70, und ihren fortgesetzten Fleiss erst 
seit 40 Jahren zugewandt haben. 

Unter Neigung ist hier die Neigung der Ebene der Bahn des 
Nebenstemes gegen diejenige Ebene zu verstehen, welche an der Stelle, 
wo sich der Doppelstern vorfindet, die Himmelssphare tangirt. Knoten 
bezeichnet den Winkel zwischen dem Deklinationskreise des Hauptster- 
nes und dem Durchschnitte der Bahnebene mit jener tangirenden Ebene, 



§. 202. Am „Wnnder dM HimmeU" 5. AqIL II. AMb. j['Jf 

gezahlt ine die Pontionswinkei. Direkt heisst die Bewegong einei 
Doppelsternes, wona die Positionswinkel wachsen, retrograd, wenn sie 
abnehmen. — Nr. 11 nach der neuesten Rechnung verbessert. 



JSrro. 


Nam«L 


Bereehn«r, 




Bichtung der 
B«w«(uo(. 


1 


1 grosser Bar 


Madler 


60.18 Jahre 


Retr. 


2 


Castor 


Tiele 


996.85 


Retr. 


3 


a Krone 


^ Jakob 


196.12 


Dir. 


4 


fl Krone 


Villarcea\i 


67.31 


Dir. 


5 


C Krebs 


Winnecke 


58 94 


Retr. 


6 


1 Skorpion 


Madler 


105.52 


Dir, 


7 


A Ophiuchus 


Madler 


89.01 


Dir. 


8 


^ Hercules 


Fletcher 


37.21 


Retr. 


9 


jf Ophiaclitts 


Jakob 


93.10 


Retr. 


10 


y Jongfrau 


Madler 


169.44 


Retr. 


11 


<f Schwan 


Behrmann 


415.11 


Retr. 


12 


a Centaur 


Hind 


80-94 


Dir. 



Nro. 


Aafet«ig«nder 
Knoton. 


»«igiin«. 


Diatens des 

Perih«to rom 

KnoUn. 


Szcentrici- 
tat. 


Zelt d«s 
PwJhclB. 


Hftlb« 

froase Aehfe 

in 8«k«B- 

dca. 


1 


970 43< 


500 


65' 


1340 40* 


0.4037 


1817.97 


2.''295 


2 


31 58 


42 


5 


294 1 


0.3438 


1750.33 


7.538 


3 


1 57 


46 


47 


101 57 


0.3088 


1831.17 


2.717 


4 


9 52 


59 


19 


184 59 


0.4043 


1846.65 


1.202 


6 


18 23 


48 


36 


141 54 


0.2560 


1815.53 


1.030 


6 


34 45 


70 


13 


•...•a ■•*. 


.......... 


1832.61 


1.289 


7 


32 42 


49 


25 


126 4 


0.4530 


1790.31 


0.842 


8 


37 14 


39 


21 


266 53 


0.4381 


1830.66 


1.2.... 


9 


124 32 


55 


16 


339 32 


0.4894 


1808.12 


4.8.... 


10 


62 9 


25 


25 


79 4 


0.8806 


1836.28 


3.863 


11 


91 8 


37 


46 


208 2 


0.2858 


1904.10 


2.810 


12 


16 42 


62 


53 


26 2 


0.7752 


1859.42 


13.57.. 



§. 202. (Bemerkongen fiber einzolne Doppelaterne dieaer Tafel a. ft.) Die in dieser 

Tabelle zusammengestellten Doppelsterne sind diejenigen, die wir unter 
den 6000 bisher beobachteten am besten kennen. Es wird daher nicht 
nnangemessen sein, noch einige Bemerkungen beizufiigen. 

Der Doppelstern $ im grossen Baren ist einer der schonsten am 
ganzen Himmel und durch die kurze Umlaufszeit des Begleiters urn den 
helleren Stem merkwiirdig. Letzterer ist 4.6 Grosse, der Begleiter 5ter 
Grosse. Beide sind veiss mit einer kaum merkliehen AnnSlierung an 
gelb. Der Positionswinkel andert sidi sehr rasch, und seit 1780 hat 
der Begleiter schon mehr als einen ganzen Umlauf g^nacht Da sick 
die sehr zahlreichen. Messnngen desselben iiber alle Theile seiner Bahn 
eratrecken, so dtirften die oben angefiihrten Elemente desselben bei 
weitem genauor sein, ak diess fiir. irgend einen andem Doppelstern der 
Fall ist. t grosser Baa: iab zngieich insofeme inter easimt, als er der 
erste Doppelstem war, der dem alteren Herschel die yoUe Ueberzeu- 

LUtrow, Atlas d. g. H. S. Aufl. 2 



][g Aoi ..Wnnder dM BImmelf" S. Anfl. It Abth. §. 202. 

gung Tenchaffte, dass das Oesetz der allgemeinen Schwere auch in jenen 
ungemessenen Fernen gilt, imd dast die Eepler'schen Gesetze, so wie in 
unserem Sonnensysteme , anch anf jene Systeme von urn einander krei- 
senden Fixstemen imyerandert ihre Anwendung finden. 

Castor Oder a der Zwillinge, der westlichere der beiden schonsten 
Sterne dieser Constellation, ist ein Doppelstern, dessen Distanz jetzt 
etwa fiinf Sekunden betr&gt. Die ersten Beobachtongen wurden von 
Bradley nnd Pound am Anfange des achtzehntcn Jahrhunderts ge- 
macht. Am 30. Marz 1719 war namlich nach Bradley die Richtung 
der Yerbindungslinie der beiden Sterne Ton Castor sehr nahe parallel 
der Linie Ton x nach ir der Zwillinge. Zwei andere Beobachtungen ans 
derselben Zeit sind von Pound am 25. Marz 1718 und 1. October 1722 
angestellt. Am ersteren Tage war nach diesem Beobachter die Rich* 
tung der Yerbindungslinie yon Castor parallel zu einer Linie Ton Pollux 
gegen die Mitte von g und I der ZwiUinge, am zweiten Tage parallel 
geranden zu einer Linie durch fi und m Zwillinge. Diese alten Beob- 
achtungen hat Herschel d. j. genau untersucht, und bei dieser Ge- 
legenheit gezeigt, dass Positionswinkel , die nach dieser Methode ge- 
schktzt warden, eine Eorrection von 2^^ 34' erfordem. Mit Biick- 
sicht auf diese Eorrection findet man aus Bradley's und Pound's 
Beobachtungen den Positionswinkel fur 1720 sehr nahe 356^ Die 
Distanz war nicht gemessen worden. Spatere Beobachtungen von Brad- 
ley geben fur 1760 den Positionswinkel gleich 326 V2 Grad. Hierauf 
folgen die Beobachtungen yon Herschel d. a. yon 1779 bis 1803, die 
aber nicht mehr blosse Schatzungen sind, sondem durch direkte Mes- 
sungen des Positionrwinkels, theils auch der Distanz erhalten wurden; 
femer yon W. Struye im J. 1814 und Ton J. Herschel im J. 1816, 
wo der Positionswinkel genau gleich 270^^ gefunden wurde. In den 
letzten dreissig Jahren endlich haben yerschiedene Astronomen diesen 
Doppelstern sehr fleissig gemessen, so dass wir yon diesem hochst merk- 
wiirdigen Objekte eine schone, beinahe anderthalb Jahrhunderte umfas- 
sende Reihe yon Beobachtungen besitzen. Trotzdem sind wir fiber die 
Bahn desselben noch sehr im Ungewissen, wie der Umstand zeigt, dass 
die Bahnberechnung yon Madler eine Umlaufszeit yon 519, die yon 
Hind eine yon 632, und die hier gegebene yon Tiele sogar eine yon 
fast 1000 Jahren ergibt. Ueber die Dauer der Umlaufszeit werden 
iibrigens schon die nachsten zwei Jahrzehnte entscheiden, allein eine 
genaue Bahn sich wohl kaum yor dem Anfange des zwanzigsten Jahr- 
hundertes bestimmen lassen. 

Der Doppelstern <r der nordlichen Erone wurde yon Herschel 
d. a. zuerst im Jahre 1780 beobachtet. Der Hauptstem ist 6. Grosse 
und gelblich, der Begleiter 7.8. Grosse und blaulich. Herschel schon 
erkannte die Bewegung bei Gelegenheit seiner zweiten Reyision der 
Doppelsteme im Jahr 1802, bis wobin sich der Positionswinkel um 24® 
gemindert hatte. Yon 1780 bis jetzt betragt die Zunahme dieses Win- 
kels schon 180®. Dennoch sind die Bahnelemente noch inuner sehr 
unsicher, da wegen der kleinen Distanz die Messungen sehr schwierig 
waren. Die Umlaufszeit betragt namlich nach Jakob 195, nach Po- 
well 240, nach Elinkerfues 420, nach Madler 608 und nach 
Hind sogar 737 Jahre. Eine neue Bahnberechnung in den nachsten 
Jahren konnte die Zweifel heben, da die Distanz bereits jetzt 3 Sekun- 



§. 203. ^« .tWnnder det Hlmmtb" 5. Aufl. n. Abfk. (9 

den libersteigt nnd noch zummmt, wesBlialb die Beobachtungen Ton nun 
an nicht nnr immer leichter, Bondem auch sicherer werden. 

Das Stemenpaar tj nordliche Krone wurde ebenfidls von Herschel 
d. a. znerst beobachtet im Jahr 1781. £s ist wegen der genngen Di* 
stanz Yon kaum 1 Sek. sehr schwer zu messen, nm so mehr aLs die 
Helligkeit beider Sterne gross ist. Der Hauptstem gehort zur 6., der 
Begleiter znr 6.7 Grosse; beide sind gelb. Obwohl nun dieses Stemen- 
paar seit Herschel schon mehr als einen ganzen Umlanf yollendet, 
kennt man die Umlaufszeit noch immer nicht, so sonderbar diess auch 
scheinen mag. Die Unbestimmtheit riihrt daher, dass auf die Beobach- 
tungen Yon Herschel in den Jahren 1781 und 1802 eine Liicke bis 
1823 folgt, und in neuerer Zeit die Yermuthung ausgesprochen wurde, 
Herschel's erster Positiouswinkel sei urn 180® zu andem, eine Eorrec- 
tion, welche zufolge der Art, wie Herschel die Positionswinkel zu no- 
tiren pflegte, zulassig ist. Je nachdepi man nun Herschers Positions- 
winkel beibehalt, oder die so eben angefiihrte Eorrection vomimmt, 
erhalt man (nach Madler und Winnecke) 43 oder (nach Yillarceau^ 
67 Jahre als Umlaufszeit. Zu entscheiden, welches die richtige sei, 
dazu reicht das jetzt vorhandene Beobachtungsmaterial schon aus, aber 
es mangelt noch eine Bahnberchnung aus der neuesten Zeit, und bis 
dahin muss YiUarceau's Bahn, die aus dem grossten Bogen gerechnet 
ist, als die wahrscheinlichste gelten. 

I im Exebs ist eigentlich ein dreifacher Stem, als solcher erkannt 
Yon Herschel d. a. im Jahr 1781. Der Hauptstem ist 6. Grosse, der 
zweite 6.7, der dritte 6. Grosse. Letztere beide sind gelb, der Haupt- 
stem zwar ebenfalls, aber in bedeutend geringerem Grade. Die Um- 
laufszeit des zweiten, dem Hauptsteme naheren, ist ungemein kurz, ein 
giinstiger Umstand, dem wir hauptsachlich die zahlreichen Messungen 
Yerdanken, die an diesem Systeme gemacht wurden. Seit der ersten 
Messung durch Herschel (1781) ist schon mehr als ein Voller Umlauf 
Yoriiber, daher auch obige Bahn ziemUch genau sein wird. Der dritte 
Stem ist Yom Hauptstem bedeutend weiter entfemt, und scheint, nach 
der bisherigen Aenderung des Positionswinkels zu schliessen, fiLnf bis 
sechs Jahrhunderte zu einem YoUen Umlaufe zu bediirfen. 

Der Stem X im Schlangentrager ist ein iiberaus feiner Doppel- 
stern, Yon Herschel d. a. entdeckt. Die Beobachtung bietet grosse 
Schwierigkeiten, indem die Distanz fast wahrend des ganzen Umlaufes 
unter 1 Sek. bleibt. Der Hauptstem ist 4. Grosse und gelb, der Be- 
gleiter 6. Grosse und blau. Die Bewegung des Begleiters gehort zu den 
schnellsten unter den Doppelstemen. Madler und Hind haben die 
Bahn desselben berechnet und gefunden, dass die Umlaufszeit nur halb 
so gross ist, als die des Planeten Keptun, und etwas grosser als die 
des Uranus. 

Der Doppelstem f im Herkules wurde Yon Herschel im J. 1782 
zuerst beobachtet. Der Hauptstem ist 3. Grosse und gelblich; der Be- 
gleiter 7.8 Grosse und gelb in's Purpurrothe iibergehend. Bei der Ent- 
deckung war der Positionswinkel 69 <^ und die Distanz sehr nahe 1 Sek., 
bei der zweiten Revision der Doppelsteme im Jahre 1802 sah ihn 
W. Herschel entschieden einfach. Diese Beobachtung ist historisch 
denkwiirdig als die erste Yermeintliche Bedeckung eines Fixsternes durch 
einen andem. Herschel bemerkt namlich bei dieser Gelegenheit: 

2* 



20 A«* „Wiin4«T daa HImm«la« 6. Anil. IL Abth. g. 202. 

»Me]ii6 Beobachtungen dieses Siernes zeigen uns eine Erscheiirang, die 
in der Astronomie ganz neu ist, namlich die Bedeckung eines Fixsternes 
diirch einen andem. Dieses Ereigniss ist jedenfalls merkwiirdig, was 
auch die Ursache davon sein mag, ob eine Parallaxe, oder eine eigene 
Bewegung, oder die Bewegong in einer Bahn, deren Ebene mit der Ge- 
sichtsUnie ziun Sterne ncdie zusammettfallt.* Hochst interessant sind 
anch die fblgenden Beobacbtongen desselben Stemes. J. Herschel and 
South sahen 1821 bis 1825 Keine Spur des Begleiters, was um so 
au^Uender ist, als nach den spateren Beobachtungen und Rechnungen 
die Distanz dajnals nicht kleiner als 1 Sekunde gewesen sein kann. 
Im Jahr 1826 sah ihn W. Struve mit dem grossen Dorpater Refraktor 
deutiich, aber im Herbste 1828 war er wieder Terschwunden. Ebenso 
im Herbste 1829 und im Sommer 1831. Im Herbste 1882 beobachtete 
ihn Struve neuerdings bei 800maliger Vergrosserung , und bestimmte 
seine Distanz ^u 0''.8. Im Jahre 1888 konnte man keine Duplidtat 
bemerken, im Mai 1834 wurde er wieder gemessen, und seitdem wird 
er fort und fort mit Aufmerksamkeit verfolgt. Yielleicht ist der Be- 
gleiter yeranderlich, wie es auch bei d im Schwan der Fall zu sein 
Bcheint. Uebrigens hat dieser Doppelstem unter alien, deren Bahnen 
mit Sicherheit berechnet sind, die kiirzeste Umlaufszeit, die nur wenig 
langer ist, als die des Planeten Saturn in unserem Sonnensysteme. 

Der Doppelstem 70 p im Schlangentrager wurde von iterschel 
im J. 1779 entdeckt. Der Centralstern ist 4. Grosse und gelb, der Be- 
gleiter 7. Grosse und blau. Die Bewegung des Letzteren geht sehr 
rasch vor sich, die Umlaufszeit ist beilaufig der des Uranus um die 
Sonne gleich. Die erste Bahnbestimmung yerdankt man Encke, der 
eine Methode gegeben hat, um aus vier Tollstandigen Beobach- 
tungen der Distanz sowohl als des Positionswinkels die Elemente einer 
Doppelstembahn zu berechnen. Spater haben auch J. Herschel, 
Madler u. a. die Bahn berechnet. p im Schlangentrager bietet aber 
in dieser Beziehimg bedeutende Schwierigkeiten. Die Beobachtungen 
Ton Herschel d. a. yon 1779 bis 1804 stimmen namlich mit den yon 
1825 bis 1847 ganz gut, aber es ist unmoglich, die yon 1818 bis 1823 
gemachten damit zu yereinbaren, selbst weon man yon den Beobach- 
tungen Herschel's d. a. ganz absehen woUte. Wahrscheinlich ist ausser 
den zwei sichtbaren noch ein dunkler Eorper yon betrachtlieher Masse 
da, der ihre Bewegung modificirt. Etwas ahnliches hat man auch bei 
a Centaur bemerkt. 

Der Doppelstem y der Jungfrau hat die Astronomen yielfadi be- 
Bchaftigt. ZaUreiche Beobachtungen und mehrfache, darauf gegriindete 
•Bahnbestimmunffen haben uns die Bewegung desselben schon mit ziem- 
licher Scharfe kennen gelehrt. Merk^iiirdig ist bei dieser Babn die 
grosse Ezcentricitat, welche Ursache ist, dass zur Zeit des Perihels*eine 
so bedeutende Annaherung des Begleiters an den Hauptstem stattfindet, 
dass beide kaum zu trennen sindl Beide Sterne sind fast gleich hell, 
yon der 4. Grosse, oder noch etwas heller, und beide blassgelb. y Jung- 
frau gehort zu denjenigen Doppelstemea, yon welchen wir sehr alte, 
wenn ^eich nur isolirte Beobac^tungeii besitzen. Die ersten Beobach- 
tungen des Positionswinkels sind Yom Pound und Bradley im Jahre 
1718 am 11. .und 12. mSxn. Beide BeobAchter geben die Riohtung des 
Doppelstems als parallel an zur Linie yon a gegen i Jungfrau. Daraus 



§. 202. A^ ^Wander des HlmaDls" 6* ▲nil. H. Abtlu 21 

folgt der Positionswinkel mit Biicksiclit auf die bei a Zwillinge erwahnte 
Korrection 150<^ 52' fiir 1718. Im Jahr 1720 beobachtete Cassini eine 
Bedeckimg von y der Jungfirau durch den Mend; die Zwischenzeit Tom 
Eintritte des ersten bis zu dem des zweit^ti Stemes war nahe 30 Se- 
kunden, die Austritte erfolgten fast gleichzeitdg. Allein das darans ab- 
geleitete Resultat scheint sich keiner grossen Scharfe zu erfreuen, und 
verdient sonach wenig Vertrauen. Einen weiteren Beitrag gibt uns der 
Katalog von Tobias Mayer, welcher die Position beider Sterne von 
y Jungfrau enthalt. Die Bectascensionsdifferenz derselben ist 3''.8, die 
Deklinationsdifferenz 5'^3 ; der voraasgehende ist der nordlichere. Diess 
gibt den Positionswinkel gleich 144<'.37 und die Distanz 6''.50. Im 
Jahre 1780 beginnen Herscbers d. a. Mikrometermessnngen dieses 
Stems, spater dtte von Struve (1819 — 1822), Herscbel d. j., South 
xind anderen, so dass sich namentlich in den letzten 30 Jahren eiii 
reicher Schatz von Beobachtungen gesanimelt hat. Besonders interest* 
sant sind die Beobachtungen in der Nahe des Perihels des Begleiters^ 
welches in die Mitte des Jahres 1836 fiel. Schon zu Anfang des Jahres 
1834 war wegen der Nahe beider Stearne die Messung selur schwierig, 
itnd im Jahr 1835 konnte man die Duplicitat kaum durch die aller- 
besten Femrohre wahrnehmen. Im December dieses Jahres und zu An^ 
fang des nachsten war Herschel d. j., welcher damals am Cap der 
guten HofEnung beobachtete, weder mit einem Befraktor von 5 ZoU 
Oeffnung, noch mit dem zwanzigfussigen Spiegelteleskope im Stande 
auch nur eine langliche Gestalt des Hauptstems zu erkennen. Capit. 
Smyth sah den Stern um diese Zeit gleichfalls einfach. Im Mai 1836 
bemerkte Herschel wieder ein Hervortreten des Begldters, doch war 
eine Trennung beider nicht moglich. Struve dagegen, der den Stern 
gerade wahrend dieser ganzen Periode mit dem grossen Dorpater Refrak-^ 
tor sehr aufmerksam verfolgte, sah ihn nie einfach, sondem iomier ge** 
trennt. Seit 1836 ist die Distanz fortwahrend im Zunehmen begriffen. 
Bahnbestimmungen haben wir ausser d^ obigen von Madler noch von 
J. Herschel, Hind, Fletcher, Smyth u. a. 

Noch erwahnen wir hier einiger sehr merkwurdigen Doppelsteme, 
deren Bahnen zwar noch nicht bekannt sind, die aber in anderer Be- 
ziehung Interesse bieten. Hieher gehort y Andromeda. Herschel d. a. 
beobachtete ihn zuerst im J. 1779. Der hellere Stem ist roth, der 
kleinere griin, und sie bieten, durch ein lichtstarkes Fernrohr gesehen, 
vermoge des auffallend^i Farbenkontrastes ein liberraschend schones 
Bild. Struve fand im Jahr 1842 mit Hiilfe des grossen Befraktors zu 
Pulkowa, dass der kleinere der beiden Sterne sdbst wieder ein Doppel- 
stern ist, aber von so geringer Distanz Ok Sek.) und daher so schwer 
zu trennen, dass er unter die feinsten Objekte dieser Art am Himmel 
zu zahlen ist. 

Der Doppelstern Nr. 1263 in Struve's Verzeichnisse, AH == 128® 51', 
Dekl. = 4- 42<> 14' (fur 1860) ist fiir uns bemerkenswerth, weil hochst 
wahrscheinlich beide Sterne einen der seltenen optischen Doppelsteme 
bilden. Er wurde von Struve gefunden, und bereits mehr&ch beob«^ 
achtet. Die Messungen ergaben: 

Struve 1828.4 Pos.-W. = 859« Dist. ,*= 4".9 

„ 1831.3 4».9 7".l 

1832.3 . 70.3 7^5 



22 Au „WnBd«r dM BtenMla*' 6. Ann. n. Abth. §. 209. 



StmTe 


1833.8 Pos-.W. = 


8« Dist 


» 8".0 


J) 


1834.4 


8«.4 


8".9 


99 


1836.4 


9»8 


9".6 


Bishop 


1841.3 


13«.2 


14".3 


Kaiser 


1842.3 


16 '.4 


14".6 


)) 


1843.3 


16«.6 


14".8 


Dembowski 


1856.4 


17«0 


28".0 


1) 


1863.4 


18«.2 


23".l 



Versucht man diese Beobachtangen graphisch darzustellen, so 
sieht man , dass sich die ganze Bewegnng bis auf sehr geringe Abwei- 
cbungen, die ganz gut in den B eobachtungen selbst Uegen konnen, 
dorch ein geradliniges Fortriicken des einen Stemes nm 0".70 jahrlich 
erklaren lasst, wahrend der andere ruhig steht. Die Bewegung schoint 
dem zu Folge keine ReTolution am den fixen Stem zu sein, sondern in 
die Elasse der sogenannten Eigenbewegungen der Fixsteme zu 
l^ehoren, und es ist kaum zu zweifeln, dass beide Sterne fort und fort 
ihre gegenseitige Distanz yergrossem und die charakteristische Eigen- 
schaft, einen Doppelstem zu bilden, endlich ganz yerlieren werden. Das 
Minimum der Distanz von etwa 3.4 Sekunden diirfte um das Jahr 1823 
stattgefunden haben. 

Der Doppelstem y nordliche Krone ist eines der feinsten und 
Bchwierigsten Objekte. Der Hauptstem ist 4. Grosse und griinlich, der 
Begleiter 7. Orosse und purpurfarbig. Er wurde von W. Struve im 
Jahr 1826 mit dem Dorpater RefriULtor entdeckt, wo sein Positions- 
winkel 111^, seine Distanz O^'.T betrag. Sechs Jahre spater (1832) war 
nach Struve die Distanz nur mehr 0''.4; Herschel d. j. sah ihn um 
dieselbe Zeit mit dem 20fussigen Teleskope und einer 600maligen Ver- 
grossemng vollkommen rund. in den Jahren 1835 u. 1836 konnte Struve 
nur zuweuen mit Miihe eine langUche Gestalt des Hauptstemes erken- 
nen, und zwar in der Bichtung von beilaufig 330® Pos.-W.; dagegen 
sah ihn Dawes im Jahr 1843 schon wieder deutlich getrennt, bei 
Pos.W. 3= 289®, somit nahe auf der entgegengesesetzten Seite vom Haupt- 
steme, als bei Struve's erster Messung im Jahr 1826. Die Ebene der 
Bahn scheint daher sehr nahe mit der Gesichtslinie zum Stern zusam- 
men zu fallen. Zwar liesse sich die ganze beobachtete Ortsveranderung 
auch durch eine geringe Eigenbewegtmg eines der beiden Sterne er- 
klaren, ohne sie zu einem Doppelstemsysteme zu verbinden ; allein dann 
wiirde fur das Jahr 1780 eine Distanz von mehreren Sekunden folgen, 
und ein so auffallender Doppelstem hatte wohl von Herschel d. a. 
nicht leicht iibersehen werden konnen. 

Der schone Doppelstem a im Herkules wurde vom alteren Her- 
schel entdeckt. Der Centralstem ist 3. Grosse und tiefgelb, der Be- 
gleiter ist 6. Grosse und blau oder blaugriin. a Herkules ist verander- 
Uch, im Maximum ist er 3., im Minimum 3.4 Grosse. Die Zeit einer 
ganzen Periode zwischen zwei grossten Werthen der Helligkeit betragt 
etwa vier Monate. Struve glaubt, dass der kleinere Stem der veran- 
derliche sd; wenigstens hat er diesen bald 5., bald 7. Grosse notirt; 
die Bewegung des Begleiters scheint sehr schwach zu sein. Bahnbestim- 
mung war bisher keine mogUch. 

Von dem merkwiirdigen Stemenpaare 61 im Schwan, nach Flam - 
steed's Verzeichnisse so genannt, ist fiir das Jahr 1850 die Rectascen- 



§. 204, 207. Aw ,»Wand«r dot HimiMll" 5. Avfl. H. Abth. 23 

sion 315® 2' und die Deklination + 38® 0'; er steht daber nahe siid- 
ostlich bei dem sudlichen Fusse. des Schwanes in der Kachbarschaft der 
Milchstrasse. Dieser Doppelstem ist ein fiir die Wissenschaft in mehr- 
facher Beziehung hochst wichtiges Objekt am Hinunel. Der bellere 
Stern ist 5.6 Grosse, der Begleiter 6. ; beide sind gelb oder orange, der 
kleinere jedoch ist starker gefarbt als der Centralstern. 61 Schwan 
gehort bekanntlich unter diejenigen Sterne, welche eine auffallend starke 
Eigenbewegung besitzen. Diese betragt nach Argelander in einem 
Jahre fur den Centralstern in Rectascension + 5'Ml, in Deklination 
+ 3".23; fiir den Begleiter: in Rectascension + 5". 19, in Deklination 
+ S^'.OO. Eine Bahnbestimmnng ist noch nicht ausfiihrbar, da die vom 
Begleiter wahrend des letzten Jahrhunderts zuriickgelegte Bahnstrecke 
sich noch nicht merkbar von einer geraden Linie unterscheidet. Es 
scheint also hier eine Bahn von sehr grossem Halbmesser und muth- 
masslich auf mehr als ein Jahrtausend sich erstreckender Umlaufszeit 
Torzuliegen. 

§. 204. (Farben der Doppeiateme.) Noch habou wir ciuer EigenthumKch- 
keit dieser Stemenpaare zu erwahnen, die selbst fiir den blossen An- 
blick derselben zu auffallend ist, als dass sie hier iibergangen werden 
diirfte. 

Unter den einfachen Stemen des Hinunels sieht man gewohnlich 
nur solche, die in weissem Lichte glanzen , das mehr oder weniger der 
gelben Farbe sich nahert und nur selten in das Bothliche iibergeht. 

AUein blaue oder griine Sterne hat man, unter den einfachen 
Fixsternen, bisher fast nie gefunden. Die meisten Farben derselben 
sind, wenn sie nicht weiss sind, von dem untem Ende des bekannten 
Sonnenspektrums genommen, wo die rothe und besonders die gelbe Farbe 
Yorherrscht, und nur hochst selten von dem obern Ende, wo die blaue 
und griine Farbe iiberwiegt. 

Nicht so ist es bei den Doppelstemen. Bei diesen hat gewghnlich 
der grossere oder der Centralstern eine weisse Farbe, die aber auch 
sehr oft in's Gelbe, seltener in's Rothe fallt, ganz wie bei den einfachen 
Stemen, wahrend im Gegentheile der ihn begleitende Satellit in den 
allermeisten Fallen blau oder griin ist. Doch gibt es auch andere, 
obgleich seltenere Falle, wo der grosse weiss oder gelb und der kleine 
roth, oder wo der grosse orange und der kleine griin, oder wo auch 
beide zugleich blau sind, und haufig erscheinen diese Farben so ausge- 
sprochen und lebhaft, dass sie schon auf den ersten fliichtigen Anblick 
derselben auffallend hervortreten. 

§. 207. (Doppeisterne als Prufungimittel der Temrohre.) WCUU man mit mch- 

reren Femrohrern denselben irdischen Gegenstand, z. B. eine Thurm- 
spitze, beobachtet, so steht man oft an zu sagen, mit welchem yon die- 
sen Femrohren man besser sieht. Sicherer ist es schon, zu diesem 
Zwecke ein gedrucktes Blatt in einiger Entfemung vor den Femrohren 
aufzustellen, und fiir jedes Fernrolur das Blatt so lange zu entfern^, 
bis man dasselbe nicht mehr deutlich lesen kann, von anderen hierzt; 
erdachten irdischen Proben nicht zu sprechen. Die Astronomen aber, 
die schon gewohnt sind, die Gegenstande des Himmels auch zu diesem 
Zwecke anzuwenden, pflegen die Giite ihrer Fernrohre dadurch anzugeben, 
dass sie sagen, dasselbe zeige die Phasen des Venus, die Streifen Jupi- 
ters, den Schatten des Saturaringes u.. dgl. mehr oder minder deutlich. 



24 Aoi „WiiJid6r dM Bimm^tf 6. Aafl. n. AMh.' §» 207. 



Allein man sieht, wie viel dabei noch Unbestimmtes zoitckbleibt, und 
dass Bolche Auasagen keine Basis zu einer eigentlichen Klassifikation 
der Fernrohre abgeben koimen. 

Anders yerh&lt sich diess mit den Doppelsiemen. Da es sich bei 
der UntersuchuDg der Giite eines Femrohr^ Torziiglich damm handelt, 
ob die Strablen, die Ton irgend einem Punkte eines Gegenstandes ausser 
ihm kommen, durch das Objektiv wieder genau in einen einzigen Punkt 
vereinigt werden, oder mit andem Worten, ob die Bilder, welche die 
Fernrohre Ton den Gegenstanden machen, ganz rein und Tollkommen 
deutlicb sind, worin eben der Hanptrorzag eines jeden gaten Femrohrs 
besteht, so werden die Doppelsteme ein ganz Torziigliches Mittel sein, 
das Dasein oder den Mangel dieses Vorzugs zn beweisen. Es ist be* 
reits oben gesagt worden, dass die Fixsteme alle, in gaten Femrohren, 
nur als eben so viele nntheilbare Punkte, ohne alien merUichen Durch- 
messer erscheinen. Zwar sieht man sie ofter als Scheibchen Ton be- 
trachtlidier Dimension, die oft nicht einmal ganz rund und noch iiber- 
diess mit Strahlen yersehen sind. Aber diese Erscheinungen sind nur 
eben so Tiele Fehler des Fernrohres, Ton welchen librig^is auch ein 
Theil in der Beschaffenheit des Auges liegen mag. Ein gesnndes Auge 
soil durch ein Tollkonmien gebautes Femrohr alle Sterne, auch die 
hellsten, als reine Punkte sehen, und iiberhaupt aUe Ton jedem einzel- 
nen Punkte eines Gegenstandes kommenden Strahlen, nach der Brechung 
derselben, genau wieder in einen einzigen scharfen Punkt Tereinigen. 
Die Doppelsteme sind solche Gegenstande, die nur aus zwei Punkten 
bestehen, die uberdiess hellglanzend auf dem dunkeln Hintergrunde des 
HSmmels stehen, und die daher ganz besonders geeignet sind, zu ent- 
scheiden, ob diese beiden Punkte sich auch in ihrem Bilde, in dem 
Fernrohre, wieder genau als solche zeigen. Wenn die beiden Sterne 
sehr hell sind und z. B. beide wenigstens zu der 1. bis 5. Grosse ge- 
horen, und wenn sie uberdiess sehr nahe bei einander stehen, wie 
Castor, y Jungfrau, J grosser Bar, so wird eine sehr grosse Reinheit 
des Bildes nothig sein, um diese zwei hellen Punkte auf ihrem dunkeln 
Grunde scharf abgesondert und in ihren nachsten Grenzen nicht Ter- 
waschen oder in einander laufend zu sehen; und im Gegentheile, wenn 
beide Sterne oder auch nur der eine derselben sehr klein ist, so wird 
eine grosse raumdurchdringende Kraft des Femrohrs, wie diess W. Her- 
schel zu nennen pflegte, erforderlich sein, um so feine und licht- 
schwache Punkte, selbst wenn sie einzeln am Himmel stiinden, iiber- 
haupt noch sehen zu konnen, um so mehr also, wenn derlei feine Sterne 
neben sehr hellen stehen, wo ihr ohnediess geringes Licht durch diese 
noch mehr Termindert wird. Denn beim Durchgange durch die Hom- 
haut des Auges yerhalten sich die Strahlen des helleren Stemes, wie 
beim Eintritte in einen zwar durchsiditigen aber an der Oberflache nur 
fliichtig und ohne besondere Sorgfalt poUrten Korper. Ein Theil dieser 
Strahlen wird daher regelmassig gebrochen, und bildet auf der Netzhaut 
das Bild des helleren Stems; ein bedeutender Theil derselben wird 
aber, wie Arago sehr richtig bemerkt, zerstreut, und beleuchtet da- 
dtirch die ganze Netzhaut. Diess ist die Ursache, warum wir den 
schwacheren Stem auf einem heUen Hintergrunde, und also sein Bild 
gewissermassen durch die Nahe des grosseren Stemes yerdunkelt er* 
blicken. 



§. 207. Aw „Waiid«r d«> HlmmeU" 6. Anil. U. Abth. 25 

Man sieht also, das8 durcli die Doppelsteme sowohl die Kraft, als auch 
die Eichtigkeit der Eonstruction des Fernrohrs sehr vortheilhaft und sicher 
nnta^uoht werden, und dass man dadurch gleichsam ein bestinmites Mass 
erhalt, nach welchem man diese Instrumente unter sich vergleicben kann. 
Zn diesem Zwecke folgen hier einige dieser Doppelsterne, die so- 
Tvohl fiir scbwachere, als auch fiir starkere Fernrohre als Priifongsmittel 
gebraucht i/^erden konnen. 

L Sehr leicht und schon durch gewohnliche achromatische Fern- 
rohre von etwa zwei Fuss Fokallange und zwei Zoll Oeflfnung lassen 
sich die folgenden Doppelsteme erkennen: 

C Grosser Bar, Distanz J = 14" und scheinbare Grosse IIL 

und F. (siehe oben §. 190). 
Y Andromeda, J = 11", Grosse JJJ. F. 

Schlange, J = 22", Grosse IV, IK 
X Herkules, J = 31", Grosse F VII 
C Leier, J = 44", Grosse IF F 

II. Schon stSrkere Fernrohre, etwa von 4 Fuss Brennweite und 3 
Oder 3V2 Zoll Oefifhung erfordern die folgenden: 

Castor, J = 5", Grosse III IK 
TV Bootes, J = 6", Grosse IF KL 

1 Krone, J = 6", Grosse IF F 

£ Krebs, J = 5", Grosse F KI (Der entfemtere Begleiter zu 

verstehen.) 
% Fische, J = 6", Grosse KIL VII 
" a kleiner Bar, oder der Polarstern, J = 19", Grosse II. X., ist 

bloss desshalb schwerer zu sehen, weil der Satellit so klein ist. 

III. Fernrohre von 7 bis 8 Fuss Brennweite und 5 bis 6 Zoll 
Oeffnung werden fur die folgenden Doppelsterne erfordert: 

9 Jungfrau, J = 4", Grosse F XIV. *) 

q Herkules, J = 4", Grosse IF VI. 

« Bootes, J = 3", Grosse III VI. 

p Orion (Kigel), J = 9", Grosse I. und X. 

7 Stier (§. 196, der nahere), J = 1", Grosse Till VIII 

t Bootes, J = 1", Grosse IIL IK 

6 Widder, J = 1", Grosse VL VIL 

IV. Als vorziiglich feine und nur durch ausgezeichnete Fernrohre 
erkennbare Doppelsteme konnen die folgenden gelten: 

Der Begleiter vom oben angefiihrten y Andromeda, der selbst 

wieder doppelt. 
9 Grosser Bar, J = 0".5, Grosse F F 
Bei jS Steinbeck (AR = 303^ C, Decl. = — 15" 15) J = 3", 

Grosse XVIL XVIIL 
Bei jS Faien (AR = 319® 45', Decl. = + 16® 11), J = 2", 
Grosse XIF XK 
Die beiden kleinen Steme im Trapez von Orion (s. oben §. 196). 
Bei dem vorletzten dieser Doppelsterne ist der Begleiter selbst wie- 
der doppelt. Ein Fernrohr, welches Doppelsteme wie die letzten deut- 
lich zeigt, ist zu den schwierigsten Untersuchungen geeignet, und kein 



*) Die Grossen sind nach J» Herschel angegeben, der bei Doppelstenien 
20 Grossenklassen schatzt. 



26 



Ami nWandmr 4m Himads** 5. Avfl. n. Abfth. 



§.212 



Femrohr soil, nach Herschel's Meinimg, die Satelliten des Uranus zei- 
gen, wenn es diese Priifong nicfat bestdit 

§• 212. (y«rind«rueh« sterae ) £he wir uhs Ton den eigentlich soge* 
nannten Sterne n des Himmels trennen, um dann zu andern Weltkor- 
pern iiberzugehen, woUen wir noch zweier merkwiirdiger Arten von Fix- 
stemen erwahnen, von welchen die einen scbon in den alteren Zeiten 
bekannt waren, wabrend die andern mebr unseren Tagen angehoren. 

Diese letzten sind die sogenannten veranderlichen Sterne, 
deren Licbt oder deren scbeinbare Grosse bestimmten periodischen Ab- 
wecbslungen unterworfen ist. Wir geben zunachst ein Verzeichniss die* 
ser Gestime nacb einer Zusanunenstellung von Schonfeld, einem um 
die Kenntniss der Veranderlichen sehr yerdienten Astronomen. Die 
Dauer der Periode des Lichtwechsels, die Helligkeitsanderungen, der 
Name des Entdeckers der VeranderUchkeit nnd die Zeit der EntdeckuDg 
sind der Schonfeld'scben Tabelle von uns beigefiigt. 













Helllgkeit 
im 






Nr. 


BMeiehnnng dee 
Sternee. 


BectMeen. 
elon 


Deollnft- 
tion 
1850. 


Dftoer der 
Periode. 




1 


Xntdeokor. 


Jahr. 


1 


R Andromeda 


40 2' 


+ 37045' 


? 


6. 





Argelander 
R. liuther 


1860 


2 


T Fische 


6 3 


+ 13 47 


143 Tage 


9.10 





1855 


3 


a Gassiopeja 


8 


+ 66 43 


79.1 


2 


3.2 


Birt 


1831 


4 


Fische 


9 8 


^6 29 


? 


9 





Hind 


? 


6 


8 Gassiopeja 


17 11 


+ 7149 


? 


? 





Argelander 


? 


6 


8 Fische 


17 26 


+ 88 


? 


9 





Hind 


1851 


7 


R Fische 


20 44 


+ 26 


343 


7.8 


9 


Hind 


1850 


8 


Fische 


26 37 


+ 83 


? 


6 


9 


Argelander 


1863 


9 


R Widder 


31 54 


+ 24 21 


186 


8 





Fabricius 


1855 


10 


Walfisch 


32 56 


-340 


331.336 „ 


2.1 





1596 


11 


Q Perseus 


43 53 


+ 38 15 


33 


4 


? 


Schmidt 


1846 


12 


} Perseus 


44 37 


+ 40 22 


2.867 „ 


2.3 


4 


Montanari 


1669 


13 


R Perseus 


50 8 


+ 85 9 


? 


9 





Schdnfeld 


1861 


14 


X Stier 


58 8 


+ 12 3 


3.952 „ 


4 


5.4 


Baxendell 


1848 


15 


U Stier 


63 16 


+ 19 27 


? 


9 





Baxendell 


1862 


16 


T Stier 


63 19 


+ 19 11 


? 


10.9 





Hind 


? 


17 


R Stier 


65 1 


+ 950 


327 


8 





Hind 


1850 


18 


8 Stier 


65 16 


+ 9 37 


375 


10 





Oudemans 


? 


19 


R Orion 


72 42 


+ 764 


378 


9 





Hind 


1848 


20 


€ Fuhrmann 


72 48 


+ 43 36 


360 ::• 


3.4 


4.6 


Heis 


1846 


21 


R Hase 


73 12 


— 16 2 


448 


7 





Schmidt 


1855 


22 


R Fuhrmann 


76 18 


+ 63 25 


? 


? 


? 


Argelander 
J. Herschel 


? 


23 


a Orion 


86 46 


+ 7 23 


196 „ 


1 


1.2 


1836 


24 


R Einhom 


97 45 


X 8 62 


? 


10 





Schmidt 


1861 


25 


C Zwillinge 


103 48 


+ 20 47 


10.16 „ 


4.3 


5.4 


Schmidt 


1847 


26 


R Zwillinge 


104 39 


+ 22 56 


370 


7.8 





Hind 


1848 


27 


R kleiner Hund 


105 7 


+ 10 15 


359 „ 


8 





Argelander 


1854 


28 


S; kl. Hund 


111 9 


-. 8 88 


336 


8.9 





Hind 


1856 


29 


fif Zwillinge 


113 30 


+ 23 48 


294.07 „ 


9 





Hind 


1848 


30 


T Zwillinge 


115 5 


4-24 6 


288.64 „ 


8.9 





Hind 


1848 


31 


U Zwillinge 


116 33 


+ 22 2* 


97 


9 





Hind 


1848 



§.212. 



An ..Wnndw dM BimiiuU" {. Anfl. n Abth. 



27 



Nr. 



32 
33 
34 
35 
36 
37 
38 
39 
40 

41 
42 
43 
44 
45 
46 
47 
48 
49 
50 

51 
52 
53 
54 
55 
56 
57 
58 
59 
60 

61 

62 
63 
64 
65 
66 
67 
68 
69 
70 

71 
72 
73 

74 
75 

76 

77 
78 
79 
80 

81 



BexeiclAiiiig de€ 
8t«niM. 



R Erebs 
U Krebs 
£? Erebs 
S Hyder 
T Krebs 
T Hyder 
a Hyder 
R kl. Lowe 
H Lowe 

R gross. Bar 
^ Xrgas 
S Lowe 
R Berenice 
T Jnngfrau 
T eross. Bar 
R Jangfraa 
S gross. Bar 
U Jungfrau 
F Jungfrau 

R Hyder 
;SI Jungfrau 
T Bootes 
S Bootes 
A Camelopard 
R Bootes 
U Bootes 
cf Waffe 
S Scblange 
S( Krone 

R Krone 

R Scblange 

R Wage 

R Hercules 

R Scorpion 

S Scorpion 

Scorpion 

U Hercules 

g Hercules 

T Scblangentrager 

5? Scblangentrager 

S Hercules 

R Scblangentrager 

a Herkules 

T Hercules 

Scblangentrager 

R Sob. Scbild 

p Leier 

R Leier 

R Adler 

T Scbiitze 



BectMcen- DccUna. 
sion tlon 

fax 1850. 



Daner der 
Pcriode. 



1220 6' 


+ 12ni' 


126 48 


4-19 24 


128 50 


+ 19 34 


131 26 


+ 3 38 


132 1 


+ 20 25 


132 5 


-8 34 


140 3 


— 81 


144 9 


+ 35 12 


144 52 


+ 12 7 


158 30 


+ 69 33 


159 49 


-58 54 


165 47 


+ 6 16 


179 8 


+ 19 37 


181 44 


— 5 12 


187 23 


+ 60 19 


187 43 


+ 7 49 


189 20 


+ 61 55 


190 52 


+ 6 22 


200 1 


-2 24 


200 23 


— 22 30 


201 18 


— 6 25 


211 46 


+ 19 46 


214 27 


+ 54 30 


217 20 


+ 84 31 


217 39 


+ 27 23 


218 29 


+ 82 7 


223 15 


- 7 55 


228 39 


+ 14 51 


228 49 


+ 31 55 


236 36 


+ 28 37 


235 57 


+ 15 35 


236 17 


-15 47 


239 53 


+ 18 47 


242 11 


-22 34 


242 11 


-22 32 


243 27 


-17 32 


244 48 


+ 19 14 


245 56 


+ 42 13 


246 18 


-15 49 


246 25 


— 16 51 


251 16 


+ 15 12 


254 48 


-15 54 


256 57 


+ 14 34 


270 51 


+ 31 


275 22 


+ 6 12 


279 52 


- 5 52 


281 8 


+ 33 12 


282 41 


+ 43 45 


284 47 


+ 80 


286 54 


-17 13 



357 
306 

9.48 

256 

455 

29^ 

55 

? 
312.57 

301.90 
46 
192 
365 
337 
269 
146 
222.6 
212 
252 

449.5 
380.11 



Tage 



Js£re 
Tage 



265 
196 

7 
359 



350 
352 
722 
310 
648 
364 



!Jabr 



229.3 

305 

304.6 

88.5 
160 
310 

71.75 

12.906 

46 
351.5 



Tage 



HeUigkeit 
im 



6.7 

9 

7.8 

8.9 

9 

6.7 

2 

7 

5 

7 

1 

9 

8 

8 

7.6 

6.7 

7.8 

7.8 

7 

4 
8 

10.9 
8 

7 
8 



XntdMker. 



.Scbwerd. 

Chacornac 

Hind 

I Hind 

Hind 

'lUnd 
2.3 J. Heracbel 

.Sclionfeld 

Kocb 

PogBOn 

4 jEurchell 

Chacornac 

Schonfeld 

'Eogualawski 

Argelander 

Harding 



Jahr. 



PogEOn 

Harding 

Goldschmtdt 

Mar aid i 

Hnid 

Uaxendell 

ArgtjJander 

Hencke 

Argelander 



9.10 ^ [Baxendell 



5 

7.8 

6.7 

6 

6.7 

9 

8.9 

9 

9 



5.6 Schmidt 
Harding 
Hencke 



Pigott 

Harding 

Ppgaon 

Argelander 

Chacornac 

Chacornac 



9.10 'PogEOTL 



7 

5 

10 



• Hen eke 
6 iBaxendel! 
PogBon 



9.10 
7.8 
8 
3 
8 
10 
5.4 
3.4 
4 
6.7 



Pog-son 

Schonfeld 

Pogflon 

W. Herschel 
Argelaader 
I Baxendell 
9 ^IPigott 
4»5|Goodricke 
5^4 Baxendell 
I Argelander 



8.9 



Pogson 



1829 

? 
1848 
1848 
1850 
1851 
1837 
1864 
1782 

1853 
1827 

? 
1856 
1849 

7 
1809 
1835 

? 
1857 

1704 
1852 
1860 
1860 
1858 

? 
1864 
1864 
1828 
1860 

1795 
1826 
1858 

? 
1853 
1854 
1863 
1860 
1857 
1860 

1854 
1856 
1853 
1795 

? 
1860 
1795 
1784 
1855 

? 

1863 



28 



Au „Wiui4«r dM BimnMb" 6. Aafl. IL Abtta. 



8. 212. 













H«Uigk«it 
im 






Nr. 


BeBelcbna&g del 
SternM. 


B«otesc«ii- 
tlon 
fQp 


Dediiift. 

1860. 


Dftver der 
P«riod«. 




1 


Xatd«ck«r. 


Jahr. 


82 


R Schutze 


286069' 


— 19«34' 


466 Tage 


8 





Pogson 


1858 


83 


;Sf Schutze 


287 40 


-19 18 


? 


10 





Pogson 


1860 


84 


R Schwan 


293 12 


+ 49 52 


416.72 „ 


8 





Pogson 


1852 


85 


Fucha 


295 34 


+ 26 55 


67.92 „ 


7 





Rogerson 


1837 


86 


X Schwan 


296 12 


+ 32 32 


406.06 „ 


5 





Kirch 


1687 


87 


fl Adler od. Antinous 


296 27 


+ 38 


7.176 „ 


4.3 


4.5 


Pigott 


1784 


88 


S Schwan 


300 36 


+ 57 33 


324 


9 





Argelander 


I860 


89 


R Steinbock 


300 44 


— 14 41 


? 


9.10 





Hind 


1848 


90 


S Adler 


301 11 


+ 15 11 


124 


9 





Baxendell 


1863 


91 


R Pfeil 


301 48 


+ 16 17 


70.88 „ 


8.9 





Baxendell 


1859 


92 


R Delphin 


301 55 


+ 8 38 


? 


9 





Hencke 


1851 


93 


P Schwan 


303 4 


+ 37 84 


18 Jahre 


3 


6 


Jansen 


1600 


94 


S Delphin 


309 3 


+ 16 33 


284 Tage 


B 





Baxendell 


1860 


95 


R Cepheus 
r Delphin 


309 32 


+ 88 40 


? 


5 





Pogson 


1856 


96 


309 36 


+ 15 51 


? 


9.8 





Baxendell 


1863 


97 


U Steinbock 


309 67 


— 15 20 


420 


10 





Pogson 


1857 


98 


T Wassermann 


810 31 


- 6 42 


197 


8.7 





Hencke 


? 


99 


R Fuchs 


814 26 


+ 23 14 


147 


8 





Argelander 


? 


100 


T Steinbock 


318 26 


-15 48 


274 


9 





Hind 


1854 


101 


S Cepheus 


324 15 


+ 77 57 


470 
5 Jahre 


9 





Hencke 


1868 


102 


iu Cepheus 


324 44 


+ 58 6 


4 


6 


W. Herschel 


1762 


103 


(f Cepheus 

5? "Wassermann 


335 54 


+ 57 39 


5.366 Tage 


4.3 


5.4 


Goodricke 


1784 


104 


342 16 


— 21 9 


? 


8 





Argelander 


1853 


106 


/? Pegasus 


344 8 


+ 27 16 


31.6 


2 


2.3 


Schmidt 


1848 


106 


R Pegasus 


344 47 


+ 944 


^78 


8 





Hind 


1848 


107 


R Wassermann 


854 1 


-16 7 


388.5 


6.7 





Harding 


1810 


108 


R Cassiopeja 


357 42 


+ 60 33 


434.81 „ 


6 





Pogson 


1853 



Bei den GrSssenangabeu bedeutet 1.2, dass der Stem zwischen 
Sterne erster und zweiter Grosse fallt, aber naher an Sterne erster 
Grosse. Dagegen bedeutet 2.1, dass der Stem naher an Sterne zweiter 
Grosse fallt u. s. w. Die Null in der Golumne fur das Minimum zeigt 
an, dass der Stern zur Zeit seiner geringsten Helligkeit schwacher als 
10. Grosse ist, d. h. fiir Fernrohre kleinerer Dimension (etwa 3 ZoU 
Oeffnung) unsichtbar wird. 

Die angegebene Dauer der Periode ist bei den meisten Verande- 
lichen noch ziemlich unsicher, weil die Ermittlung dieses Elementes oft 
sehr grossen Schwierigkeiten unterliegt. £s ist namlich in den selten- 
sten Fallen die Ab- und Zunahme des Lichtes eine regelmassige, gleich* 
massig fortschreitende; es kommen im Gegentheile bei den meisten Ver- 
anderlichen Biickspriinge, bald bloss in der Zu- bald bloss in der Ab- 
nahme des Lichtes, bald in beiden vor, sogenannte secundare Maxima 
und Minima der Helligkeit, wie bei B Sob. Schild (Nr. 77 des obigen 
Verzeichnisses), /9 Leier (Nr. 78), JR Pfeil (Nr. 91) u. s. f. Dazu kommt 
noch, dass manche Sterne nicht in jedem Maximum dieselbe Helligkeit 
erreichen, und nicht in jedem Minimum zu derselben Lichtschwache 
herabsinken, wofur o Walfisch (Nr. 10), B Sob. Schild (Nr. 77), X Schwau 



§. 213. Aub ^Wonder del Himmeli" 5. Aufl. U, Abtlu 29 

(Nr. 86), B Wassermann (Nr. 107) auffallende Beispiele liefem, von 
welchen Stearoen war spater einige naber besprechen werden. Ausserdem 
i&t die Dauer der einzebien Perioden keineswegs constant, sondern im 
Gegentheile oft sebr bedeutenden Schwankungen unterworfen, und 
scbeint sogar bei mebreren durch grossere Zeitrauine an Lange regel- 
massig ab- oder zuzunehmen , wovon wir ebenfalls weiter unten einige 
Beispiele anffiibren werden. Alle diese Umstande wirken zusammen, 
die Daner der Periode nur schwer genau erkennen zu lassen, ja bei 
vielen Stemen dieselbe so zu Yerbiillen, dass uns ibr Lichtwecbsel ganz 
unregelmassig vor sicb zu gehen scheint. Uebrigens konunen den bis- 
berigen Beobacbtungen zu Folge, die veranderUcben Sterne mit sebr 
wenigen Ausnabmen (z. B. ^ Perseus) darin iiberein, dass ibr Licbt 
gescbwinder zu- als abnimmt, und dass ibre kleinste Licbtpbase Tiel 
langer dauert als ibre grosste. Femer verdient es bemerkt zu werden, 
dass die Mebrzabl der VeranderUcben, nabezu % derselben, mindestens 
in einzelnen Pbasen des Licbtwecbsels eine rotbe Farbung zeigen, und 
zwar mancbmal eine sebr intensiye, wie z. B. i2 Hase oder Hinds 
Crimson star (Nr. 21), T Krebs (Nr. 36). Ausnabmen bieryon sind 
unter den belleren Stemen /9 Perseus (Nr. 12), e Fubrmann (Nr. 20) 
und jS Leier (Nr. 78), welcbe weiss erscbeinen, wabrend f Zwillinge 
(Nr. 25) und 17 Adler (Nr. 87) in gelblicbem Licbte glanzen. 

Obiges Yerzeicbniss enthalt nach Scbonfeld, mit Ausnabme 
einiger sebr lichtscbwacber Sterne im Nebel des Orion sammtlicbe mit 
Sicberbeit als periodiscb veranderlicb erkannte Gestime. Nebst diesen 
gibt es nocb eine grossere Anzabl solcber Sterne, bei welcben ein Licbt- 
wecbsel hocbst wabrscbeinlicb ist, aber bis jetzt wegen Lange der Periode, 
oder wegen seiner Geringfiigigkeit u. dgl. m. nocb nicht zweifellos ermit- 
telt werden konntq. Dazu geboren, um nur einige der grosseren mit 
freiem Auge sicbtbaren Sterne zu erwahnen, verscbiedene Sterne im 
grossen Baren, die belleren Sterne des Delphin, ^ kl. Bar, 37 Scbwan, 
e Pegasus, 6 Leier, Stier, d Orion u. s. w. 

§. 213. (Nahere Betrachtung der wichtigsten yeranderlioheii Sterne.) Dor OTSte als 

veranderlicb erkannte Stem (Nr. 10) Walfiscb oder Mira Ceti, wie 
ihn Hey el zuerst genannt bat, zeigt unter alien die starksten Licbt- 
veranderungen, da er von einem Sterne 2,1 Grosse vielleicht bis zur 
ganzlicben Unsicbtbarkeit abnimmt. Diese auffallende Erscbeinung be- 
merkte nacb Kepler zuerst David Fabricius im Jabre 1596; aber 
erst Hoi war da undBoulliaud bestimmten in der zweiten Halfte des 
siebzebnten Jabrbunderts die Dauer der Periode auf 333 Tage; indessen 
fand man scbon damals, dass diese Dauer bald langer, bald kiirzer sei, 
so wie dass der Stem in seinem grossten Licbte bald heller bald 
sebwacber erscbeine, was sicb aucb in der Folge bestatigte. Ob der 
Stem ganz unsicbtbor wird, ist nocb nicbt entscbieden; man bat ibn 
zuweilen 11. bis 12. Grosse zur Zeit des Minimums geseben, zu andem 
Zeiten mit 3- und 4iu8sig6n Femrobren nicbt seben konnen. So viel 
ist gewiss, dass er eine lang^ Zeit sebwacber als 10. Grosse ist. Es 
Bind aber iiberhaupt iiber dieses Stadium nur wenige Beobacbtungen 
vorha^en: die meisten beginn^i erst, wenn, er als Stem 6. Grosse dem 
blossen Auge sicb zu zeigeo. sadrng/^. Von dieseon Zeitpunkte nimmt 
der Stem anfangs raacb, dann langsamer, zuletzt kaum merklicb an 
Helligkeit zu; dann vdeder, zuerst langsam, dann rascber ab. Nach 



30 ^n* nWander dei Hlmmeli" 6. Avfl. n. Abth. §• 218. 

Argelander dauert die Zeit der Lichtzunahme Ton der 6. Grosse an im 
Durchschnitte 50 Tage, die der Lichtabnahme bis zu derselben Orosse 
69 Tage, so dass der Stem ungefahr Tier Monate mit blossen Augen 
sichtbar ist; er war aber zuweilen auch durch fiinf Monate, ofter auch 
nur drei Monate lang sichtbar. Zur Zeit seiner grossten Helligkeit 
bleibt seine Lichtintensitat manchmal fast einen Monat hindnrch ziem- 
lich imverandert, zu andem Zeiten lasst sich schon nach wenigen Tagen 
eine Abnahme deutlich wahmebmen. 

Die Helligkeit im Maximum ist, wie schon erwahnt, auoh keines* 
wegs inmier dieselbe. Bezeichnet man mit Argelander die Helligkeit 
der schwachsten, mit blossen Augen eben noch sichtbaren Sterne mit 0, 
die des Aldebaran, eines Sternes erster Grosse, mit 50, so hat die Hel- 
ligkeit von Mira im Maximum zwischen 20 und 47 geschwankt; die 
mittlere Helligkeit ist 28, oder beilaufig die des Sternes f Walfisch. 
Fast noch unregelmassiger hat sich die Dauer des Lichtwechsels ge- 
zeigt. Im Mittel betragt sie 331 Tage 8 Stunden, ihre Schwankungen 
steigen aber bis auf einen Monat; denn die kiirzeste von Einem Maxi- 
mum bis zum nachsten verflossene Zeit war nur 306 Tage, die langste 
dagegen 367 Tage. 

Der zweite Stem, auf dessen Lichtwechsel man aufmerksam wurde, 
ist (Nr. 12) Algol oder ^ Perseus. Schon im Jahr 1669 bemerkten 
Montanari und Maraldi dessen Veranderlichkeit; aber erst 6ood- 
ricke fand im Jahr 1782 die Periodidtat derselben, und nahe gleich- 
zeitig mit ihm entdeckte sie auch der bekannte astronomische Landmann 
Palitzsch bei Dresden, derselbe, der im Jahre 1759 den Halley^schen 
Eometen einen ganzen Monat friiher als alle Astronomen Europa's 
gesehen hat; ,^%e wo^^ wie Herschel sagt, ,,a peasant hy station^ and 
an astronomer by nature'^. Der Grund hievon liegt wohl darin, dass der 
Stem nicht wie die meisten iibrigen yeranderlichen Sterne allm&hlich an 
Helligkeit ab- und zunimmt, sondern wahrend 2 Tagen 13 Stunden in 
der gleichen (2.3 Grosse) glanzt, und nur 7 bis 8 Stunden lang sich in 
geringerem Glanze zeigt, wobei er bis zur 4. Grosse herabsinkt. Die 
Ab-r und Zunahme der Helligkeit ist nicht ganz regelmassig, sondeni 
geht in der Nahe des Minimums am raschesten vor sich, daher sich 
auch der Zeitpunkt der geringsten Helligkeit sehr genau, etwa auf 10 
bis 15 Minuten bestimmen lasst. Merkwiirdig ist dabei, dass der Stem, 
nachdem er gegen eine Stunde an Licht zugenommen hat, etwa eben 
so lange in derselben Helligkeit bleibt, und dann erst wieder merklich 
wachst. 

Die Dauer der Periode ermittelte Wurm im Jahre 1822 zu zwei 
Tagen 20 Stunden 48 Minuten 58 V2 Sekunden, und damit liessen sich 
alle Beobachtungen bis 1822 geniigend darstellen, aber schon 1840 
zeigte sich eine kleine constante Abweichung zwischen Rechnung und 
Beobachtung, die 1854 bereits auf 2V2 Stunden gestiegen war, so dass 
an einer Veranderung der Periode des Lichtwechsels nicht mehr gezwei- 
felt werden konnte, und zwar an einer Verkiirzung, da die beobachteten 
Minima immer friiher eintraten, als die Bechnung ergab. Argelander 
wies nun nach, dass diese Verkiirzung schon seit Ende des vorigen 
Jahrhunderts bemerkbar sei, denn er findet die Periode: 

zwischen 1784.4 und 1793.5 2 Tg. 20 St. 48 Min. 58.74 Sek. 
1793.5 „ 1818.3 „ „ „ 58.45 „ 



A 213. ^^ „Wimd«r des Himmeto*' 6. AniL IL Abth. 31 

zwischen 1818.3 und 1842.7 2 Tg. 20 St. 48 Min. 57.97 Sek 
„ 1842.7 „ 1849.5 „ „ „ 53.45 „ 

„ 1849.5 „ 1854.5 „ „ „ 53.21 „ 

„ 1854.5 „ 1856.1 „ „ „ 51.91 „ 

In der Art des Lichtwechsels Algol sehr ahnlich ist 8 Erebs 
(Nr. 37). 

Der Stern 17 Adler hat eine ziemlich gleichformige Periode von 
7 Tagen 4 Stunden 13 Minuten, mit sehr kleinen, kaum nennenswerthen 
Schwankungen. Der Lichtwechsel selbst geht so regelmassig vor sich, 
dass bis jetzt noch keine Abweichnngen sichtbar geworden sind, die 
nicht durch Beobachtungsfehler sich erklaren lassen. Im Minimum ist 
der Stern um Weniges schwacher als » Adler; er nimmt dann langsam, 
spater rascher und zuletzt wieder langsam zu', und erreicht 2 Tage 
9 St. nach dem Minimum deine grosste Helligkeit, in der er bedeutend 
heller wird als jJ, aber etwas schwacher bleibt als S Adler. Vom Maxi- 
mum sinkt die Helligkeit nicht so regelmassig herab, indem sie, wenn 
der Stern die Helligkeit von fi Adler erreicht hat, 1 Tag 10 St. nach 
dem Maximum, sich langsamer verandert als vorher und nachher. 

P Leier ist einer der merkwiirdigsten veranderlichen Sterne. Er 
hat zwei Maxima und zwei Minima seiner Helligkeit bei jeder Periode 
seines Lichtwechsels. Wenn er im kleinsten Lichte gewesen, so steigt 
er 3 Tag^ 5 Stunden bis zu seinem ersten Maximum, in welchem er 
etwas schwacher ist als y Leier. Darauf sinkt er in 5 T. 3 St. zu sei- 
nem zweiten Minimum herab, wo aber seine Helligkeit bedeutend grosser 
ist, als beim ersten. Nach femeren 3 T. 2 St. erreicht er sein zweites 
Maximum mit gleicher Helligkeit wie im ersten, und sinkt nun in 3 T. 
12 St. wieder zur geringsten Helligkeit herab, so dass er in 12 Tagen 
21 St. 46 Min. 40 Sek. seinen ganzen Lichtwechsel durchlauft. Diese 
Dauer der Periode gilt aber nur fur die Jahre 1840 bis 1844; friiher 
war sie kiirzer, und zwar im Jahr 1784 um 2V2 Stunden', 1817 und 
1818 um etwas mehr als 1 Stunde, imd jetzt zeigt sich deutlich wieder 
eine Verkiirzung derselben. 

Die grosste Regelmassigkeit des Lichtwechsels zeigt i Cepheus. 
Die Periode von 5 T. 8 St. 47 Min. 39 % Sek. stellt alle Beobachtungen 
von 1784 bis jetzt innerhalb_der Grenzen der zulassigen Beobachtungs- 
fehler dar. Er braucht 1 T. 15 St. vom Minimum bis zum Maximum, 
dagegen 3 T. 18 St., um wieder vom Maximum bis zum Minimum zu 
gelangen; von dieser Zeit andert er sich durch 8 Stimden fast gar 
nicht, und einen ganzen Tag nur unbedeutend, dann erst beginnt wieder 
das Wachsen des Lichtes wie friiher. 

Bei R Wassermann (Nr. 107) ist die Periode jedenfalls grosseren 
Schwankungen unterworfen, eben so wie die Lichtstarke im Maximum, 
bei dem er gewohnlich nur die Helligkeit eines Stemes 8.9 Grosse, 
manchmal aber auch die 6.7 Grosse erreicht, wie im Jahre 1852. 

Die bereits bei Algol und fi Leier erwahnte Veranderlichkeit der 
Periode scheint auch bei R Schlange (Nr. 62) vorhanden zu sein'; es 
lassen sich namlich die Maxima ziemlich genau durch die Formel aus- 
driicken: 

1837 Mai 22.5 + 367. 2*00 E — 0,^USS -E« 
wo E anzeigt, die wie vielte Epoche nach 1837 Mai 22.5 man sucht. 



32 ^^ ..WnudM de« HiamttUi** 6. Aofl. II. Abth. g. 213. 

Die Lichtwecbsel von a Cassiopeja, a Orion und a Herkules sind 
sehr gering, obwohl die Sterne entBcnieden eine VerS.nderlicLkeit zeigen. 
Der letztere, a Herkules, ist ein rother Doppelstem, hat aber einen 
sehr unregelmassigen Lichtwecbsel, wessbalb die Liditperiode noch znit 
einer grossen Unsicherbeit bebaftet ist. 

Ein sehr interessanter Stem ist noch 37 Argo (Nr. 42). Schon 
Halley hatte bei seinem Aufenthalte auf St. Helena im Jabre 1677 die 
Veranderlichkeit mebrerer Sterne im Stembilde des Schiffes beinerkt, 
aber er gelangte bei der UnvoUkommenheit seiner Schatzungen zu kei- 
nem bestinunten Resultate. 17 Argo schatzte er 4. Grosse. Lacaille 
fand ihn im J. 1751 2. Grosse. Aber diese Helligkeit verminderte sioh 
spater wieder, denn Burchell schatzte ihn in den Jahren ISllbis 1B15 wie 
Halley nur 4. Grosse. Fallows und Brisbane sahen ihn 1822 bis 
1826 2. Grosse, und Burchell im Februar 1827 1. Grosse, ganz 
a Kreuz gleich; nach einem Jabre war er nur mehr 2. Grosse, und so 
blieb er bis 1837. Aber am 16. December 1837 fand ihn der jungere 
Herschel von solcher Lichtintensitat, dass er fast dem Sterne a Cen- 
taur gleichkam, und alle andem Sterne 1. Grosse ausser Sirius und 
Ganopus an Glanz iibertraf. Am 2. Januar 1838 erreichte er das Maxi- 
mum seiner Helligkeit, und wurde dann bald schwacher als Arctur, 
erhielt sich aber bis Marz 1843, obwohl fortwahrend im Abnehmen be- 
griffen, als Stern erster Grosse. Im April 1843 nabm das Licht wieder 
so zu, dass nach den Beobachtungen von Mack ay in Calcutta und 
Ma clear am Eap seine Helligkeit wieder fast der des Sirius gleichkam. 
So blieb er bis Anfangs 1850, wo ihn noch Gillis auf einer Beise in 
Chili beobacbtete, und Canopus gleich fand. In den folgenden Jahren 
nahm er wieder an Helligkeit ab, war nach Powell 1859 bereits zu 
einem Sterne 3. Grosse und 1861 zu einem 4.3 herabgesunken, und als 
Bolchen sab ihn noch 1862 Capitain Jakob auf seiner Riickreise aus 
Indien nach Europa. Wolf in Zurich hat nun gefunden, dass diese 
zerstreuten Angaben sich recht gut durch einen periodischen Lichtwecbsel 
von 4i5 Jahren darstellen lassen, wenn man der Lichtkurve, wie der von 
/} Leier, zwei secundare Maxima und Minima beilegt, und ein Haupt- 
nunimum auf das Jahr 1677 setzt, wo ihn Halley nach dem obigen 
4. Grosse schatzte. Mit Uebergehung der zwei nicht beobachteten Mi- 
nima von 1723 und 1769 fallen solche wieder auf die Jabre 1855 und 
1861, wo ihn in der That Burchell, dann Powell und Jakob aber- 
mals 4. Grosse sahen, wahrend ein Hauptmaximum im Jahre 18S8 ein- 
treten soil, inwelchem ihn J. Herschel, wie oben erwahnt wurde, auch 
in ungemein grossem Glanze strahlen sah. 

Man hat fiber den Grund dieser wunderbaren Lichtwecbsel ver- 
schiedene Meinungen aufgestellt. Wir geben sie hier kurz an, ohne 
fiber ihren Werth entscheiden zu woUen. — Man glaubt, dass diese 
Sterne, gleich unserer Sonne, eine Rotation um ihre Axe haben und an 
einer ihrer Seiten lichtlos oder doch mit mehreren dunklen Flecken be- 
deckt sind. Andere laseen grosse dunkle Plaaeten um diese Sterne 
geben und uns das Licht derselben nehmen, wenn sie zwischen una und 
diese Sterne treten. Wieder Andare nehmen die Gestalt dieser Sterne 
linsenfdrmig an mit grossen Scbwankimgen in der Lage der Botations- 
achse, wo sie dann, wenn sie wahrend ihrer Rotation uns ihre scharfe 
Kante zuwenden, weniger hell ersoheinen oder aooh ganz y^uokwrniBu. 



§. 214. Au8 „WuBder des Himmels'^ 5 Avfl. II. Abfh. 33 

Auch woUte man diese abwechselndiein Atifh^llangen iind Verdiinkiimgozi 
eigenen atmospharischen Erzeugnissen dieser Sterne, denen unserer 
Sonnenflecken ahnlich, zuschreiben. 

§. 214. (Nene odemieder Teiiichwiiiulen« 8tex3ie.) So gTOSB auoh die RelTO- 

Itttionen sein mogen, die anf den Oberflachen solchem Lichtwechael 
unterworfener Fixsterne Torgehen — welche ganz andere Yeranderungen 
mogen jene andern erfahren haben, die an Stellen des Himmels, wo 
man friiher keinen Stern bemerkte, in hellen Flammen anfznlodem nnd 
dann, Tielleicht fiir immer, zu verschwinden schieneni — Ein solcher 
war vielleicht der neue Stern, dessen Plinius (Hist. ncU. Lib. 11.) 
erwahnt, der im Jahr 134 vor Gbr. 6. in einer friiber ganz stemlosen 
Gegend des Himmels erscbien. Hip parch soil, dadurch aofinerksam 
gemacht, den Entschluss gefasst haben, das erste Sternyerzeichniss zu 
verfertigen. Es enthielt nor die yorziigUchsten , mit freiem Auge sioht- 
baren Fixsterne, und doch wendeten die Alten auf ihn die Stelle Vir- 
giVs an, wo yon Palinurus, dem Steuermanne des Aeneas, gesagt 
wird: 

Sidera cuncta notat tacito labentia coelo. 

Was wiirden sie zu unseren Stemkatalogen, zur Hishire eeksk^ 
2u Bessel's, Lament's, Argelander's Zonen und des letzteren idlge- 
meinem Stemyerzeichnisse , das allein iiber 300000 yerschiedene Sterne 
enthalt, gesagt haben? 

Eben so erscbien im Jahr 389 nach Gbr. 6. zur Zeit des Kaisers 
Uonorius, era neuer, friiher sie gesehener Fixstem neben dem Stern- 
bilde des Adlers, der durch drei Wochen an Glanz der Venus gleich 
kam und spater wieder yollig yerschwand, wie Cuspinianus erzahlt, 
der ihn selbst beobachtet haben will. Im neunten Jahrhundert beob- 
achteten zwei arabische Astronomen, Haly und Albumazar, einen 
solchen neuen Stern im Scorpion, dessen Licht dem des Mondes in sei- 
nen Vierteln gleich war , und der nach yier Monaten wieder unsichtbar 
wurde. Im Jabre 945, zur Zeit des Kaisers Otto, sab man, wie die 
Chroniken erzahlen, einen solchen neuen und hellen Fixstem zwischen 
dem Gepheus und der Gassiopeja, und im Jahr 1264 soil man nahe an 
derselben Stelle wieder ein seiches Gestim gesehen haben. Im J. 1572 
am 11. November bemerkte Tycho, als er eben zur Nachtzeit aus sei- 
nem chemischen Laboratorium iiber den Hof seines Hauses in die Stem- 
warte ging , ebenf alls in dem Sternbilde der Gassiopeja einen neuen 
Stern von ausserordentlicher Grosse, auf einer Stelle, wo er friiher nur 
sehr kleine Sterne gesehen hatte. Er fand ihn ohne Schweif und yon 
keinem Nebel umgeben, so dass er ihn nicht fiir einen Kometen halten 
konnte. Er war vielmehr alien iibrigen Fixsternen in jeder Beziehung 
vollig gleich, nur noch starker funkelnd als Sterne erster Grosse. Sein 
Lichtglanz libertraf den des Sirius, der Wega und des Jupiter. Man 
konnte ihn nur mit der Venus yergleichen, wenn sie der Erde am 
nachsten steht, und sah ihn bei heiterer Luft auch bei Tage, selbst in 
den Mittagsstunden. Zur Nachtzeit bei bedecktem Himmel, wenn alle 
anderen Sterne unsichtbar waren, wurde er mehrmals durch Wolken 
Ton massiger Dichte gesehen. Abstande yon anderen, nahen Stemen 
der Gassiopeja, die Tycho wahrend des Jahres 1573 mit yieler Sorg- 
falt mass, iiberzeugten ihn yon seiner volligen Unbeweglichkeit Bereits 
im Dezember 1572 fing die Lichtstarke an abzunehmen, und de^ Stem 

Littrow, Atlas d. g. H. 8. Anil. 3 



34 ^^ „WiiBd«r dM Himnds" ft. AalL n. Abth. J. 214. 

wurde an HeUigkeit dem Japiter gleich; im Janaar 1573 war er Bchon 
minder bell als Jupiter. Fortgesetzte Schatzungen ergaben : fur Februar 
und Marz Gleichheit mit Stemen erster GroBse, fiir April und Mai mit 
Btemen zweiter, fiir Jtdi und August mit Stemen dritter, fiir October 
und November mit Stemen vierter GroBSe. Der Uebergang von der 
fUnften zur sechsten GroBBe fand vom Dezember 1573 bis Februar 1574 
Btatt Im folgenden Monate verschwand der Stem ganzlich fiir das blosse 
Auge, nachdem er 17 Monate lang geleuchtet hatte. Seitdem wurde er 
ni^t wieder gesehen. Als er zuerst erschien, war sein Licht blendend 
weisB. Im Januar 1573, zwei Monate nach Beiner Entdeckung, war 
dasselbe bereits betrachtlich Bchwacher und gelblich geworden. Wie- 
der in einigen Monaten nahm er eine rothliche Farbe an, wie Mars 
oder Aldebaran, und im Anfange des Jahres 1574, zwei oder drei Mo- 
nate vor seinem ganzlichen Verschwinden , schimmerte er nur mehr iu 
einem grauen oder bleifarbenen, dem des Saturn ahnlichen Lichte. 
— Goodricke, dessen wir oben (IL §. 212) schon ofter gedacbten, 
ist der Meinung, dasB die erwahnten neuen Sterne der Jahre 945 und 
1264 identisch mit diesem von 1572 sind, und dass daber dieser Stern 
ebenfiEdls ein veranderlicher Stem sei, dessen periodischer Lichtwechsel 
150 oder 300 Jabre betragt. AUein jene zwei fruheren Erscheinungen 
Bind zu ungewiss, um auf sie mit Sicherbeit eine solche Bebauptung 
griinden zu konnen. 

Da jedoch die Zeit heranriickt, in welcher, die Identitat der drei 
Sterne vorausgesetzt, sein Wiedererscheinen zu erwarten steht, hat Ar- 
gelander vor Eurzem seine Reduktion der oben erwahnten von Tycho 
gemessenen Abstande dieses Stemes von andern benachbarten veroffent- 
Ucht, und gibt darnach als wahrscheinlichsten Ort fiir denselben an: 
1850: AR = 4^ 8', D = + 63» 19'. 

Ueberdiess hat D'Arrest am Kopenhagener Kefraktor sammtliche 
Sterne in einem ziemlich grossen Umkreise um diesen wahrscheinlichsten 
Ort, bis zu den kleinsten noch sichtbaren hinab mappirt, damit diese 
Gegend leicht iiberwacht, und etwaige Verandemngen , die in ihr vor- 
gehen, schnell erkannt werden konnton. Nun hat D'Arrest gerade an 
der Stelle, wo nach Argelander der Tychonische Stem stehen soil, 
ein Stemchen 10. 11. Grosse in die Earte eingezeichnet, welches Ar- 
gelander in friiheren Jahren weder in Abo noch in Bonn gesehen, so 
dass vielleicht dieses Stemchen der Stern vom Jahre 1572, und das Ge- 
stirn bereits langsam im Hellerwerden begrififen ist. 

Ein anderer neuer Stern, dessen zuerst der Bischof Miinter er- 
wahnt, erschien im Jahre 1604 am 10. Oktober im ostlichen Fusse des 
Schlangentr&gers. Brunowski, ein Schiller Eepler's, schatzte ihn 
grosser, als alle Steme erster Grosse, heller selbst als Jupiter und Sa- 
tum, aber schwacher als Venus. Zu Anfange des Jahres 1605 war er 
noch immer heller als Antares, aber von geringerer Lichtstarke als Arc- 
tur. Ende Marz desselben Jahres wird er als 3. Grosse beschrieben, 
und zwiscben Februar und Marz 1606 verschwand er. Der Ort dieses 
Stemes, derhaufig auch der Eepler'sche genannt wird, ist nach Schon- 
feld's Berechnung der Beobachtungen von D. Fabricius: 
1850 AR = 2600 25', D = — 21® 21'. 

Auch die chinesischen Astronomen beobachteten um dieselbe Zeit 



§. 214. Aw „WiiDder des Himmeb** 6. Anfl. n. Abtli. 35 

das Auffiammen eines neuen Stemes, der vielleicht mit dem in Eiiropa 
beobachteten identisch ist. 

Im Jahre 1670 am 20. Juni entdeckte Anthelme am Kopfe des 
Fuchses (fiir 1850 Rectascension 295® 21', Declin. + 26® 68') ziemlich 
nahe bei /? des Schwanes einen Stern dritter Grosse, der aber schon 
nach zwei Monaten bis zur {iinften Grosse herabsank. Bald darauf yer- 
schwand er, zeigte sich aber wieder am 17. Marz 1671, wo er unge- 
fabr vierter Grosse war. Dominik Cassini, der ihn in Paris sebr 
fleissig beobachtete, fand seine Helligkeit sehr veranderlich. Wabrend 
des Jahres 1671 yerschwand er abermals, und man hofite, ihn im Feb- 
ruar 1672 in seinem alten Glanze wieder zu sehen. Aber er erschien 
erst am 29. Marz desselben Jahres und nur sechster Grosse. Seitdem 
hat man ihn nicht mehr gesehen. 

A. y. Humboldt gibt im dritten Bande des Eosmos ein Yerzeich- 
niss der wichtigsten neu erschienenen Sterne nebst Bemerkuugen iiber 
die Umstande ihres Erscheinens, woyon wir hier einen kurzen Auszug 
mittheilen. 

Im J. 134 vor Chr. im Scorpion. Wurde bereits oben erwahnt. 

Im J. 123 nach Chr. im Ophiuchus. Nach chinesischen Beobach* 
tungen. £r stand zwischen a Herkules und a Ophiuchus. 

Im J. 173 nach Chr. im Centaur. Nach chinesischen Beobachtun* 
gen. Er erschien am 10. Dezember 173 zwischen a und ^ des Centaur, 
und yerschwand nach 8 Monaten wieder. 

Im J. 369 n. Chr. Zweifelhaft. 

Im J. 386 n. Chr. im Schiitzen. In den chinesischen Verzeichnissen 
heisst es ausdriicklich, dass der Stem yon April bis Juli 386 immer an 
derselben Stelle des Himmels stand. 

Im J. 389 im Adler. Wurde bereits oben erwahnt. 

Im J. 393 im Scorpion. Nach chinesischen Beobachtuugen. 

hn J. 827 im Scorpion. Zweifelhaft. 

Im J. 945 zwischen Cepheus und Cassiopeja. Wurde schon firiiher 
erwahnt. 

Im J. 1012 im Widder. Den Nachrichten eines Monchs yon St. 
GaUen zu Folge war dieser Stem yon ungewohnlicher Grosse und einem 
Grlanze, der die Augen blendete. Er wurde yon Ende Mai an durch 
drei Monate beobachtet. Er erschien sehr yeranderlich ; zuweilen sah 
man ihn auch gar nicht. Einige yersetzen die Erscheinung dieses Stems 
in das Jahr 1006. • 

Im J. 1203 im Scorpion. Nach chinesischen Beobachtungen. 

Im J. 1230 im Ophiuchus. Nach chinesischen Beobachtungen. 

Im J. 1264 zwischen Cepheus und Cassiopeja. 

Im J. 1572 in der Cassiopeja. Der yon Tycho beobachtete Stem, 
dessen schon oben erwahnt wurde. 

Im J. 1578. Nach chinesischen Beobachtungen. Die Intensit&t des 
Lichtes scheint ausserordentlich gross gewesen zu sein, indem das 
chinesische Verzeichniss den Beisatz enthalt: »ein Stern gross wie die 
Sonne. « 

Im J. 1584 im Scorpion. 

Im J. 1600 im Schwan. Es ist der Stem P im Schwane oder 
Nr. 34 dieser Constellation nach Bayer. Er war beim Erscheinen 
dritter Grosse, nahm seit 1619 an Helligkeit ab und yerschwand 1621 

3* 



D. CsBsini iak ihn im J. 1655 wieder, wo er abcmals bis nir dritten 
Grotse gelaogte, aber sehr bald Tenchwand. Zom dritten Male enchien 
er im NoTeiid>er 1665 irieder, wo ihn Hevel beobachtete, erreichte 
aber die dritte Grosse nicht mehr, nnd nahm laagsam an HeUigkai ab, 
bia er (nriachen 1677 and 1682) die secbste Grdrae erreichte, die er 
aaitdeiii meitteiis beibefaielt £r soli jetat in langer Periode schwach 
Teranderlich sein, and ist im Verzachnisee (§. 212) aJt P Schwan (Nr. 93) 
an^effihrt. 

Im J. 1604 im Ophinchns. Wnrde 8ch<m oben erwahnt. 

Im J. 1609. Nach cbineeiBchen Beobachtongen. 

Im J. 1670 im Fnchs. Wnrde schon oben naher beechrieben. 

Ea yerfloBsen nnn 178 Jahre, ohne daas eine ahnliche Erscheinimg 
beobachtet worden ware, obgleich gerade in dieser Zeit der Himmel sehr 
aorgfiiltig nnd mit Tortrefflidien Instnimenten dnrchforscht wnrde. Erst 
am 28. April 1848 entdeckte Hind in London einen nenen, rotUich- 
gelben Stem fiinfter Grosse im Schlangentrager bei Rectascension 252® 
47' DecL — 12* 40" [fur 18501 Seit jener Zeit hat der Stem an Hel- 
lif^eit immer mehr nnd mehr abgenommen, nnd ist jetzt wahrscheinlich 
adbst for die starksten Femrohre bereits wieder Terschwunden. 

Enrze Zeit daranf, im J. 1860 fand Anwers abermak einen neaen 
Stem siebenter Grosse im Scorpion, der dadorch merkwiirdig ist, dass 
er mitten in einem Nebelflecke aufUinchte. Anch er hat seit jener Zeit 
an Helligkeit langsam, aber continoirlich wieder abgenommen. Seine 
Position fiir 1850 ist: 

AR : 242* 2', Deei. — 22» 37'. 

Hochst bemerkenswerth ist bei alien diesen neu erschienenen Ster- 
nen der Umstand, dass sie bei ihrem Sichtbarwerden nicht allmahlich 
an Helligkeit znnehmen, sondem plotzlich in ihrem YoUen Glanze auf- 
lenchten, wahrend bei ihrem Yerschwinden gerade das Gegentheil statt- 
&idet, nnd ihre Lichtabnahme Ton Stnfe zn Stnfe verfolgt werden kaun. 
Vergleicht man die Oerter dieser neuen Sterne, so findet man, dass bei 
weitem die Mehrzahl, etwa Vs von alien, sich in der Nahe der Milch- 
strasse oder in dieser selbst gezeigt haben. Es waren namlich unter 
den 22 oben aufgefuhrten 6 im Scorpion, 3 in der Gassiopeja nnd dem 
Cephens, 4 im Schlangentrager, 1 im Adler, 1 im Schiitzen n. s. f. lau- 
ter in der Nachbarschaft der Milchstrasse gelegene Sternbilder. 

Wie sollen wir nun Erscheinungen dieser Art deuten? Soli man 
sie, mit Newton, dem Aufflammen eines Planeten zuschreiben, der sich 
in seine Sonne gestiirzt hat? Oder sind diese Sterne an sich dunkle 
Korper von gewaltigem Umfange, die durch irgend einen fiir sie ver* 
derblichen Unfall in Brand geriethen, die Millionen yon Meilen rings um 
aich mit dem Lichte ihrer Flammen erfiillten nnd dann, vielleicht fiir 
immer verloschen und ihre Asche in dem Weltraume zerstreuten? Und 
war daher dieser belle Glanz, mit dem sie eine Zeit durch am Himmel 
zn prangen schienen, nur der Yerkiinder einer nntergehendenWelt, 
die uns, durch ihr Auflodern, den furchtbaren Tag ihres Untergangs 
anzeigte, des Tages, an dem diese ihrer Yemichtung geweihte Sonne 
und mit ihr Tausende Ton den sie umkreisenden Planeten und Kometen, 
nnd mit diesen endlich unzahlige Schaaren yon lebenden Wesen, Alle in 
Einem Augenblicke, das schreckliche Ende ihres Daseins gefunden ha- 
ben? Oder soil man alle diese sogenannten neuen und yerschwundenen 



§, 221* J^^ „Wimdir des HinuMlt** 5» Anil, 11. Abflk 37 • 

Sterne nur eben untei* die reranderlichen reihen? Das letztere ist das 
wahrscheinlichste, und es spricht auch dafiir die £igenthumlichkeit, die 
jene Oestime mit den yer&nderliehen Sternen gemein haben, daBS ihr 
Licht yiel rascher an Intensitat zu- als abninunt. Uebrigens werden 
sich alle Fragen, welcbe die Veranderlichen betreffen, insbesondere jene 
iiber deren Natur erst dann beantworten lassen, wenn man Beobach-* 
tnngen iiber die scheinbare Grosse der Sterne in grosserem Umfange 
als diess bisher geschehen, anstellen wird, Beobachtungen, die fiir jetzt 
ganz im Wirkungskreise von Liebhabem der Wissenschaft liegen, da 
sie fiir den hier noch zu liefemden Anfang gar keine oder docb nnr 
sehr kleine Apparate erfordern, den Astronomen vom Fache aber, die 
eben ihre kostbaren Instrumente zu anderen, dringenderen Untersudiun- 
gen zu beniitzen suchen miissen, zu weit abliegen. W. Hers ch el's zu 
diesem Zwecke angestellte Vergleicbung yon Sternen einzelner Constel- 
lationen unter einander (London. Philos. Transact. 1796) und Arge- 
lander's Uranometrie wiirden treffliche Grundlagen zu solchen hochst 
interessanten und dankbaren Arbeiten geben, und wir konnen uds daher 
nur mit Sir John Herschel in der Aufforderung dazu vereimgen. 
Argelander's Andeutungen fiir Freunde der Astronomic (Schuma* 
cher's astron. Jahrbuch fiir 1844) und J. Hers ch el's Outlines ofAstro^ 
nomgi wiirden als Fiihrer dienen. 

§. 221. (Kigentiiche stemgrmppen.) Stemgruppeu odor auch Stemhaufen 
nennt man diejenigen isolirten, lichten Stellen des Himmels, die sich, 
wenigstens durch bessere Femrohre, durchaus in einzelne Sterne auf- 
losen lassen, wahrend sie mit freien Augen entweder nur als matte Licht^ 
wolken, oder auch, im gewohnlichsten Falle, gar nicht sichtbar sind. 
Einige derselben kann man schon mit Femrohren von 3 bis 4 ZoU Oeff- 
nung sehen, und wir werden diese besonders bemerken, damit die Leser, 
die mit solchen Instrumenten versehen sind, wenigstens diese Gegen^ 
stande am Himmel selbst nachsehen und naher kennen leraen mogen. 
Die in den folgenden Ahgaben aufgefohrten Rectascensionen {AR) 
and Deklinationen (D) gehoren durchaus fiir das Jahr 1850, und konnen, 
da die Durchmesser dieser Gegenstande meistens sehr bedeutend sind, 
auch fiir dreissig und mehr Jahre vor- und riickwarts von dieser EpochO' 
gelten. Zu ihrer Aufsuchung am Hinmiel ist ein parallaktisch aufge^: 
stelltes Femrohr sehr bequem. 

Zu diesen Stemgruppen gdioren also vorerst jene, die man schon 
mit freien Augen oder doch mit sehr schwachen Femrohren, als eigent- 
liche Sammlungen yon Sternen erkennt. Solche sind: 
AR xx=;54®..., D = + 23*..., die bekannten Pleiaden oder die 

Gluckhenne am Halse des Stiers, mit freien Augen schon auf- 

losbar. S. Atlas des gestimten Himmels Fig. 4. 
AR = 320 28', /> = + 560 28', A und / im Schwerte des Perseus, 

dem unbewaffneten Auge als eine lichte Wolke auffallend. 

Die Gruppe besteht aus Sternen 7. bis 14. Grosse, hat zwei 

Mittelpunkte der Yerdichtung, und bildet dines der herrlich- 

sten teleskopischen Objekte des Himmels. 
AR == 127^ 58', D = + 20« 30', die sogenannte Krippe im StembiMe 

des Krebses. S. Atl. d. g« H. Fig. 6. 
AR ttz 1780..., D er + 260..., jas Haupthaar der Berenice, mit 
' fireien Augen sehon auflosbar. 



38 ^w „W«Bd«r dM HinaMto** 6. Avfl. II. Ablfa. §. 222. 

Ohne una weiter bei diesen and ahnlicheii bekannten Gruppen aui- 
znhalten, gehen wir sofort zu den eigentlich teleskopischen Sterngrup- 
pen fiber, deren man sehr viele am Himmel bemerlct. Ihre GestaU ist 
beinahe darchaus rand and oft selbst genaa kreisformig; die Sterne, aaa 
welchen sie zasammengesetzt Bind, Bcheinen meistens gleich gross za 
sein, and nar zaweilen findet man einen oder einige grossere Sterne in 
der Mitte dieser Gnippen. Diese grosseren Sterne sind dann oft darch 
eine rothe Farbe aasgezeichnet oder auch eigentliche Doppelsterne. Die 
Ereisform findet man Torziiglich bei alien jenen Orappen, deren Sterne 
sehr klein and gedrangt sind, gleichsam als waren jene in ihrer Aas- 
bildang schon weiter Yorgeschritten, wahrend die anderen an ihren Gren* 
zen noch anregelmassig sind and oft selbst noch in Zweige and Arme 
aoslaafen. Die Anzahl der Sterne in den sehr gedrangten (hnippen ist 
oft wahrhaft aasserordentlich. An ein eigentliches Zahlen lasst sicii 
da nicht mehr denken, aber nach Herschers Schatzangen sind oft 
wenigstens fiinftaasend Sterne in einem kageUormigen Raume zasammen- 
gepresst, dessen Durchmesser kaam 8 bis 10 Minaten hat, dessen Ober- 
flache also kaum den zehnten Theil der Oberflache des Vollmondes 
betragt. Gegen die Mitte dieser Grappen nimmt die Helle derselben 
meistens stafenweise za, and zwar so stark, dass diese Centralhelle 
nicht bloss optisch ist, wie sie aach jede andere, aus vollig gleich weit 
abstehenden Sternen gebildete Eagel zeigen wiirde, sondem physisch, 
dadarch bewirkt, dass die Sterne gegen den Mittelpankt der Kagel in 
der That naher an einander rttcken, was wahrscheinlich die Folge einer 
grosseren Attraktion dieses Mittelpanktes ist. Die scharfe Begrenzang 
and die aaffallende Symmetrie des inneren Banes dieser wandenrollen 
Sonnengebilde zeigen, dass sie in sich selbst abgescfalossen sind, um- 
achlungen yon einem eigenen gemeinsamen Bande des Znsammenhanges, 
dessen innere Organisation ims aber wohl fiir immer anbekannt bleiben 
wird. . 

§. 222. (vonfigiichfu surngrapiMB.) Hier folgen die ansgezeichnetsten 
dieser Grappen, von denen man mehrere schon mit massigen Femroh- 
ren erkennen kann. Die dabei vorkommenden Stemgrossen sind von 
J. Herschel, obschon er bei einzelnen Sternen aach nar 16 Hauptab- 
stafungen annimmt, hier wie bei Doppelstemen bis zar 20. fortgefuhrt. 
AR = 101® 38', D = + 18® 10', in den Zwillingen. Eine grosse, 

anregelmassige, facherartig aasgebreitete Stemgrappe. Gegen 

die Spitze nimmt sie rasch an Licht za, and an dem der 

Spitze gegeniiber liegenden Bande erscheint sie zerrissen and 

schlecht begrenzt. Lange and Breite des Ganzen 6 bis 6 Mi- 

naten. Siehe Atlas d. gest. H. Fig. 11. 
AR = 127® 46', D = — 29« 25', im Schiff Argo. Ein feiner Stem- 

haofen nahe von der Gestalt eines X, aas Sternen der 11. bis 

13. Grosse. Diameter 6 Minaten. 
AR r= 129^ 45', J9 = + 13® 9', im Krebs. Eine schone Gnippe Ton 

Sternen 9. bis 10. Grosse, die sehr regelmassig am einea 

Centralstem angeordnet sind. 
AR ^ 196® 24', I^ = + 18<> 58', im Haapthaar der Berenice. Eina 

sehr schone and stark gedrangte Grappe von angemein Uei* 
. : nen Sternen 12. bis 20. Grosse, mit zerstrenten Sternen bis 

zn einer bedentenden Distanz. Die Mitte ist sehif hell , and 



§. 222. Am „Wiind*r d«i Himaeli** 5. Anil. n. Abth. 39^ 

gegen den Rand hin laoft die Ghruppe in knunmlinige Zacken 
aus. Durchmesser 5 Minuten. 

AR = 203 « 48', /) = + 29» 8', im 8iidlich^n Jagdhunde. Ein sehr 
interessantes Objekt von 6 Minuten Durchmesser. Es ent- 
halt wenigstens tausend Sterne der 11. Grosse und darunter, 
die eine helle Stelle gegen den Mittelpunkt bilden, aus wel- 
chem gleichsam Lichtstrahlen gegen den Umkreis ausstromen. . 

AR = 209® 40', /> = + 290 14', im Bootes. Sehr grosse, reiche, 
runde Grruppe Ton 8 bis 10 Minuten Diameter. Die Sterne 
sind der 12. bis 18. Grosse. Die Gruppe hat keinen lichten 
Kern, die Sterne sind gegen die Mitte der Gruppe ungemein 
gedrangt, und nur fur die starksten Femrohren einzeln zu 
erkennen. 

AR « 227 <> 45', /) = + 2® 40', iii der Wage. Sehr schone und ge- 
drangte kugelformige Gruppe. Die Beleuchtung derselben 
wachst stark gegen die Mitte, wo die Sterne nicht mehr ge- 
trennt werden konnen. Der Durchmesser des Ganzen ist 
2 V2 Minuten. Die Nachbarschaft um diese Gruppe ist stem- 
leer. Siehe Atlas d. g. H. Fig. 9. 

AR = 232« 32', /> = + G^ 29', in der Schlange. Feine, runde Stem- 
gruppe, gegen die Mitte stufenweise heller. 2 Minuten Durch- 
messer. Ungemein schwer aufzulosen. Siehe Atlas d. g. H. 
Fig. 10. 

AR = 249® 5', D = + 36« 45', im Herkules. Sehr reiche Stemgruppe 
von mehreren tausend Stemen der 10. bis 15. Grosse, fast 
bis zur Mitte auflosbar, und am Rande in Strahlen auslau- 
fend, besonders gegen Siidost. Durchmesser 7 bis 8 Minu- 
ten. Diese Gruppe, einer der prachtvoUsten Gegenstande am 
Himmel, eben noch mit dem freien Auge als mattes Wolkchen 
zu erkennen, wurde von Halley 1714 entdeckt, imd wird 
von Meslsier.noch als Nebel ohne Sterne beschrieben. Sie 
steht zwischen 7 und £ des Herkules und ist Atl. d. g. H. 
Fig. 7 abgebildet, und zwar so, wie man sich eigentlich Dar- 
stellungen dieser Art immer zu denken hat, namlich licht auf 
dunklem Hintergrunde. 

AR = 2520 16', D = — 3» 52', im Schlangentrager. Eine runde 
Gruppe von zerstreut stehenden Stemen, 10 Minuten im Durch- 
messer, ohne eigentlichen Eem. 

AR = 267® 3', D == — 18® 58', im Schlangentrager, grosse, reiche, 
nicht sehr gedrangte Gruppe yon 60 bis 80 Stemen der 9. 
bis 13« Grosse, die grosstentiieils auf regelmassigen krummen 
Linien zu liegen scheinen. 

AR = 276® 48', D = — 24» 0', im Schutzen. Sehr schone, kugel- 
formige Gmppe, allmahlich hdler gegen die Mitte, aber ohne 
eigentlichen Kem. Die Sterne der 12. bis 20. Grosse schei- 
nen durchaus gleich vertheilt und die Grenze des Ganzen 
verwachsen 

AR s 280<> 46', /> =^ — 6» 27', im Sobieski'schen Schilde. Seh5ne 
aber unregelmassige Gruppe Ton 10 bis 12 Minuten Dnrdi- 
messer. Die Sterne alle aer 12. GrSsse mit einem helleren 
der 9. Grosse in der Mitte. Das gaaze Bild sdieint in funf 



40 ^^ nWoadtr del HIiaaMb'* 5. Atifl. U. AbUi. S»rf22. 

odor sechs yenoUedeiie Grnppen gebrochen 2u sein. Wurde 
schon 1681 yon Kirch entdeekt. 

AB ^ 287® 41', D a= + 29» 55', in der Leier. Reiche, sehr ge- 
drangte Oruppe, gegen die Mitte sehr hell, hat sehr nahe 
die Gestalt eines Dreiecks. Der grosste Dorchmesser ist drei 
Mmuten. Die Sterne sind von der 12. bis 14. Grosse. 

ilH » 291® 6', D = + 8® 55', im Adler. Sehr reich und gedrangt. 
Darchmesser 40 Sekunden. 

AR cr 311® 18', i) = — 13^ 6', im Steinbock. Runde, gegen die 
Mitte ziemlich helle Stemgruppe von 2 Min. Durchmesser. 

AR = 320® 41', Da= + ll®31'im Pegasus. Gross, licht, unregel- 
massig rund, gegen die Mitte heller, als wenn hier die Gruppe 
eine wulstige Erhohung hatte. Aus dem Mittelpunkte scheincn 
Liohtsreifen gegen die Peripherie zu gehen. Steht in einer 
sehr stemleeren Gegend, und wurde 1745 von Maraldi 
aufgefnnden. 

AR *5 321* 26', J9 = — 1® 29', im Wassennann. Schon, gross, rund, 
auflosbar. Gegen die Mitte sehr hell, gleichsam flammend, 
obschon hier die Sterne nicht dichter stehen. Der Anblick 
der Gruppe gleicht dem eines Haufens Goldsandes. Der hellste 
Theil des Ganzen hat 1 Vs Minuten im Durchmesser, und das 
Licht desselben gleicht dem eines Stemes der 6. Grosse. Siehe 
Atlas d. g. H. Fig. 8. 

AR sr= 357® 22', D = + 55® 53', in der Cassiopeja. Sehr schone, 
grosse, runde Gruppe, sehr reich an dicht gedrangten Ster- 
nen. Das Ganze wird allmahlich heller gegen die Mitte, aber 
ohne Verdichtung zu einem eigentlichen Kern. Durchmesser 
15 Minuten. Die Sterne sind von der 11. bis 18. Grosse. 
Entdeekt von Caroline Herschel 1783. 
Von denjenigen Gruppen, die einen ausgezeichnet gefarbten Stern 

in ihrer Mitte haben, kann man bemerken: 

AR =i 32® 51', n « + 56® 28', in der Cassiopeja. Gross und schon, 
gegen die Mitte heller. Diese Gruppe steht nahe bci der 
oben erwahnten grossen Gruppe des Perseus. Mit einem 
rothen Sterne in der Mitte. 

AR =5 77® 25', I> = + 39® 10', im Fuhrmanne. Eine reiche Stem- 
gruppe mit einem orangefarbigen Sterne der 7. Grosse. 

AH = 321® 20', I> = + 50® 55', im Schwan. Schone, nicht sehr 
gedrangte Gruppe Yon Sternen der 16. bis 18. Grosse, 8 Mi- 
nuten Durchmesser. In der Mitte ein rothlicher Stern der 
11. Grosse. 

AD ^ 3240 45', /> = + 53® 0', im Schwan. Ein sehr merkwiirdiger 

Gegenstand, namlich ein OTaler Ring Ton kleinen , nahe an 

einander stehenden Sternen gebildet, 4 Minuten Durchmesser, 

in der Mitte des Ringes ein Stem der 9. bis 10. Grosse von 

w . xubinrother Farbe. 

Gruppen mit Doppelstemen in ihrer Mitie finden sicb ebenfalls 

mehr«re am Hiknmel, z. B.: 

AR m: .38® 6', /) = + 42® 8'^ im Perseus. Eine schone Gruppe von 
nahe Bwanzig Biemen der 9. bis 11.. Grdsse, und vielen an- 
d«re& kleinwen^ In der Mitte derselhen ein Doppelstem. 



g, 222« ^«' »Wand«r des Bimmt^' (». Anil, II. AhUu 41 

AR = 740 30', D ^ + 37» ir, im Fuhrmanne. GedrSngtQ Gnippe 

Ton 20 bis 30 Sternen mit eioem Doppelstern. 
AR = lOio 0', 2) = + 00 38', im Einhorn. Eine reiche, gleichfiam 

in drei Aeste gespaltene Gruppe yon 20 Minuten Durchmes- 

ser, in deren Hauptstelle ein Doppelstern. 
AR = 1210 35', D = — 50 20', im Einhorn. Schone, grosse, reiche 

Gruppe von Sternen der 9. bis 13. Grosse, zwischen welchen 

aber der Hintergrnnd des Himmels mit unzahligen kleinen, 

lichten Punkten wie besaet erscheint. In der Mitte ein 

Doppelstern. 
AR = 3000 4', Z> = + 350 21', im Schwan. In einer Gnippe von 

funf hellen und vielen anderen kleinen Sternen steht ein 

Doppelstern. 
AR = 3000 28', 7> = + 200 40', im Fuchs. Eine Gruppe von vielen 

Sternen der 10. bis 13. Grosse. Der grosste unter ihnen ist 

ein Doppelstern. 
AR = 3150 47', Z> = + 500 15', im Schwan. Eine sonderbare, zer- 

streute Gruppe, in welcher mehrere dreifache Sterne. 
AR = 3570 22', /) = + 60o 23', im Cepheus. Sehr reiche Gruppe 

von 4 Minuten Durchmesser. Die Sterne sind der 12. bis 

13. Grosse. Einer unter ihnen ist ein Doppelstern. 
Hieher gehoren auch die bereits erwahnte Gruppe des Wehrgehanges 
im Perseus und die Krippe im Krebs (§. 221), in deren Mitte ebenfalls 
ein Doppelstern steht. 

Die angefuhrten Doppelsteme sind moistens, aber nicht immer, in 
der Mitte der ganzen Gruppe und gewohnlich grosser, als alle iibrigen 
Sterne. Doch triflFt man auch zuweilen andere Gruppen, in welchen die 
kleinen, oit sehr dicht stehenden Sterne um einen grossen lichten Cen- 
tralstem gelagert und gleichsam angereiht sind, wie z. B. bei AR = 
1290 45', D = + 13« 9', im Krebs. 

Einer dreieckigen Gruppe haben wir schon erwahnt. Eine andere 
von derselben Gestalt findet man bei AR = 359o 23', Z> = — 21 • 33', 
im Walfisch, die aus etwa 12 Sternen zusammengesetzt ist. Auch eine 
viereckige Gruppe sieht man bei AR = 290 o 58', /> = + 19o 57', im 
Fuchs; sie ist 4 Minuten lang, 1 V? Minuten breit, und besteht aus sehr 
gedrangten Sternen der 14. bis 18. Grosse. 

Bei AR = 3460 13', D = + 59© 45', in der Cassiopeja, sieht man 
eine andere helle Gruppe, die aus zwei geraden Linien von dicht an ein- 
ander gestellten Sternen besteht, zwischen welchen mehrere andere klei- 
nere zerstreut sind. Ueberhaupt trifiFt man in diesen Sterngruppen nicht 
selten eine so regelmassige Gruppirung der helleren Sterne, dass 
man sie unmoglich fiir zufallig halten kann. Besonders verdient die 
manchmal deutlich hervortretende Anordnung der Sterne in krummeu 
Linien, die einander spiralformig umwinden, und meist mit einem hel* 
leren Sterne beginnen und schliessen^ hervorgehoben zu werden, weil 
solche Stemhaufen ein interessantes Prototyp der von Rosse entdeck- 
ten Spiralnebel (6. 231) bilden. Ei^ Beispiel hiefiir bietet una schon 
der bereits angeiUhrte Stemhaufen: 

AR = 2670 3'^ D « — 180 58', im Schlangentrager. 
Ebenso auffallend zeigt auch eine spiralige Struktur die sohone 
stemraidie Gmppe: 



43 Aw „W«adM dM EUmmtlf** 6. Aofl. n. Abth. §. 225. 324. 

AR s 890 58', P » + 240 33' in den Zwillingen. 

Das Yorhergehende wird geniigen, dem Leser Ton dem Beichthume 
dieser Sterngruppen einen angemessenen Begriff zu geben. 

§. 223. (NebeiauMMii dM Himmeto.) Eb wurde borelts oben bemerkt, dass 
auch die eigentlichen Sterngruppen, durch massige Femrohre gesehen, 
nur wie mehr oder weniger licnte Nebel erscheinen, wahrend sie doch 
durch starkere Instrumente in die einzelnen Sterne aufgelost werden, 
aus welchen sie in derThat zusammengesetzt sind. Wahrscheinlich ist 
diess auch der Fall mit den meisten derjenigen Himmelskorper, die uns, 
audi durch unsere besten Teleskope gesehen, immer noch als Nebel 
erscheinen, und sich erst in noch viel besseren Femrohren, als diejenigen 
sind, zu welchen es die Eunst bisher gebracht hat, ebenfalls in Sterne 
auflosen werden, wie denn jeder bedeutende Fortschritt der Optik bis- 
her stets die Anzahl der Mher bekannten unauflosbaren Nebel verringert 
hat. Dlese waren dann nur wieder als eigentliche Sterngruppen zu be- 
trachten,* deren Sterne aber entweder zu klein oder zu lichtschwach, 
oder endlich zu weit von uns entfemt sind, um noch deutlich unter- 
schieden zu werden. Doch mogen, wie gesagt, auch unter diesen wun- 
dervoUen Wesen des Himmels manche sein, welche nicht bios aus 
eigentlichen Stemen zusammengesetzt sind: Wesen eigener Art, die als 
wahre Lichtnebel fiir sich bestehen und keineswegs nur optisch sich 
so darstellen. 

Es gibt in der That ganze grosse Gegenden des Hinunels von meh- 
reren Quadratgraden, die voUig mit dieser Nebelmasse iiberzogen sind. 
Diese Gegenden zeichnen sich nicht nur durch ihr helleres Licht vor dem 
ubrigen dunklen Grunde des Himmels, sondem auch durch ein eigenes 
schuppen- oder flockenartiges Ansehen aus, welches kaum bloss die Wir- 
kung sehr dicht stehender, entfemter Sterne sein kann. Ja oft sieht 
man diese Nebel in einer so unmittelbaren Verbindung mit eigentlichen 
hellen Fixstemen, dass man den wesentlichen Untersclued zwischen die- 
sen beiden Gattungen von Hinmielskorpem kaum laugnen kann, wie wir 
weiter unten bald naher sehen werden. 

Wir wollen uns hier wieder darauf beschranken, die vorziiglichsten 
dieser eigentlichen Nebel, zur bessem Uebersicht nach ihrer ausseren 
Form in Klassen geordnet, naher anzufuhren. 

§. 224. (S«hr groM« and welt T«rbreUete N«b«l.) DiCSe siud gewohulich aU8- 

serst lichtschwach, an ihren Grenzen sehr unbestimmt und verwaschen, 
daher man sie nur mit sehr starken Femrohren sehen kann. Bei den . 
folgenden ist die Ausdehnung derselben in Quadratgraden angegeben, 
wobei man bemerken kann, dass die Oberflache der Sonne oder des 
Mondes fiir uns nahe den vierten Theil eines Quadratgrades betragt. 
Wenn es daher von einem solchen Nebel heisst, dass er fiinf Quadrat- 
grade einuimmt, so heisst diess, dass er in seiner Oberflache zwanzig- 
mal grosser als die Sonne erscheiut. Ein Nebel Ton acht Quadi'atgraden 
wird eben so eine 82mal grossere scheinbare Flache haben, als die 
Sonne. Wenn also in dem letzten Falle ein solcher Himmelskorper auch 
nur eine Stemweite, d. h., wenn er vier Billionen Meilen ron uns ent- 
femt ist, 80 wird der wahre Durchmesser desselben schon gegen 
200000 Millionen Meilen betragen, also SOOnaal grosser sein, als der 
Halbmesser der ganzen Uranusbalm , deren Durchmesser 830 Millionen 





AB. 


DtO. 


In den Fischen . . 


3» 38' 


+ 3» 43' 


In der Andromeda . 


9 16 


+ 43 4 


Im Fuhrmann . . 


78 16 


+ 24 57 


Im Orion .... 


82 


— 4 36 


Im Bootes . . . 


209 43 


+ 34 16 


Im Wassermann 


310 45 


— 2 12 



§. 225. A«* „Wand«r dM Himmelt** 5. AvS. U. AMh. 43 

Meilen betragt — eine Ausdehnung, Yon welcher auch die lebhafteste 
Phantasie sich keinen angemessenen Begriff mehr zu machen im Stande isi 

Qn»dr»tgr»de. 

7.6 
8.6 
3.4 
4.6 
1.6 
4.1 

W. Herschel hat die Flachenraume aller von ihm beobachteten 
Nebel dieser Art in eine Summe gebracht und diese iiber 200 Quadrat- 
grade gross gefanden, so dass die Menge des in dem Weltraume zer- 
streuten Nebels in der That an das Ungeheure zu grenzen scheint. 

§. 225. (GroMen, nuregelnaMrfige KebeL) DioSO GattUBgeU YOU Neboln siud 

zwar kleiner als die vorhergehenden , iibertreffen aber doch die Ober- 
flache der Sonne oder des Mondes oft noch Yielmal; sie sind liberdiess 
an ihrem Rande meistens scharfer begrenzt, haben aber immer noch 
eine sehr unregelmassige Form. Auch bemerkt man in den moisten Yon 
ihnen auffallend hellere Stellen, in welchen das Licht gleichsam concen- 
trirt erscheint. Gewohnlich sind diese helleren Theile, diese Kerne 
Oder, wie man sie in neuerer Zeit haufig sehr passend nennt, Licht- 
knot en des Nebels nahe kreisrund, besonders in jenen Fallen, wo das 
Licht in denselben sehr stark ist, und gegen den Mittelpunkt schnell an 
Intensitat zunimmt. 

Einen solchen Nebel sieht man z. B. bei AH = 181® 32', D = 
+ 15® 44', in der Jungfrau. £r hat die Gestalt eines langen, an seinen 
Enden unregelmassigen Streifens Yon 10 Minuten Lange und nahe bei 
seiner Mitte eine helle , kernartige Stelle. Einen . noch Yiel grosseren 
sieht man bei AR == 313® 28', I> = + 43® 45', im Schwan, dessen 
Grenzen aber sehr schwach und unbestimmt sind. Bei AR = 273*0', 
D = — 16*1 6', im Schiitzen ist ein anderer grosser Nebel, der die 
Gestalt eines Q hat. Einige Stellen desselben sind entschieden in Sterne 
anflosbar. Auch hat er zwei andere grosse, runde und Uchte Stellen, 
deren Helligkeit gegen die Mitte sehr zunimmt. AR = 309* 52', D = 
+ 30* 10', im Schwan; ein langer, gewundener Streifen, milchfarbig, 
30 Minuten lang; nahe nordlich liber ihm ein anderer schwacherer und 
schlangenformiger Nebel (s. Atlas d. g. H. Fig. 42). AR =» 312* 32', 
D = + 31* 8' im Schwan endlich ein uber einen Grad langer Nebel, 
dessen eine Halfte gabelformig gespalten ist. An der Stelle, wo diese 
Spaltimg beginnt, sieht man Yier Sterne, die ein Trapez unter sich bil- 
den. Dieser sonderbare Himmelskorper ist nur mit den besten Fern- 
rohren sichtbar, und die ihn begrenzende Umgegend ist ganz mit einem 
schuppenartigen Nebel iiberzogen. 

Es kommen iibrigens ofters mehrere kleine, den oben erwahnten 
Lichtknoten sehr ahnliche Nebel wohl Yollstandig Yon einander getrennt, 
aber dodi in unmittelbarer Nahe neben einander Yor. So enthalt eia 
Raum Yon einem Yiertel Quadratgrad hei AR ns 193* 5', D = + 28* 
45' im Haupthaar der Berenice acht, bei AR » 18* 55', 1> == + 32* 
50', in der Andromeda sieben, bei AR = 179* 0', /> = + 21* 10*, 
im Lowen sechs Nebel u. s. f., wiUurend Beispiele, wo innerhalb einea 
solchen Raumes 4 bis 6 Nebel eingesoUonen sind, ketneswegs zu den 



44 A«i „Waia«r dM HIttiMU'' ft. Avfl. U. At»^ §. 226* ; 

Si^ltenheiten gehoren. Es liegt nim die Vermuthung nahe, dasa wenig- 
fiteas einzelne solcher Gruppen die LicbtknoteQ ausged^nterer Nebel, 
seien, deren andere Porthien udb wegen ihrer Lichtschwacbe noch ver- 
borgen geblieben sind. Bemerkenswerth ist es auch, dass man im Stem- 
bilde der Jungfrau ganze Harden solcher Eernnebel, wenn man so sagen 
darf, am Himmel antrifft, indem Herscbel oft in einer halben Stunde 
iiber dreissig durch das Feld seines unyernickten Teleskopes ziehen 
sah, so dass es fast den Anschein hat, als ob.sie aus den grosseren 
Nebeln durch Zerreissnng, durch Trennung oder durch eine theilweise 
Condensation des Nebelstoffes entstanden waren. Ja es ist das Stem- 
bild der Jungfrau eigentlich nur der Ausgangspunkt eines grossen La- 
gers solcher Eemnebel, welches durch das Haar der Berenice, den gros- 
sen B&ren , die Andromeda und den nordlichen Fisch bis zum Eopfe 
des Centaurs geht, und in dieser ganzen gewaltigen Ausdehnung iiberall 
reich an Nebeln ist 

§. 226. (Kebti Ton rageimiuiger Ottitoit.) Regelmassig gpformtc Nebel Bind 
beinahe durchaus entweder nahe kreisrund oder elliptisch gestaltet. 
Jene haben moistens einen hellen Eem in der Mitte, dessen Umfang 
mit dem des ganzen Nebels concentrisch ist, und sind im Allgemeinen 
writ leichter auflosbar als diese. Beide zeichnen sich vor den yorher- 
gdienden durch ihre hellere Farbe und durch ihre kleineren Dimensio- 
nen aus. Solche Nebel findet man in: 

AR « 19» 14', /) = + 80 45', in den Fischen. Sehr hell, rund, und. 
gegen die Mitte ziemlich rasch an Licht zunehmend. Dia* 
meter eine Minute. 
JR = 1280 14', D =: 4- 500 44/^ jn^ grossen Baren. Elliptischer Ne- 
bel, ziemlich hell und schmal, plotzlich hell in der Mitte, 
30" lang, 20" breit. 
AR = 1450 45'^ D =s + 690 47'^ im grossen Baren. Bin schoner,. 
elliptischer, sehr breiter Nebel, mit schwachen Strahlen am 
Rande, yon wo er anfangs langsam, dann gegen die Mitte zu 
ausserordentlich rasch an Helligkeit zunimmt. Der dichte8te< 
Theil hat 4 Minuten Lange und 3 Miuuten Breite. Er wurde 
1774 von Bode aufgefunden. Etwa V« ® nordlicher stehtnoc^, 
ein ahnlicher, aber kleinerer und schwacherer. 
AR ==r 1670 47', /> = + 130 54', im grossen Lowen. Elliptischer: 
Nebel mit rundem Eeme, in der Mitte bedeutend heller, 
4 Minuten lang, der runde Eem hat 20 bis 30 Sekunden 
Diameter. S. Atlas d. g. H. Fig. 14. Rosse sieht ihn mit. 
deutlich elliptischem , spiralfoimig gewuudenem Eeme, das. 
Ganze flockig. S. Atlas Fig. 15. 
AR « 1760 15', D = 4. 440 57', im grossen Baren. Ein ausgezeich- 
net schoner, heller, mnder Nebel von 3 bis 4 Minuten Dia-. 
meter, stufenweise heller gegen die Mitte, am Rande sehr 
verwaschen. 
AR » 2670 33', /> *r _ I80 22', im Schlangentrager. Ein runder,: 
aUm&hlich gegen die Mitte heller werdender Nebel von 3 bis 
4 Minuten Diameter. In starken Femrohren in Myriaden 
i ausnehmend Ueiner Stemchen aufloabar. 

AR = 2710 13', O = -f 60 49', im SchlangentrSger. JBin herrlicher, 
nmder, vdUkomm«n sdinrf begrenzter Nebel £c ist adur: 



g. 227. ^^ „Wuiid0f dM Hima»U'* & Anil. U. Abtk. 45 

hell und gleicht einexu Sterne 8. 9. Orosse. Sein Licht ist 

blass und tiiibe, aber stemartig nnd schon im Zwielichte 

sichtbar. Diameter 8'^ 

AR = 3370 33\ D == + 33« 37', im Pegastts. Sehr hell, elliptifioh, 

ziemlich breit, rasch hell gegen die Mitte, 90'' lang, 30" 

breit. Hart an ihm ein anderer schwacher Nebd Yon 16" 

Diameter. 

§. 227. (Doppeinebei.) Wie oben bei den Fixstemen, so sehen irir 

auch hier bei den Nebeln haufig zwei derselben so nahe stehen, dass 

wir an ihrem Zusammengehoren , an ihrer innigen Verbindung nicht 

wohl zweifeln konnen, um so mehr, da diese Doppeinebei zu oft vor- 

kommen, als dass ibre scheinbare Duplicitat bloss optisch sein sollte. 

Auch sieht man sie ofter durch Nebelbander mit einander nnmittelbar 

verbunden, wahrend einige an iirren nacbsten Grenzen in einander fliessen, 

Oder wahrend der eine derselben an seinem Rande eine Yertiefong, eine 

Bucht zeigt, in welche die gegenuberstehende Hervorragung des andem 

der Grosse und Form nach genau zu passen scheint u. s. w. Bei mek- 

reren von diesen Nebeln haben die kraftigen Fernrohre yon Bosse in 

neuerer Zeit die physische Verbindung auch dadurch erwiesen, dass sie 

eine beide einhiillende, ausserst schwache Nebehnasse zum Yorschein 

brachten. Solche Nebel sind: 

^iR = 1090 1', D = + 290 47', in den Zwillingen. Die Kerne der 

beiden sich beriihrenden Nebel sind so hell, dass sie beinahe 

stemartig glanzen. Distanz der Kerne 30". Die Helligkeit 

nimmt gegen den Rand sehr rasch ab. Siehe Atlas d. g. H. 

Fig. 31. Bosse sieht einen kleinen Stem zirischen beidem 

Nebelkemen, den Nebel strahlenformig auslaufend, und gleich- 

sam von Segmenten einer zweiten Nebelhiille umschlossen. 

Siehe Atlas Fig. 32. 

AR = 140® 55', 1> = + 22® 10', im grossen Lowen. Sehr hell, das 

Ganze erscheint elliptisch; Diameter 3'. Siehe Taf. X/XFig.55. 

Rosse sieht den Kern des helleren Nebels wie eine gedrangte 

Gruppe Yon Stemen; um diesen Kern, der so ziemlich das 

Centrum der Figur ausmacht, erscheint der iibrige Theil des 

Nebels in spiraUormigen Windungen, in welchen der zweite 

Nebelkern sitzt. Das Ganze verliert dadurch den Charakter 

eines Doppelnebels. Siehe Taf. XIX. Fig. 56. 

AR = 178« 33', /> = — 18<> 2', im Becher. Zwei mnde, in einander 

fliessende Nebel, die beide gegen ihre Mitte viel heller sind. 

AR = 1840 38', /) = + 34« 21', in den Jagdhunden. Nahe wie der 

Yorhergehende , nur grosser. Das Ganze der beiden Nebel 

ist 10' lang und 3' breit. 

AR = 1870 14', /> = + 11" 55', im Haupthaar der Berenice. Ein 

sehr schoner Doppeinebei; beide sind hell, rund und gegen 

die Mitte lichter. Ihi*e Durchmesser sind 45" und 60". 

iUl = 1890 10', /> = + 320 59/^ in den Jagdhunden. Zwei elliptische, 

an ihren Enden zugespitzte Nebel. Die beiden Ellipsen stehen 

in einem dieser Endpunkte auf einander senkrecht. Die 

grossere ist heller, und in beiden nimmt das Licht gegen 

den Mittelpunkt bedeutend zu. Siehe Atlas d. g. H. Fig. 35. 

AR = 2250 14', /> = + 200 r, im Bootes. Beide Nebel sind ellip- 



4^ AM „WumUt 4M Biaaato** i. Aafl. U. AMft. |. 228* 

tiscb, grenzen beinahe an dnander, und ihre grossen Achsen 
bUden sehr nahe erne gerade Lime. 
§. 228. (PUMtMiNiM v«b«i.) Diese Bonderbaren HiininelBkorper erschei* 
Hen hub, wie die Planeten, alB kreiBnmde, but Belten etwas ovale, Bcharf 
begrenzte Scbeiben von mehreren Sekunden im DurcbmeBBer, die durch- 
auB daBBelbe, gleicb Btarke lacht baben, obne gegen ihren Mittel- 
punkt, wie die yorbergehenden, an Helle zuzunebmen. Zuweilen jedocb 
iBt ancb ibr Umkreis nocb mit einem concentriscben, nebeligen Rande, 
deicb einer ringformigen AtmoBpbare, umgeben. Die Oberflacbe dieser 
Aorper ist mit ieinem leicbtscbuppigen oder flockigen Lichte iiberzogen, 
wodnrcb aber daB Charakteristiscbe ibres AnblickB, die Oleicbformigkeit 
der. Beleucbtung aller ibrer Tbeile, nicbt weBentlicb gestort wird. Der 
Mangel jeder Znnabme deB Licbts gegen ein Centrum, welcbe bei kugel- 
formiger Anordnung auB optiscben Griinden entsteben miiBBte, lasst yer- 
mntben, daBs Bie boble Kngelecbalen oder platte Scbeiben sind. Das 
Erstere insbeBondere mag aucb bei mancben in der Tbat der Fall sein, 
indesB bat der Biesenreflektor yon Rob bo bei yielen planetariscben Ne- 
bebi die scbeinbare RegelmilBBigkeit und yorziiglicb die Gleicbformigkeit 
der Beleucbtung yerwiBcbt, indem Bicb zeigte, dass es eigentlicb ring- 
formige Nebel Beien, mit einer Hoblung im Innem, in der oft ein stern- 
artiges Gebilde Bicb befindet, und dass diese Hoblung ibrer Eleinheit 
wegen bei scbwacberen VergroBserungen verscbwindet. Ein Beispiel 
biefur ist der im Atlas d. g. H. Fig. 44 abgebildete planetarische Ne- 
bel, den Rosse ringformig siebt, beilaufig so wie derRingnebel in der 
Lder (§. 231. Atl. d. g. H. Fig. 36) mit massig starken Femrohren be- 
tracbtet erscbeint, welcber letztere bei scbwachen Yergrosserungen aucb 
das Ausseben eines planetariscben Nebels annimmt. Haufig siebt man 
diese Nebel yon kleinen, ibnen sebr nabe stebenden Fixstemen umgeben, 
die yielleicbt die Satelliten dieser ausserordentlicben Weltkorper sind. 
Auffallend ist aucb die baufig blaue Farbe, welcbe obne complementar 
zu sein, bei Fixstemen sonst so selten ist. Kiinftige Beobacbtungen 
werden uns diese wunderbaren Wesen naber kennen lebren. 
.4U = 83® 29', I? = + 90 1', im Orion. Ein planetariscber Nebel 

yon 12'' Diameter, etwas elliptiscb, nicbt scbarf begrenzt. 
AR = 113« 44', « = — 140 23', im Scbiflf Argo. Planetariscber Ne- 
bel yon 66" Diameter, yollkommen rund, mit einem sebr klei- 
nen Sterne etwas nordlicb yom Mittelpunkte. Der Nebel ist 
nicbt heller gegen die Mitte, sondern bat durcbaus gleicb- 
massiges Licbt, und stebt am nordlicben Ende eines schonen 
Sterubaufens. 
AR == 166<> 30', f> = + 55<> 50', bei fi grosser Bar. Der grosste 
planetariscbe Nebel. Eine ausgedehnte, gleicbformig erleucb- 
tete, neblicbe Scbeibe yon fast 3' Diameter, yollkommen rund, 
sebr bell, nicbt scbarf begrenzt, nabe am Rande plotzlicb an 
Licbt abnebmend. Rosse siebt ibn in Nebelstrablen aus- 
geben, erkennt im Innem zwei dunkle Flecken mit licbten 
Mittelpunkten ; der ganze Nebel erscbeint ibm ungleichfor- 
mig erleucbtet. 
AR = 191® 10', Z> == + 73« 44', im Dracben. Ziemlicb matt, mnd, 
40" Diameter. Der mittlere Tbeil yon etwa 30" Diameter 
ist ganz gleicbformig bell. 



§ 229. ^^ „Wander des HSmmeto" 6. Anil. II. Abth. 47 

AR = 29d^ 52', /> = — 14® 80', im Schutzen. Planetarischer Nebel, 
hell, Yollkommen rund, an Licht gleich einem Sterne neunter 
Grosse, Diameter 10". Das nahe gleichformige LicM dessel- 
ben ist von sonderbarem Aussehen und nicht sternartig. Sehr 
nahe bei diesem Nebel stehen zwei Sternchen. Siehe Atlas 
d. g. H. Fig. 43. Secchi halt diesen Nebel fiir in Sterne 
aufloslich. 

AR = 302 34', /> = + 30<> 6', im Schwan. Einer der grossten pla- 
netarischen Nebel, rund, ein klein wenig elliptisch, sehr scharf 
begrenzt, aber gegen den Rand hin entschieden heller als in 
der Mitte. Diess lasst ihn ringformig erscheinen, ahnlich 
dem bekannten Bingnebel in der Leier (§. 231). 

AR = 303® 58', /> = + 19" 38', im Fuchs. Feiner, planetarischer 
Nebel, hell, vollkommen rund, etwas verwaschen am Bande, 
aber nicht bedeutend heller gegen die Mitte; Diameter 20 bis 
30". In der Nahe sind vier kleine Sterne. 

AR = 3130 59', /> = — 11° 57', bei v Wassermann. Feiner plane- 
tarischer Nebel, hell, vollkommen rund, blaulich gefarbt und 
durchaus gleichformig licht, rnir etwas schwacher am Bande. 
Diameter 15". S. Atlas d. g. H. Fig. 29. Bosse sieht von 
ihm zwei einander diametral entgegen stehende Spitzen aus- 
laufen, und den Nebel strahlenformig begrenzt. Siehe Atlas 
Fig. 30. 

AR == 3490 40', /> = + 41° 43', in der Andromeda. Ein planetari- 
scher, ganz Hinder Nebel von 15" Diameter. Sein Licht er- 
scheint nicht sowohl nebelartig, sondern wie ein Stern ausser 
dem Brennpunkte des Fernrohres. Die Farbe des Lichtes 
ist weissblau, und in der Nahe des Nebels befindet sich ein 
Doppelstern. Siehe Atlas d. g. H. Fig. 44. Bosse sieht 
ihn ringformig, mit schwachem Halo umgeben. 
§. 229. (stornnebei.) Uuter dicscr Benennung versteht man eigent- 

liche, hell glanzende Fixsterne, die aber mit kreis- oder kugelfbrmigen 

Nebcin umgeben sind. Bosse hat bei einigen dieser Gebilde naohgewie- 

sen, dass der als Fixstern erscheinende Kern ein Gonglomerat von un- 

gemein vielen enorm zusammengedrangten Stemen sei, und nur wegen 

seiner Kleinheit selbst bei starken Vergrosserungen noch das fixstem- 

artige Aussehen beibehalte. 

AR = V 12', Z> = + 71® 42', im Cepheus. Ein Stern der zehnten 
Grosse , mit einer runden , gut begrenzten Lichtsphare von 
15" Durchmesser. 

AJR = 590 58', /> = + 300 23', im Stier. Ein Stem der 8. bis 9. 
Grosse mit einer schwachen Nebelsphare von etwa 25" Durch- 
messer. Mehrere sehr nahe liegende Sterne sind ganz nebel- 
frei. Siehe Atlas d. g. H. Fig. 13. ; 

AR = 820 9', J) ^ — xo iQ/^ J Orion. Ein schoner Fixstern in einen 
sehr grossen Nebel eingehiillt. 

AR = 96® 7', 1> == + 10® 15', in den Zwillingen. Ein Stem der 
11.' Grosse, von einem mnden, milchigen Nebel, dessen Band 
verwaschen, umgeben. Das Licht des Stemes selbst ist triib. 
Diameter des Nebels 70'' bis 80". 

AR = 110<> 5', !>:=? -f 21« 13', in den Zwillingen. Ein Stem der 



48 ^«' „Wander dM Hhnmeli" 6. Aall. II. Abtb. g. 22t. 

8. Grosse genau in der Miite eine8 mnden, lichten Nebels 
Yon 12'' Durcbmesser. RoBse neht ihn durch sein Riesen- 
teleskop ringformig und strahlenartig begrenzt. 

AR = 131« 43', D = — 2» 29', in der Wasserschlange. Ein dlipti- 
sober, an beiden Enden sehr zugespitzter Nebel; in jeder 
Spitze ein kleiner Stem, der eine 10., der andere 15. Grosse. 
Siebe Atlas d. g. H. Fig. 26. 

AR = 154* 14', /) = + 17* 55', im grossen Lowen. Ein Stem der 

9. Grosse, mit einem elliptiscben NebeL Der Stem ist nicbt 
im Mittelpnnkte des Nebels. 

AR = 157* 21', D = + 540 17', siidlich von fi im grossen Baren. 
Ein mnder, heller, gegen die Mitte an Licht stark znnehmen- 
der NebeL Der Durcbmesser der ganzen Nebelbiille betragt 
nabe eine Minute, der des runden, lichten Kemes aber 15". 
Siebe Atlas d. g. H. Fig. 12. 
AR = 171 « 18', Z> = + 470 52', im grossen Baren. Ein langer, 
heller elliptiscb gebauter Stenmebel. Vom Rande gegen den 
Mittelpuokt nimmt die Helligkeit anfangs nur langsam, aber 
naber gegen die Mitte sebr scbnell zu. Im Mittelpnnkte 
selbst ist ein Stem der 15. Grosse. Die scheinbare Lange 
des ganzen Bildes betragt 4', die Breite 2'. Ein Stem 
11. Grosse am nordlichen Ende. 
AR = 184® 15', D = + 5^ 45', in der Jungfrau. Ein Stem 9. Grosse 
mit einer hellen, runden Licbtspbare umgeben. Schon im 
Zwielichte sichtbar. 
AR = 1870 30', D == + 140 36', in der JuDgfrau. Ein heller Stern 
der 9. Grosse, mit mebreren kleineren, alle in ein&n feinen 
Nebel eingebiillt. 
AR = 190« 26', /) = + 26® 19', im Haupthaar der Berenice. Ein 
Stern oder doch ein sebr kleiner und hell glanzender Kem 
in einer grossen, ovalen Licbtspbare ; letztere ist 4' lang und 
3' breit. 
AR = 348® 33', /) = + 60« 22', im Cepbeus. Ein Stern der 9. Grosse 
von einem runden, licbtschwachen Nebel umgeben. 
Mehrere von den hierher gehorenden, meist runden oder elliptiscben 
Nebeln erscbeinen auch als Hiillen von doppelten und dreifachen Ster- 
nen. Oefter sieht man auch vier, fiinf und mehr zerstreute Sterne, 
sammtlich in einen Nebel gebiilltj ja sogar eigentliehe runde Stem- 
gruppen findet man zuweilen von einem kugelformigen Nebel umscblossen. 
Oft ziebt dieser Nebel wie ein scbmales, langes Band iiber mehrere 
Sterne bin; und verbindet sie zu einem gemeinschaftlichen Ganzen. Zu- 
weilen stehen zwei belle Steme an den beiden Scheiteln oder auch nabe 
bei den beiden Brennpunkten eines elliptiscben Nebels. In den meisten 
Fallen zeigt schon der blosse Anblick dieser sonderbaren Gebilde, dass 
Nebel und Sterne zusammengehoren und gleichsam ein abgescblossenes 
System fur sich bilden. Wo die Steme in der Mitte eines abgerundeten 
Nebels liegen, kann diese innigere Verbindung beider Gegenstande nicbt 
mehr bezweifelt werden. Aber auch dann, wenn die Steme von den 
Nebeln abgesondert stehen, ist doch ihre Stellung oft so auffallend, 
dass sie nicht ohne die grosste Unwahrscheinlichkeit dem blossen Zu- 
falle oder einer optischen Tauscbung zugeschrieben werden kann. Hier 



§. 230. A"* »Wvnd«r 4mi HlmmeU** 6. Avfl. n. Abth. 49 

folgen einige Objekie, die mit einer oder der andem der eben erwahn- 

ten Eigenscbaften begabt Bind: 

AR = 17« 26', « = + 570 27', in der Cassiopeja. Ein Doppelstem; 
der hellere 10. Grosse; die Distanz beider 11". Er steht in 
der Mitte eines grossen, runden Nebels oder eigentlich Stern- 
baufens. 

i^U = 260 5', /> = + 390 59', in der Andromeda. Ein feiner Dop- 
pelstem mit einer runden Licbtsphare von 90" Durcb- 
messer. 

AR = 800 23', /> = + 340 7', im Fubrmann. Ein runder Nebel, der 
einen dreifachen Stern umscbliesst. Der letztere bildet ein 
gleicbseitiges Dreieck, dessen Seite 4" betragt. Die drei 
Sterne Bind der 10., 12. und 14. Grosse. Siebe Atlas d. g. 
H. Fig. 28. Einige Beobacbter woUen den Nebel selbst 
niebt rund, sondern gleicbfalls in der Gestalt eines nabe 
gleicbseitigen Dreieckes geseben baben, so dass die Lage und 
Form der beiden Dreiecke, die von dem Nebel und den drei 
Sternen gebildet werden, eine auffallende Analogie baben 
fiollen. 

AR = 1040 16', D == — 110 6', im Einbom. Ein Doppelstem in der 
Mitte eines runden Nebels. 

AR = 1920 21', D = + 220 30', im Hauptbaar der Berenice. Ein 
sebr scbwer zu trennender Doppelstem von einem bellen, 
runden, grossen Nebel von 6' Durcbmesser umscblossen. 
neben dem Sterne ist eine scbwarze Stelle, vielleicbt eine 
Oeffnung im Nebel. 

AR = 2720 3', /> = — 190 56' im Scbutzen. Ein beller, elliptiscber 
Nebel; in jedem Brennpunkte der Ellipse stebt ein Steracben. 
Die grossere Acbse der Ellipse erscheint unter dem Winkel 
von 50". Siebe Atlas d. g. H. Fig. 27. 

AR = 3240 52', l> = + 65o 24', im Cepbeus. Ein Tripelstera in 
der Mitte eines schwacben, scblecbt begrenzten Nebels. 

AR = 3440 22', /> = + 110 30', im Pegasus. Ein langer, spindel- 
formiger Nebel von 2' Lange und 30" Breite. Derselbe 
nimmt gegen die Mitte sebr regelmassig an Licbt zu. An 
beiden Enden stebt ein Stern 12. Grosse, woven aber der eine 
von der Acbse der Spindel etwas verriickt erscbeint. Aucb 
im Innern dieses Nebels sieht man nocb drei sebr feine 
Sterncben. Siebe Atlas d. g. H. Fig. 24. Rosse siebt an 
dem spindelformigen Nebel einen andern, spiralformig gewun- 
denen, den jener gleicbsam tangirt. Siebe Atlas Fig. 25. 
§. 230. (Sterne mit Nebeistmhien.) Bci dieseu Himmelskorpem steht der 

Fixstern meistens sebr nabe an der einen Grenze des Nebels, welcber 

letzte oft die verscbiedensten Gestalten annimmt, vde folgende Beispiele 

zeigen : 

AR = 250 17', D = + 50 10', in den Fiscben. Ein Fixstem neunter 
Grosse an dem aussersten Ende eines sebr feinen, geradlini- 
gen, scbmalen Nebelstreifes. 

^/j — 970 45', Z> = + 80 52', im Einbom. Ein Stem 12. Grosse, 
mit einem lichten, facberartigen Nebel scbweife. Lange und 
Breite des Scbweifes nabe 1'. Die Spitze desselben scbeiut 

lilttrow, Atlaa d. g. H. S. Aufl. 4 



gQ Aim „Wander des Himmelt" 6. Attfl. II. Abth. §, 2ai. 

den stem nicht zu beriihren, und der Stern wird matt 
und schwach begrenzt gesehen. Siehe Atlas d. g. H. Fig. 20. 
Nach Bosse steht der Stern etwas ausserhalb eines kleinen, 
runden Nebels, und von diesem ganz getrennt breitet sich 
nach einer Seite bin ein zweiter, groBserer facherartig aus. 
Atlas Fig. 21. 
AR = 1260 38', D =! — 150 38', im Einhom. Ein Stem der vier- 

zehnten Grosse mit einem Nebelpinsel von 15" Lange. 
AR == 1320 0', D = + 540 20', im grossen Baren. Ein Stem 11. bis 
12. Grosse mit einem lichten, facherartigen Nebelanhang. In 
dem Nebel selbst ist noch ein feines Stemchen sichtbar. Siehe 
Atlas d. g. H. Fig. 22. 
AR = 1630 49'^ l> = + 19oi', im grossen Lowen. Zwischen zwei 
Stemchen breitet sich ein Nebel aus, der einem elektrischen 
Biischel sehr ahnlich ist. 
AR = 1680 7', D = + 140 25', im grossen Lowen. Ein sehr langer, 
schmaler Nebelstreifen , 15' lang, 1' breit. In der Mitte 
heller. Siehe Atlas Fig. 16. 
AR = 1820 4', D = + 130 59', im grossen Lowen. Ein sehr heller, 
elliptischer, spindelfdrmiger Nebel; in seinem lichten Kern 
ist ein kleiner Fixstem. Diameter 7'. 
AR = 1870 14', D = -f 260 48', im Haupthaar der Berenice. Ein 
sehr langer Streifen mit einem schwachen Kerne, in dessen 
Mitte ein Stern der 11. Grosse. Lange 15', Breite W. Ihm 
nahe und parallel ein ahnlicher, kleinerer Nebel. Siehe Atlas 
d. g. H. Fig. 19. 
AR = 1880 43', /> r= + 330 23', in den Jagdhunden. Ein sehr langer, 
elliptischer oder spindelfdrmiger Streifen mit einem schwachen 
Kerne, in dessen Mitte ein belles Stemchen. Der Streifen 
ist 15' lang und an dem einen Ende gekriimmt. Seitwarts 
von ihm ein kleiner, mnder Nebel. Siehe Atlas Fig. 17. 
Bosse sieht ihn mit viel weniger regelmassig vertheiltem 
Lichte, und gewunden, den kleineren Nebel etwas elliptisch. 
Atlas Fig. 18. 
AR = 1920 59', /> = + 35040', in den Jagdhunden. Ein schwacher, 
kleiner, elliptischer Nebelstrahl, der zwei Steme der 10. und 
12. Grosse an seinen Endpunkten yerbindet. Siehe Atlas 
Fig. 23. 
AR = 1930 15', /> = + 30 19', in der Jungfrau. Ein Stem der 
zehnten Grosse, an welchem das Ende eines kleinen, oyalen 
Nebels hangt. 
§. 231. (Bingformige Nebel.) Dicsc souderbareu Gebilde gehoren vielleicht 
zu den wunderbarsten Gegenstanden des Himmels, aber keineswegs zu 
den seltensten, obwohl der Ringnebel in der Leier, der einzige Gegen- 
stand dieser Art ist, welcher mit massigen Fernrohren das Charakte- 
ristische dieser Gmppe von Nebelflecken erkennen lasst. Wir haben 
namlich bereits friiher (§. 228) erwahnt, dass nach Rosse's Unter- 
suchungen, wenn nicht alle, so doch mindestens ein Theil der planeta- 
rischen Nebel in diese Kategorie gehort. 

AR = 330 19', Z) = + 410 41', in der Andromeda. Ein sehr feiner, 
stark elliptischer Nebelstrahl von 4' Lange und 40" Breite. 



§; 232. •^^" „Wuiider des Himmels" 5. Aufl. II. Abth. 5]. 

In der Mitte desselben bemerkt man eine langliche dunkle 
Stelle und in derselben zwei kleine Sterne. Wahrschein- 
lich ist diese Stelle eine Oeffnung des Binges, dessen Ebene 
sehr schief gegen die Sonne liegt, daher er mehr unter der 
Gestalt eines elliptischen Streifens erscheint. Atlas Fig. 37. 
AR = 2000 53', /> = + 470 58', in den Jagdhunden, ein sehr merk- 
wiirdiger Gegenstand. Ein runder, lichter Kern ist in eini- 
ger Entfemung von seinem Rande mit einem concentrischen 
Nebelringe umgeben. Die Ebene dieses Binges scheint um 
einen seiner Durchmesser umgebogen, so dass die beiden 
Ebenen einen Winkel von nahe 45® unter einander bilden. 
Siehe Atlas Fig. 45. Bosse's Biesenteleskop zeigt den lich- 
ten Kern strahlig,. von ihm gehen nach alien Bichtungen 
spiralformige Windungen aus, die durch ein schwacheres 
Femrohr gesehen als Nebelring erscheinen, hier aber deut- 
liche Spuren der Anflosbarkeit zeigen. Atlas Fig. 46. 
AR = 281 « 59' /? == + 320 50'; der schone Bingnebel im Stem- 
bilde der Leier. Der aussere Durchmesser des Binges be- 
tragt 1'. Die innere Oefihung desselben ist nicht ganz dun- 
kel, wie der aussere Hintergrund des Himmels, sondem selbst 
wieder von einem andem, schwacheren Nebel erfiillt. Das 
Ganze hat das Ansehen eines iiber einen Beifen gespannten 
Schleiers. Er steht zwischen den beiden Stemen fi und y 
der Leier. Atlas Fig. 36. Das Biesenteleskop von Lord 
Bosse, dann Secchi's Befraktor in Bom, und Chacor- 
nac's Eeflektor, dessen Spiegel aus versilbertem Glas be- 
steht, haben diesen Nebel in ungemein kleine Sterne auf- 
gelost und dem Binge anhangende Filamente von Stemen 
gezeigt. 
Hieher gehoren wohl auch jene Nebel, die in ihrem Innern dunkle 
Stellen haben, welche Stellen Oeffnungen oder wahrscheinlich weniger 
sternreiche Parthien des Nebels sind. 

AR = 1880 4', /> = — 100 47', in der Jungfrau. Ein heller, ellip- 
tisch gebauter Nebel, 5' lang, V2' breit. Der lichtere Kern 
scheint von dem eigentlichen Nebel gesondert zu liegen, da 
er von ihm durch eine dunkle Kluft getrennt ist. Ueber das 
ganze sonderbare Gebilde ist ein elJdptisch geformter Nebel 
feinerer Art verbreitet. 
AR = 2680 18', Z> = — 230 1', im Schutzen. Ein gabelformig drei 
gespaltener Nebel (trifid) mit einem Doppelstern in seiner 
Hauptstelle, neben welchem eine dunkle, unregelmasflige 
Oeffnung. Atlas Fig. 38. 
Durch dunkle Stellen ausgezeichnet sind auch die beiden grossen 
Nebel bei & Orion und v Andromeda. 

§. 232. (zwitterneboi.) Man wird schon bei der vorhergehenden Auf- 
zahlung der einzelnen Klassen von Nebcin bemerkt haben, dass einige 
von ihnen auf der Grenze von zwei benachbarten Gattungen stehen. In 
der That ist bei einer so grossen Verschiedenheit der Formen, eine 
genaue Sonderung derselben beinahe unmoglich. Einen recht auffallen- 
den Beweis dazu gibt der Nebel, AR = 98o 11', J^ = + lOo 1', im 
Kopfe des Einhorns oder unter den Fiissen der ZwiUinge. Dieser Gegen- 

4* 



52 A«* „Wnad«r d«i HlauB«U'« 6. A«fl. XL Abth. g. 233. 

stand stellt sich dem Auge auf den ersten Blick als ein Nebelstern 
dar, als ein heller Stern der 5. Orosse in einen mnden Nebel einge- 
hiillt. Allein ein besseres Femrohr und eine aufmerksamere Betrach- 
tang des Gegenstandes zeigt nocb 15 andere kleine und eine Anzabl 
noon viel feinerer Sterne, die alle von jenem Nebel nmscblossen werden. 
Einer jener 15 Sterne ist zugleich ein Doppelstern. Dieser Himmels- 
korper ist also zugleich ein Nebel, ein Nebelstern, eine Sterngruppe 
nnd ein Doppelstern. 

Ein anderer nicht minder rathselhafter Gegenstand ist AR = 31 2 ^ 
43', /) = + 290 38', im Fuchs, ein Nebel von nahe 30' Lange 
nnd 20' Breite. Einzelne Stellen des Nebels sind dicht mit sehr 
kleinen Stemen besaet; der Nebel hangt offenbar mit diesen Sternen 
zusammen und sieht doch durchaus nicht stemig aus. Das Oanze gleicht 
einem feinen Netze von Stemen, uber das ein diinner Schleier ge- 
zogen ist. 

Eine der merkwiirdigsten Nebelgestalten ist AR = 298^ 13', n 
=5 + 220 20', im Fuchs. Wenn man in einer Ellipse, deren grosse 
und kleine Achse sich nahe wie 4 zu 3 verhalten, aus den beiden Brenn- 
punkten der grossen Achse als aus Mittelpunkten Kreise zieht, deren 
Durchmesser gleich einem Dritttheile der grossen Achse sind, so werden 
die Bogen dieser Kreise um den Mittelpunt der Ellipse einen Theil 
derselben begrenzen, der in jenem Himmelskorper mit einem sehr hellen 
und durchaus gleichformigen Nebel ausgefuUt ist, wahreud die beiden 
iibrigen ausseren Theile der Ellipse mit einem schwachen, matt dam- 
memden Nebel angefuUt sind. Das Ganze hat die Gestalt einer Ellipse, 
durch deren Mitte jener lichte Nebel in der Form eines )( zieht, wess- 
halb Herschel diesen Gegenstand Dumhhell' Nebula nannte. Beide 
Nebel fand dieser Beobachter, so wie das ganze Bild, zu beiden Seiten 
des Mittelpunktes der Ellipse sehr symmetrisch gebaut. Siehe Atlas 
d. g. H. Fig. 40. Rosse sieht den Nebel bedeutend unregelmassiger, 
und an den hellsten Stellen flockig. Atlas Fig. 41. Bringt man letz- 
tere Zeichnung (nach Rosse) in eine solche Entfernung vom Auge, dass 
das Detail verschwindet, so nahert sie sich immer mehr der vorher- 
gehenden Abbildung nach Herschel d. j. 

Nachdem wir auf diese Weise die verschiedenen Gattungen der 
Nebelmassen des Himmels nach ibren Gestalten im Allgemeinen betrach- 
tet haben, ist uns noch tibrig, einige vorziiglich merkwiirdige einzeln 
anzufiihren, die wegen ihrer besondem Wichtigkeit, eine eigene Bc- 
trachtung verdienen. 

§. 233. (Crab-Nebuu Ton bo«m.) Der CrolhNebula genannte Gegenstand 
in' AR = 810 22', /> = + 21o 54', im Stier, kann uns als Beispiel 
dienen, wie verschieden die Beschreibungen eines und desselben Gegen- 
standes sind, wenn er mit schwachen oder mit sehr lichtstarken Fern- 
rohren beobachtet wurde. Messier, der die Gruppe mit einem sonst 
schon guten Fernrohre von 3 % ZoU Geffnung zufallig auf fand , als er 
den von de la Nux im Jahre 1758 entdeckten Kometen verfolgte, und 
dadurch veranlasst wurde, den ersten Nebelfleckkatalog anzulegen, sagt 
von ihr, dass sie ein sternleerer Nebelfleck sei, nebideuse sans etoiles, 
der ihm rund und ziemlich hell erscheine. Der altere Herschel aber, 
der diese Gruppe mit seinem zwanzigfussigen Teleskope beobachtete, 
setzt ihr in seinem Tagebuche folgende Note bei. »Eine Gruppe von 



§. 234. 235. AQ> nWunder des Hlmmeli" 5. Anil. H. Abth* 53 

ausserst dicht gedrangten Stemen und einer der prachtvollsten Gegen- 
stande, die ich je am Himmel gesehen babe. Ich sebe sie unter der 
Gestalt einer gediegenen Kugel, zusammengesetzt aus sebr kleinen, bei- 
nabe an einander liegenden Stemen, deren Glanz in einander jQiesst und 
sich wie ein Lichtmeer fiber das Ganze ergiesst.* Der jiingere Her- 
scbel machte zwanzig Jabre spater zu seiner Beobacbtung derselben 
Gruppe eine abnlicbe Bemerkung, und bildet sie ab wie Atlas d. g. H. 
Fig. 33, wahrend Rosse von ibr sagt: »Ein ungemein scboner Gegenstand, 
die Sterne in ibm sind sehr klein, von der 12. bis 20. Grosse, und stehen 
sehr nabe an einander. Das Ganze ist mebr unregelmassig rund, als 
kugelartig, und der Rand desselben ist mit scbwacb beleuchteten aus- 
laufenden Ansatzen yersehen, die wie Fiisse und Scberen eines Erebses 
Ton dem Hauptkorper austreten. Die Sterne in dieser Gruppe sind in 
der That unzablbar.« Seine Zeicbnung zeigt Atlas d. g. H. Fig. 34. — 
Welcbe Beschreibungen dieser Hinunelskorper baben unsere Nacbkommen 
zu erwarten, wenn einmal ibre Fernrobre einen nocb bobem Grad der 
VervoUkommnung erreichen I 

§. 234. (Nebei In der Andromeda.) Dieser grosse uud mcrkwurdige Nebel 
stebt in AR = S^ 38', l> = +40© 27'. Er wurde zuerst von Si- 
mon Marius im Jabre 1612 bemerkt, und bat die Gestalt eines Ovals, 
2 V2® lang, und !<> breit. Marius vergleicbt, nicht unangemessen , sein 
Licbt mit dem einer Eerze, das durcb ein diinnes Homblatt scheint. 
(Siebe Taf. X/X Fig. 53). Man kann ihn scbon mit unbewaffneten 
Augen bemerken. Friiber .bielt man ihn fur unaufloslicb , aber en^cb 
gelang es G. Bond in Cambridge (Vereinigte Staaten von Nordamerika) 
mit seinem Refraktor von 14 '/2 Zoll Oeflfnung, eine Unzabl von sehr 
kleinen Stern chen, von denen bei 1500 deutlich erkannt werden konnten, 
in dem Nebel wabrzunehmen , so dass an dessen Auflosbarkeit nicht 
weiter zu zweifeln ist. Derselbe Beobachter bemerkte auch zwei merk- 
wiirdige unter sich und dem langsten Durchmesser des Nebels parallele, 
sehr schmale schwarze Streifen, die wie Risse das Ganze durchziehen. 
Siebe Tai. XIX, Fig. 54. In der Nabe ist noch ein kleinerer Nebel 
bei AR = 80 38', D = + 40^ 3'. Dieser, sowie ein dritter benacb- 
barter Fleck sind bei obigen Dimensionen mitbegriffen. 

§. 235. (Der growe Nebel im Orion.) Dioscr merkwiirdigsto aller Nebel ist 
in AR = 810 58', Z> = — 5^ 30', bei ^ Orion, vier Grade unter dem 
mittleren der drei in einer geraden Linie liegenden Sterne cJ, e und f, 
die unter dem Namen des Jakobsstabes bekannt sind. Er wurde zuerst 
von Huyghens im Jabre 1659 beschrieben und abgebildet. Spatere 
Beschreibungen und Zeichnungen desselben Gegenstandes baben wir von 
Derham, Godin, Mairan, Picard, Legentil und Messier. In den 
neueren Zeiten baben sich der jiingere Hers ch el. Bond, Liapunow, 
0. Struve u. a. vorzugsweise damit beschaftiget, und Zeichnimgen die- 
ses Nebels gegeben, die an Genauigkeit und Schonbeit der Ausfiih- 
rung nichts zu wiinschen iibrig lassen. Taf. XIX. Fig. 52 ist eine 
Copie von Bond's Abbildung des Nebels imd so zu verstehen, dass oben 
Slid, rechts West liegt. 

Dieser Nebel ist durcb die Schonbeit seines Anblicks, durcb die 
Eigenthiimlichkeit seiner Gestalt, durcb die sonderbare Abwechslung 
des auf ihn vertbeilten Lichtes, und durcb seine grosse Ausbreitung 
(nabe die des Yollmondes) vor alien anderen auBgezeichnet. Legentil 



XXVXCLJV.'J 



m so 60 70 m^ 















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1 12 f Fi 42 is^ rai^ 

524 &2 f 65 24 I^ r^lV 

546 55 t 60 22 K Wm 

549 24 ^^0 ^ S'uru^eb>v.miltinim,rwlU.Sim^BGr. 

557 22 4- 60 25 S r2» 

(Sr Caroli utJDdthutd^ im tvJBiim> Eunitt, Dtim^ a.r A-. DU. to " 
lOr 1 D-f5r 0*5 

184 58 1 54 21 19^ Wi^ 

188 45 4.55 25 ]^ WvoFi7,u 

189 10 f 52 59 IT Fkt /Ij/ 

190 57 ♦ 41 56 :X^n<itt/ mitlMm^Lm,. I'JhmAm^ 
192 59 t55 miSWwF.ii 
197 17 f 42 50 1^ gUfumd.lingUJv. 
200 55 ♦ 47 58 yTWtSI F.4S,*i 
205 48' 4^29 8 S*r2» 



§. 236. Ana „Wiinder det HimmeU" 5. Anil. II. Abtfa. 55 

Picard's Region liegt nordlich vom Trapez und grenzt an die- 
ses Tind an die grosse Bucht, *zeichnet sich durch besondere Fasern iind 
durch einen kleinen, nahe stehenden, isolirten Nebel aus, der sich in 
einen Stem zusammenznziehen scheint. 

Derham's Region, ostlich vom Trapez. Von dem Trapez ge- 
hen Strahlen gleich Kometenschweifen aus, die sich allmahlich in die 
zarte Nebelgegend verlieren, welche, noch weiter ostKch, Fonchy's 
Region ausfiillt. In dieser letzten verwascht sich der Nebel alhnahlich 
bis zur voUigen Dunkelheit. 

In der beigegebenen Zeichnung, diese als das Bild eines geoffne- 
ten Thierrachens betrachtet, und den nordlichen Theil des Nebels als 
den unteren angesehen, steht das Trapez dicht an dem durch die 
grosse Bucht gebildeten Rachen; die Huyghens'sche Region bil- 
det die Stirne und den Hinterkopf ; der letztere ist durch den Einschnitt, 
LegentiTs Bucht, ausgezeichnet. Als untere Einnlade des Rachens 
erscheint die Region Picard's, und gerade hinter dem Rachen liegt 
Derham's Region. Oberhalb des Rachens erstreckt sich der Schna- 
bel des Thieres in zwei lange Riissel weit nach Siidwest vorwarts. 
Der obere oder grossere Riissel ist starker gekriimmt. Unterhalb des 
Schnabels endlich, in ziemlicher Entfernung von ihm, liegt Mairan's 
Nebel. 

Es wurde schon friiher (§. 212) erwahnt, dass unter den zahlrei- 
chen kleinen, im Nebel vorhandenen Stemen einzelne Veranderliche vor- 
kommen, und dass einige Regionen in den alteren Zeichnungen anders 
geformt sind, als in den neueren. Daraus den Schluss zu ziehen, dass 
grosse Veranderungen im Nebel vor sich gehen, hat jedoch sein Miss- 
liches, weil nicht nur mit einer Aenderung der optischen Kraft des 
Fernrohres das AuSsehen dieser Gebilde unglaublich wechselt, wie wir 
bei Besprechung der einzelnen Nebel mehrmals Gelegenheit batten her- 
Yorzuheben, sondern auch bei einem und demselben Fernrohre die Ver- 
schiedenheit in der Durchsichtigkeit der Luft einen merkwiirdigen Ein- 
fluss ausiibt. Doch ist es jetzt so ziemlich ausgemacht, dass in den 
letzten Jahren wirklich in diesem sonderbaren Nebel nicht ganz unbe- 
trachtliche Aenderungen sich gezeigt haben, die wir jedoch nicht naher 
detailliren wollen, da sie nur mit den allerkraftigsten Fernrohren merk- 
bar sind. 

§. 236. (Sternhaufen und Nebelflecke des slidlicheB mmmels.) In dcU UUS UUSicht- 

baren Theilen der siidlichen Hemisphare des Himmels gibt es viele hochst 
merkwiirdige Gegenstande dieser Art, die noch bis vor Kurzem wenig 
bei uns bekannt waren. Halley im siebenzehnten , Lacaille im vo- 
rigen, Dunlop und Rumker im gegenwartigen Jahrhunderte batten 
nns wohl mehrere derselben beschrieben, aber eigentlich beginnt unsere 
Kenntniss dieser Objekte, so wie iiberhaupt der Beschaffenheit des gan- 
zen siidlichen Himmels erst mit den staunenswerthen Arbeiten des jiin- 
geren Herschel. Mit einer Unermiidlichkeit und einer XJmsicht, die 
in der Geschichte der Wissenschaften ihres Gleichen sucht, hat er wah- 
rend eines fiinfjahrigen Aufenthaltes (1834—1838) am Kap der guten 
Hoffnung eine Masse von Beobachtungen angestellt, die unsere Bekannt- 
schaft mit diesem Theile des gestimten Himmels sozusagen plotzlich nahe 
auf dieselbe Hohe brachte, die for den europaischen Himmel nur durch 



56 ^«« „Was«tr Am BlauMlt** f. A«fl. II. Abtk. 9* 2^* 

dM Tereinte Bemiihen Tieler ABtronomen wahrend mefarerer Decennieii 
erreicht wurde. Sternhaafen und Nebelflcrcke allein hat er g^en 200O 
genau registrirt, und Yon yielen derselben umfangreiche Monographieii 
geliefert, aus denen wir hier Einiges mittheilMn wollen. 

Vor Allem kommen die Kap- oder Magellanswolken (nube^ 
cuhe) za erwahnen. Mit freiem Auge gpseben, stellen sich dieselben in 
Nachten obne Moudschein, der die kleinere Wolke ganz, die grossere 
beinabe verschwiiiden uacht, so dar, wie in Fig. 47 und 48 des Atlas 
za 8ehen. Die grossere dehnt sich von 156^ bis 162® nordlicher Pol- 
distanz und von 70® bis 90<* Rectascension aus; die kleinere erstreckt 
sich von 162<'. bis 16b^ Fold, und von 7^ bis I8V4® AR. Jene niromt 
also beilaufig 42, diese 10 Quadratgrade ein. Beide gleichen Theilen 
der Miichstrasse, von der sie iibrigens weit ab und vollig getrennt lie- 
gen. Auf der ostlicben Seite der grosseren Wolke sieht man eineu auf 
der iibrigen Nebelmasse durch grosseres Licht sich etwas abhebenden 
Fleck (bei a Fig. 47 d. A.); der kleinen Wolke westlich steht ein Yon 
dieser vollig isolirter Nebel (bei b Fig. 48 d. A.). 

Mit dem Fernrohre untersucht zeigen diese Wolken eine ausserst 
verwickelte Zusammensetzung. Der allgemeine Orund von beiden be- 
steht aus langen Streifen und Flecken Nebels in alien Stufen der Auf- 
loslichkeit, vom unauflosbaren Lichte bis zu Sternbaufen und gleich vielen 
Stellen der Miichstrasse vollig unterscheidbaren Sterden. Diese Objekte 
stehen hier weit dichter, als an irgend einem anderen Theile des Him- 
mels. Herschel zahlt ausser etwa 600 Sternen von der 7. bis 10. 
Grosse nicbt weniger als 278 Nebel und Sternbaufen in der grosseren 
Wolke, 50 bis 60 in der Nahe liegende und hochst wahrscheinlich zu 
ihr gehorige solche Objekte nicht gerechnet; in der kleineren fiihrt er 
37 dieser Gegenstande auf mit 6 naheliegenden, und beilaufig 200 Sterne 
obigpr Grosse. Der lichtere Fleck in der grosseren Wolke , den man 
mit freiem Auge bpmerkt, stellt sich durch das Fernrohr gesehen als 
Nebel mit der in Fig. 59 des Atlas ersichtlichen merkwiirdigen Gestalt 
dar, und enthalt nicht weniger als 105 Sterne der 10. bis 17. Grosse 
auf einem Raume, der etwa V500 der Flache der ganzen Wolke betragt. 
Der Nebel der kleineren Wolke zeigt sich durch das Fernrolir als sehr 
dichter Sternbaufen, etwa wie Fig. 10 des Atlas, blass rosenfarb, ge- 
gen 20' im Durchmesser. Die Umgebung beider Wolken ist auffallend 
sternarm. 

Eben so merkwiirdig ist der grosse Nebel bei 7 Argo zwischea 
158® 30' und 160^ 30' AH, und von US^ 23' bis 149© 31' Poldistanz. 
Dieser Nebel ist nach HerscheTs Beobachtung mit einem Spiegeltele- 
skope von 18 ZoU Oeffnung in Fig. 39 des Atlas dargestellt. £r nimmt 
etwa einen Quadratgrad ein, und zeigt nirgends eine Spur von Aufios- 
barkeit, auch nicht um die merkwiirdige ovale Oeffnung, wo er am 
dichtesten ist. Er liegt in einer sehr reichen und glanzenden St«^l]e der 
Miichstrasse, die hier so dicht mit (in d»r Abbildung grosstentheils 
weggelassenen) Sternen besaet ist, dass sich beilaufig auf der halben 
Flache des Nebels nicht weniger als 1200 Sterne von der 1. bis 17. 
Grosse befinden, die aber weiter in keinem Zusammenhange mit dem 
Nebel gedacht werden diirfen, und eben nur zufallig auf dem Nebel als 
Hintergrund liegenden Th'^Ien der Miichstrasse angehoren. Ohne diesen 
lichten Hintergrund zeigen sich in jener Gegend der Miichstrasse noch 



§. 287. Abi ^Wander des Hinuneir* 5. AalL II. AbUb 57 

wdt mehr Sterne , namlich im Durchschnitte liber 3000 anf einem 
Quadratgrad. Man sieht also hier gleichsam durch die Milchstrasse 
und jenseits derselben liber einen steiiilosen Raum weg in Welten, die 
von unserem Sternsysteme ganz getrennt sind. — Den Nebel im Erida- 
nus (AH = 610 27', /> = — 33« 16' Fig. 50 des Atlas) erklart Her- 
schel dessbalb fiir charakteristisch, well bei elliptischem Umrisse der 
innere, dichtere Theil sich immer mehr der Kreisform nahert. Zablt 
man die kugelformigen Nebel mit ahnlichem Erscheinen dazu, nnd nimmt 
man einen sternartigen Kern eben nur als ausserste Grenze der Yer- 
dichtung an, so gehoren nach Herschel neun Zehntel aller Nebel- 
flecken zu dieser Klasse. 

Noch woUen wir zweier merkwiirdiger Stemhaufen des sUdlichen 
Himmels Erwahnung thun. Den ersten, « Centaur (AR = 199© 28', 
D = — 460 42') erklart Herschel fiir den augenfalligsten Himmels- 
korper seiner Art. Dem freien Auge stellt sich derselbe als ein nebeli- 
ges, rundes Objekt im Glanze eines Stern es 4. bis 5. Grosse dar. In 
einem machtigen Fernrohre zeigt er sich als eine Kugel von 20' Durch- 
messer, gegen die Mitte langsam an Licht zunehmend, von unzahligen 
Sternen der 13. bis 15. Grosse gebildet, beilaufig wie Fig. 8 des Atlas, 
nur regelmassiger im Umrisse. Der zweite, x Kreuz (AR = 191 o 14', 
/> = — 590 34'), wurde von Lacaille fiir einen Nebel gehalten, lost 
sich aber in stSrkeren Teleskopen voUig auf. In einer Ausdehnung 
von beilaufig V48 Quadratgrad zeigen sich etwa 110 Sterne von der 7. 
bis 16. Grosse, von denen acht der auffallenderen in rother, griiner und 
blauer- Farbe glanzen, so dass das Ganze den Anblick eines reichen 
Geschmeides bietet. 

§. 237. (Eigenbewegung und Ver&nderlichkeit dieser HimmelskSrper.) Die KenutnisB 

der Nebelflecke ist noch viel zu neu, als dass wir bei den Schwierig- 
k^iten, mit welchen deren Beobachtung verkniipft ist, schon jetzt mit 
Sicherheit die Frage beantworten konnten, ob sie wie die Fixsteme 
eine Eigenbewegung zeigen oder nicht. Wir konnen gegenwartig nur 
behaupten, dass diese Gebilde starke Eigenbewegungen sicher nicht be- 
sitzen. Diess Resultat war iibrigens auch von vornberein zu erwarten, 
da, wie wir wissen, ein grosser Theil der Nebelflecke durch Anwendung 
kraftiger Fernrohre in Sternhaufen sich auflost, und wir sie aus diesem 
Grunde als die entferntesten uns noch sichtbaren Bewohner des Him- 
melsraumes betrachten miissen. Wenn sie daher auch Eigenbewegungen 
besitzen, was wohl nicht zu bezweifeln ist, werden uns dieselben wegen 
der ungeheueren Bntfernung, aus der wir sie erblicken, doch so klein 
erscheinen, dass sie erst im Laufe vieler Jahrhunderte merkbar werden 
konnen, um so mehr, als bei den Ortsbestimmungen der Nebelflecke 
weg<^n ihrer Ausdehnung und ihres meist verwaschenen Aussehens nicht 
jene Genauigkeit erreichbar ist, deren sich die Ortsbestimmungen der 
Fixsteme erfreuen. 

Es wurde friiher (§. 227) erwahnt, dass so wie Doppelsteme auch 
Doppelnebel vorkommen, und zwar in weit grosserer Zahl, als man 
optische Dopp'^Inebel zu erwarten berechtigt ist. Es kann daher keinem 
Zweifel unterliegen, dass auch die Mebrzahl dieser Himmelskorper phy- 
sisch verbunden ist, und dann drangt sich unwillkiirlich die Frage auf, 
ob bei ihnen nicht Umlaufsbewegungen bemerkt werden. Solche sind 
vorlaufig mit Sicherheit noch nicht nachweisbar, da man das Augen- 



58 Am „Wand»r dei HtmmeU** 6. Aofl. II. Abth. §. 237« 

merk erst zu kurze Zeit darauf gericlitet hat; indess hat ent jiinget 
d'Arrest auf einen eigenthumlichen Fall aufmerksam gemacht, bei wel- 
chem Starke Andeutungen hiefiir vorliegen. Bei dem §. 227 angefiihrten 
Doppelnebel in den Zwillingen, AR = 190o !',/>=:+ 29o 47', war 
namlich : 

die Distanz beider Nebel der Positionswinkel 

1785 60" ? nach W. Herschel. 

1827 45" 450 » J. Herschel. 

1862 28" 560.5 * d'Arrest. 

Zugleich miissen wir eine andere interessante Entdeckung der 
Neuzeit erwahnen, namlich die Veranderlichkeit der Nebel. Ausser den 
schon erwahnten Aenderungen, welche im Orionnebel vor sich gehen 
(§. 235), liegen jetzt mehrere Beispiele vor, in denen friiher recht helle 
Nebel nach una nach immcr schwacher wurden, bis sie selbst den 
Btarksten Femrohren verschwanden , oder wenigstens fur dieselben die 
schwierigsten Objekte wurden. Mit Uebergehung mehrerer Nebel, welche 
hochst wahrscheinlich Helligkeitsanderungen, aber in geringerem Grade 
aufweisen, fuhren wir hier folgende als in dieser Beziehung besonders 
merkwiirdig an: 

AR == 500 i^^ D = + 300 52', im Stier. Wurde in Bonn mit einem 
Eometensucher von 34"' Oeffnung entdeckt, und unabhangig 
davon im Jahre 1859 von Tuttle als schwacher Nebel fur 
ein dreizolliges Femrohr gefunden, wahrend er im Jahre 
1862 nur mit Miihe im 16-fussigen, ausgezeichneten Kopen- 
hagener Refraktor gesehen werden konnte. 
AR = 540 21', D = + 230 23', in den Plejaden, nahe bei Merope. 
Sonderbarerweise erst 1859 von Tempel in Venedig aufge- 
funden, und nach der Beschreibung des Entdeckers damals 
einem schonen grossen Eometen gleich. Im Jahre 1860 konnte 
er von Peters und Pape in Altona nur mehr mit Miihe im 
6-fussigen Fernrohre des Aequatoriales jener Stemwarte ge- 
sehen werden, und jetzt ist er, selbst fiir die grossten Re- 
fraktoren, wenn iiberhaupt sichtbar, so eines der schwierig- 
sten Objekte. 
AR = 630 18', /> = + 190 10', bei den Hyaden. Dieser Nebel wurde 
im Oktober 1852 von Hind entdeckt, im Jahre 1855 und 
1856 von d'Arrest in Leipzig sogar bei Mondschein mit 
einem 6-fussigen Fernrohre beobachtet, nahm dann aber an 
Helligkeit ab, war im Oktober 1861 im grossen 1 6-fussigen 
Refraktor zu Kopenhagen unsichtbar, und im Jahre 1862 
alien Fernrohren, selbst dem von Lassell in Malta aufge- 
stellten Spiegelteleskope von 4 Fuss Oeffnung und 37 Fuss 
Lange verschwunden , den Pulkowaer Refraktor allein ausge- 
nommen, in welchem er noch sichtbar blieb. Merkwiirdig 
hierbei ist, dass die Lichtabnahme des Nebels mit der Licht- 
abnahme eines Stemes zusammenfiel, der den Nebel friiher 
fast beriihrte, und vom Jahre 1852 bis 1862 allmahlich von 
der 9. 10. bis zur 13. 14. Grosse herabsank. 
Ob nun diese Nebel, ebenso wie die veranderlichen Sterne einen 
periodischen Lichtwechsel zeigen, oder ob sie in die Kategorie solcher 
Oebilde , wie die neuen und wiederverschwundenen Sterne gehoren. 



R. 237. ^^' „Wunder des Himmels" 5. Aufl. II Abth. 59 

werden uns wohl die nachsten Jahre lehren. Hervorzuheben ist jedoch 
noch, dass die bei dem letzten Nebel erwahnte Verbindung von Nebel- 
flecken mit veranderlichen Sternen keineswegs vereinzelt dasteht, son- 
dem nachgerade schon so haufig constatirt ist, dass man den Nexus 
kaum mehr fiir einen zufalligen halten kann; denn von den Verander- 
lichen im Orionnebel ganz abgesehen, liegen a? Argo (Verzeichniss der 
Veranderlichen §. 212. Nro. 42) und R Einhorn (Nr. 24) in der Mitte 
von Nebelflecken, und auch der neue Stem von Auwers (§. 214) trat 
mitten in einem solchen auf. 



5S272r, 



I n h a 1 1 



Seito 

Torvort Ill 

KlnMUiog 1 

|. 1. BrkeDiiiiii| d«r OMilrn« dnreh Alignement 8. 1. — {. 2. BMchnibang nad nibarer 
Oebnoch der 8ternk«rt«D 8. 4. — }. 3. 8t«niB«it 8. 5. — {. 4. Bog«D nnd Zolt 8. 6. — 
|. 6. Anfenobnng einea Qestlmea dureh BactMcention nnd DecUnatlon 8. 7. — {. 6. 
Namen eioMlner 8teme nod 8t«rngmpp«n 8. 8. 
▲nKnc der IL Abtbeilnng 5. Anllage det J. J. t. Littrow^tcbMi Werkec: „Di« Wnodw dea Hlm- 

mele** ffir di« Citottonan im AtUs 11 

|. 18S. Batcbreibnng d«r MilcbstrmsM 8. 11. — }. 189. 8t«rnrelch« Gegenden dea Him- 
mela 8. 19. — {. 190. Doppelaterne 8. 13. — }. 193. Terachiedenheit der Doppeltterne 
8. 13. — {. 19&. Yertbeilnng der Doppelaterne •m HImmel 8. 13. — }. 196. Drei- nnd 



mebrlkcbe Sterne 8. 14. — f. 19T. Beiregnng der Doppelaterne nm einnnder 8. 14. — 
}. 198. Bedecknogen der Flxaterne nnter elnnndef 8. 16. — {. 201. Elemente der ronug- 
lichaten Doppelaterne 8. 16. — ]. 202. Bemerknngen uber einselne Doppelaterne 8. 17. 
— |. 204. Farben der Doppelaterne 8. 23. — {. 207. Doppelaterne nla Prikftingamlttel 
der remrohre 8. 23. — ]. 212. Ternnderlkhe Sterne 8. 26. ~ {. 2l3. Nibere Betmch- 
tnng der wicbtigaten Yerinderiicben 8. 29. — { 214. Nene oder wieder Teracbwnndene 
Bterae 8. 33. ^ ]. 221. BigentUcbe Stemgmppea 8. 37. — }. 222. YorsugUcbate Stern- 
gmppen 8. 38. — ]. 223. Nebelnanaaen dea Uimmela 8. 42. ~ I 224. Sebr groaae nnd 
welt Terbraltete Nebel 8. 42. — }. 225. Or6aaere nnregelmftaaige Nebel 8. 43. — }. 226. 
Nebel Ton regelm&aaiger Oeatalt 8. 44. — {. 227. Doppelnebel 8. 45. — ]. 228. Plnne- 
tariaebe Kebel 8. 46. — ]. 229. Stemnebel 8. 47. — }. 230. Sterne mit Nebelatrablen 
8. 49. — |. 231. Biogflirmlge Nebel 8. 5a — }. 232. Kwittemebel 8. 51. — {. 233. Crab 
Kebnia von Boase 8. 52. —X 234. Nebel in der Andromeda 8. 53. — } 235. Der groaae 
Nebel in Orion 8. 53. — |. 236. Stembanlbn nnd NebeiOecke dea atidllcben HlnmeU 
& 56. — }. 237. Bigenbewegnng nnd YeranderUcbkeit dleaer Himmelakdrper 8. 57. 



Alphabetisches Register der Sternbilder 



mit 



Angabe der betreffenden Bl&tter des Atlag. 



(Die im Dmcke henrorgehobenen Nummem beselchnen Jene Blatter, anf welohen die beBfigliehen Stern- 
bilder am aosfuhrlicheten Torkommeo. Yon deo beiden Planigloben iit nnr der likdliohe (Blatt 2) aoweilen, 
namlich bei eolchen ConBtellationen erwahnt, die anf keiner Specialkarte ToUetiiidig erecheinen.) 



Adler and Antinons 7, 9, 10, 11. 
Altar f , 10. 
Andromeda 3, 4, 5. 
Antinons eiehe Adler. 
Apnfi tiehe ParadienTOgel. 
Argo, Schiff f , 6, 13, 14. 

Bar, grosser 3, 4, 7, 8. 

Bar, kleiner 3, 4. 

Barenhuter siehe Bootes. 

Ballon, yereinigt mit sudliehem Tisch. 

Becher 8, 14. 

Berenice, Haupthaar der 3, 4, 7, 8. 

Biene t. 

Bildhauerwerkstatte 11, 12. 

Bootes 3, 7, 8, 9. 

Bnchdruckerpresse, Tereinigt mit Schiff Argo. 

Camelopard 3, 4, 6. 
Capricornns siehe Steinbock. 
Gassiopeja 3, 4, 5. 
Centaur 2, 10, 14. 
Gephens S, 4, 6. 
Cham&leon 9. 
Ghemischer Ofen If. 



Delphin S, 5, 9, 11. 

Dorado 2, 18. 

Drache 3, 4, 7. 

Dreieck, sudliches f. 

Dreiecke 5. 

Drossel, Tereinigt mit Hyder. 

Eidechse 3, 5. 
Einhorn 6, IS. 
Elektrisirmaschine IS. 
Sridanus 6, 19, 18. 
Emtehiiter, vereinigt mit Gephens. 

Fernrohr f , 10. 

Fisch, fliegender 9. 

Fiscb, siidlicber 11. 

Fische 5, H, 12. 

Fliege, vereinigt mit Widder. 

Friedrichsehre, vereinigt mit Iid*chfe. 

Fnchs 8, 5, 7. 9. 

FuUen 3, 5, 9. 

Fuhrmann 4, 6. 



Oans 3. 5, 7, 9. 

Oirafie siehe Camelopard. 

Grabstichel 19. 



Harfe, Tereinigt mit Iridanns. 

Hase 6, 19, i3. 

Herkules 3, 7, 9. 

Hund, grosser 6, 12, 13, 14. 

Hand, kleiner 6. 

Hydra 6, 8, 9, 10, IS, 14. 

Hydras 9, 11. 

Indianer 9, 11. 
Jagdhnnde 3, 4, 7, 8. 
Jungfran 7, 8, 9, 14. 

Karlseiche, Tereinigt mit Schiff Argo. 
Katse, Tereinigt mit Hyder. 
KompasB, Tereinigt mit Schiff Argo. 
Kranich 9, 11. 
Krebs 4. 6, 8, 14. 
Krens 9, 14. 

Krone, nordliche 3, 7, 8, 9. 
Krone, sudUche 10. 

Leier 3, 7. 

Leine, Tereinigt mit Schiff Argo. 

Lineal 9, 10. 

Lowe, grosser 4, 6, 8, 14. 

L5we, kleiner 4, 6, 8. 

Lucbs 4, 6. 

Luftpnmpe IS, 14. 



Maaerqoadrant, Tereinigt mit Herkvlet. 
Mikroskop 11 
Monoceros siehe Einhorn. 
Musenpferd siehe Pegasus. 

Keti, rhomboldisohes 9. 

Oktant 9. 

Ophiuchus 7, 9, 10. 
Orion 6, 12, 18. 

ParadiesTogel 9. 
Pegasofl 8, 6, 9. 



62 



BegUter der Btcrnbilder. 



Pendeluhr siehe Vhr. 
Peneus 4, 5, 6, 
PfM t. 

Pfell 3, 5, 7, 9. 
Pferdchen siehe FuUen. 
Phdnix S, 11, 12. 



Mmmuit 7, 8, 14. 

Bennthier, Tereinlgt mit Cepheus. 

Scepter, Tereinlgt mit Erldanus. 

Bchiff Biehe Argo. 

Schlange 3, 7, 8, 9, 10. 

Schlangentr&ger slehe Ophiachuf. 

Bchfitie 9, 10. 

Schwftn .% 5, 7, 9. 

Sehwertflsch slehe Dorado. 

Sextant 8, 14. 

Skorpion 8, 9, 10. 

Bobieekischer Schild 7, 9, 10. 

Staffelei t, 13. 

Steinbock 6, 9, 10, 11. 

SUer 4, 6, 6, 18. 

Stier, PooJatowakyscMr, Tereinlgt mit Ophlnchaii. 



Tafelbcrg t. 

Taube li, 18. 

Teleskop slehe Fernrohr. 

Teleskop, Herecherscbes, Tereinlgt mit Tnhnaann. 

Triangel siehe Dreleck. 

Tucan t. 

Tardus solltarlai, Tereinlgt mit Hyder. 

Uhr t, IS. 

Yogel Einiiedler, Tereinlgt mit Hyder. 

Wage 7, 8, 9, 10. 
Walflsch 5, 11, If. 
Waieermann 6. 9, 11, 12. 
Wasaertchlauge siehe Hydra and Hydras. 
Widder 4, 5, 6. 
Wolf », 10. 

Xlphlas siehe Dorado. 

Zirkel t. 
Zwillinge 4, 6. 



Atlas. 



Blatt 1. NdrdUche H«mi«pbare.> Die romiachen Ziffem ftuf diesen beiden Karten bezeichoen die Bl&tier 
»- 2. Sudliche >- ) auf welcheu die betreffende Oegend dea HimmeU speciell eu flnden. 

- 3. Kleiner Bar, Gepheus, Drache, Sidecbae, Jagdhunde, Schwan. 

- 4. Grosser Bar, Gamelopard, Castiopeja, kleiner Lowe, Lnchs, Perseos. 

- 5. Pegasus, Andromeda, Dreiecke, Fiscbe, Widder. 

» 6. Fnhrmann, Stier, Krebs, Orion, Zwillinge, Einbom, kleiner Hund. 

> 7. Bootes, Leier, Herkules, nordlicbe Krone. 

> 8. Grosser Lowe, Jungfrau, Hanpthaar der Berenice, Sextant. 

> 9. Adier und Antinoua, Wage, Ophiucbus, Scblange, Delphin, FuUen, Sobieskiacber Scbild, Fuobs 

mit Gans nnd Pfeil. 

> 10. Scbiitze, Scorpion, Wolf, Altar, Lineal, Femrobr, siidlicbe Krone. 

> 11. Wassermann, Steinbock, aiidlicher Fiacb, Mikroakop, Kranich, Bildhanerwerkstatte. 
>■ 12. Walfiscb, Eridanus, Hase, cbemiacher Ofen, Elektfiairmaachine, tirabaticbel, Uhr. 

> 13. Groaaer Hand, Schiff Argo, Taube, Staffelei. 
f 14. Hyder, Becber, Centanr, Babe, Lnftpnmpe. 

» 16. Fig. 1. AB = 1990 28', D = -f 550 43^ Die Gegend nm Misar (C groaser B&r) bei achwaeher 
Yergrdssemng. W. 190, 207. 
8. AB - 2790 51', i> a + 390 28'. Das Doppelsternpaar € Leier bei miaalgeT Yergroaae> 

rung. W. 195. 
8. AB = S29 (y, D ^ ■— 50 30'. Daa Trapez im Orion in einem Teleakope ersten Bangea 
geseben. W. 196, 285. 

4. JJ? — 540, D — 4- 230. Die bekannte Sterngmppe der Plejaden bei sehr achwacber 
Yergrdasernng. W. 221. 

5. ^i? - 670, D = -f 160. Pie Gegend urn Adelbaran (a Stier) mit Einachluaa der Hya- 
den, in einem Kometenaucher geaeben. W. 2*^1. 

6. AB - 1270 53', D = 4- 200 30*. Die Krippe im Krebs, bei achwacber Yergroaaerung. 
W. 221, 222. 

7. AB = 2490 5', D » + 360 45*. Die scbone Sterngruppe im Herkulea. W. 222. 

8. AB = 3210 26', D » — lo 29'. Schwer autlosbare Sterngruppe im Waaaermann. W. 222. 

9. AB - 2270 45', D = 4- 20 40'. Leicbt in Sterne auflosbare Gruppe in der Wage mit 
Btarker centraler Yerdichtnng. W. 222. 

10. AB = 2320 32'. D » -f 60 29'. Bunde, ungemein acbwer aufzulosende Sterngruppe in 
der Soblange gegen die Mitte atnfenweise heller werdend. W. 222. 

11. AB = lOlo 38', D — -f 180 10'. Facherartig ausgebreitete, nicht sehr dicht mit Ster- 
nen erfullte Gruppe in den Zwillingen. W. 222. 

12. AB = 1570 21', D = + 540 17'. Bunder Nebel im grossen Baren mit so starker centra- 
ler Yerdichtung, dass er schwach vergrossert einem Sternnebel abnlich wird. W. 229. 

13. AB = 590 58', D = -f 800 23' im Stier. Beispiel eines Stemnebels tou Herschel. 

14. AB = 1670 47', D - + 130 54'. SpindelfSrmiger Nebel im grossen Ldwen, von Her- 
schel geseben. W. 226. 

15. Derselbe Nebel im Teleskope Ton Bosse, wo seine spiralige Struktur aichtbar wird. 
W. 226. 

16. AB = 168<» 7', D = + 140 25'. Langer, achmaler Nebelatreifen im groaaen Ldwen. 
W. 230. 

17. AB - 1880 43', D = -f 330 23'. Elliptischer Nebel in den Jagdhunden mit einem 
schwachen runden Begleiter. nach Herschers Zeichnung. W. 230. 

18. Derselbe Nebel nach Bosse. W. 230. 

19. AB «■ 1870 14', D =s -f 260 43'. Zwei einander beriibrende lange Nebelstreifen im 
Hanpthaar der Berenice. W. 230. 

20. AB = 970 45', D — 4- 80 52'. Stem mit facherartigem Nebelschweif im Sinhorn nach 
J. Herschel. W. 230. 

21. Derselbe Nebel nach Bosse. W. 230. 

22. AB - 1320 0', D a 4- 540 20'. Nebelsterne mil f&cherformigem Anbang Im grosses 
Baren. W. 230. 

23. AB » 1920 59', D = -f 350 40'. Elliptischer Nebel in den Jagdhunden , an beiden 
Enden geschlossen durch Nebelsterne. W. 230. 

24. AB - 3440 22', D - 4- 110 30'. SpindelfSrmiger Nebel im Pegasus iwlscheu zwei 
Sternen, nach J. Herschel. W. 229. 

25. Derselbe Nebel, geaeben im Spiegelteleskope von Bosse. W. 229. 

26. AB = 1310 48', D a- — 20 29'. BUiptiacher Nebel in der Waaaeracblange , an deaaen 
Endpunkten Stemchen. W. 289. 



64 ^^iM. 

Fig. 27. AB *= 8720 8'. D c ifiO 66'. SUiptiacher Nebel iv Seh&tMn mit Steraen fai tei 

BrMmpnnkten. W. 229. 
» 28. J£ >- 800 23', D = ^ 84<) 7'. Sin dreiffteher Stern Im Tnhmuinn, omgeben Toa tter 

Nebelh&lle. W. ff9. 
» 29. .<1£ « 3130 59\ P « — 110 67'. Planetoriicher Neb«l bel y WaMermann, iA J. H«v 

•chers SpiegeltelMkopen. W. 228. 

* 30. Derselbe Nebel, nach Botee. W. 228. 

* » 31. AB =^ 1090 1', i> - 4- 290 47'. Doppelnebel in den Zwillfngen, nach J. Hei«eliel*» 
Zeichnnnfren. W. 227, 287. 

> 32. Derselbe l^ebel, nach Bosse. W. 227, 237. 

» 33. JJB a- 810 22', i> - + 210 54'. yon Herschel da elliptiacher , in Sterne anflSiileher 
' Nebel beschrieben im Stier. W. 233. 

> 34. Derselbe Nebel, mlt den schwachen Nebelansatsen, die Bosse an ihm wahminunt, dirch 

die er eiiMr Krabbe ahulich wlrd. Daher bekannt onter dem Namen Crab Nebula. 
*■ 36. AB ^ I890 IC, D — 4- 320 59'. EUiptische, an einem Endpankte nahe sonkraebt 
auf einander stehende Nebel in den Jagdhanden. W. 227. 

> 36. AB — 2810 59', D -■+ 320 50' Der Bingnebel in der Leier. W. 228, 2.31. 

> 37. j^i? - 330 19', D - 4- 410 4X'. KlUptischer Bingnebel in der Andromeda. W. 2S1. 
Blatt 17. > 38. AB a- 2680 18', D » — 230 1'. TJnregelmassig geformter Nebel im Schutsen mlt dnnUen. 

Parthien in\ Innem. W. 231. 

> 39. AB= 1590. D = — 590. Nebel um n Argo. W. 286. • 

> 40. AB ^ 2980 IS', D = 4- 220 20'. Herschers Dambb«U Nebnia im Fachs. W. 282. 
>■ 41. Derselbe Nebel nach Bosse. 

* 42. AB ^ 90Sf* 52', D - 4- SOO lO', Schlangenformiger Nebel im Scbwan. W. 225. 
» 43. AB » Wfi 52', D - 4- 140 SO'. Planetarischer Nebel im SchiitBen. W. 228. 

» 44. AB ** 8400 40', D ■■ 4. 410 43'. Heller planeUrischer Nebel in der Andromeda. W.288. 

> 45. AB =^ 2000 53', D = 4- 470 58'. Nach Herschel ein schdner Bingnebel in den Jagd- 

hunden. W. 281. 

> 46. Derselbe Nebel, dnroh Bosse*s Biesenreflektor in einen Spiralnebel omgefnudilt. 

W. 231. 
* 18. * 47. AB — 80^, D rm — 690. > Die beiden Cap- od«r Magellanswolken , mit fireiem Aofs |«- 
»> 48. AB ^ 130, 2) - — 740.5 sehen. W. 236. 

> 49. Ji2 >- 900 0'- D a. _ 690 0'. Die dem freien A age als hellste PartUe der g r6 s wr a » 

Capwolke erscheinende • Gegend, schwach Tergrossert. W. 296. 
» 50. AB ^ 61U 27% D 330 i6«. Eliiptischer Nebel im Sridanos mit kugelformiger YsrdlBk- 
tang im Innern and einem randen Begleiter. W. 236.' 

> 51. Die michstrasse in der Oegend des Kohlensackes swischen /? Centaur and ^ Argo sodt 

fireiem Auge gesehen. W. 183. 
> 19. > 62. AB sa SjjO, D = ~ 60. Der grosse Nebel im Orion nach einer Zeichnang Ton Bond. 
W. 236. 

> 5$, AB s= BP 38', D a- 4- 400 27'. Der grosse Andromeda-Nebel , in einem schwaohen 

Femrohre gesehon. W. 234. 

> 54. Derselbe Nebel, wie er Bond im grossen Befraktor in Cambridge (Nordameidkfc) 

erschien. W. 234. 

> 56. AB = 140' 56', D = 4- 220 lo'. Nach Herschel ein Doppelnebel im grossen Lowsa 

mlt elliptischen Kernen. W. 227. 
»■ 56. Derselbe Nebel, dnrch Bosso^s Femrohr als einlaelier Spiralnebel mit zwei hellarsD 
Kernen erkannt. W. 227. 



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-31 17 S' lull.fnmd,£' Hurehn 

- 14 30 N^ Wi^ F^4S 

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